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Test : Edelkrone Pocket Rig

von Mi, 2.Oktober 2013 | 2 Seiten | diesen Artikel auf einer Seite lesen

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  Fazit

Wer auf der Suche nach einem hochtransportablen und schnell einsatzfähigem Video-DSLR Rig ist, dürfte das Pocket Rig von Edelkrone (zuvor Handyfilmtools) auf der Liste der möglichen Kandidaten stehen haben. Der Hersteller wirbt mit Solidität, hoher individueller Konfigurierbarkeit und extrem kompakten Maßen. Wir hatten das Edelkrone Pocket Rig zum Test in der slashCAM Redaktion und waren positiv überrascht.

Edelkrone Pocket Rig



Das Edelkrone Pocket Rig wurde erstmalig 2011 in einer frühen Version auf der NAB vorgestellt. Damals adressierte es in erster Linie Fotografen, die eine zusätzliche Stabilisierung für gelegentliche Videoaufnahmen mit der DSLR benötigten und verfügte noch nicht über die Klapp-Rods wie in der aktuellen Ausführung. Seitdem hat es eine permanente Weiterentwicklung des Pocket Rigs gegeben – wir zählen derzeit die dritte Version.

Mit einem Preis von aktuell 339,99 Dollar konkurriert das Edelkrone Pocket Rig nicht mit den Preisen von sog. China Rigs die deutlich günstiger gehandelt werden. Die Qualität der Mechanik des aktuellen Pocket Rigs liegt spürbar über der jener Billig-Anbieter. Das Finish des verarbeiteten Aluminiums ist hochwertig und alle Nicht-Aluminium Teile bzw. Verschraubungen bestehen aus Edelstahl. Kunststoff wird lediglich für die Wattierung der Schulterstütze sowie für die Polsterung der Kameraauflage genutzt. DIe Rasterung der Leichtstützen erfolgt über federgelagerte Kugelschalen und machte bei unseren Tests einen belastbaren Eindruck.

Edelkrone Pocket Rig an der Schulter (Dank an Paolo für´s Halten)



Die Friktion aller Gelenke lässt sich über Madenschrauben mit Inbusaufnahme anpassen. Die besten Ergebnisse haben wir mit stärkeren Friktionen der Gelenke und bei leicht erhöhten Druck des Rigs gegen die Schulter erzielt. Das Pocket Rig bietet durch seine Schulterstütze nach kurzer Eingewöhnungszeit genau so viel Kamerastabilisierung, dass man mit guter Kamerakontrolle freihand für einen überschaubaren Zeitraum arbeiten kann - wer ganze Drehtage auf ein Rig angewiesen ist, sollte jedoch eher in ein größeres Schulterrig investieren. Entsprechend würden wir auch davon abraten, schwerere Kameras als DSLRs auf das Rig zu montieren.

Edelkrone Pocket Rig



Mit knapp 600 gr ist das Pocket Rig ein echtes Leichtgewicht und mit den kompakten Maßen im zusammengeklapptem Zustand von 14 x 6 x 5.5 cm nahezu konkurrenzlos transportabel. Und gerade hierin liegt auch der Hauptnutzen des Pocket Rigs: Wer auf extrem kleine Packmaße angewiesen ist oder ein Rig benötigt, dass quasi in DSLR-Batteriegriffgröße immer an der Video-DSLR dran bleiben kann, der ist mit dem Pocket Rig sehr gut bedient.

Auch alle diejenigen, die zwischen Stativ- und Handaufnahmen schnell wechseln müssen und deren Handaufnahme eine Stabilisierung benötigt (was wir in den meisten Fällen empfehlen) finden in dem Pocket Rig einen guten Partner, weil es über eine stabile, eingearbeitete Stativauflage mit entsprechenden Bohrungen verfügt. Somit bleibt das Pocket Rig konstant am Kameraboden montiert und wird bei Bedarf in Sekunden auseinandergeklappt.

Und letztlich empfiehlt sich das Pocket Rig für all diejenigen Anwendungen, die wenig Aufmerksamkeit auf sich ziehen wollen, da die Schulterstabilisierung selbst im ausgefahrenen Zustand kaum auffällt.

Edelkrone gebührt Respekt für diese mittlerweile gut durchdachte Konstruktion, die hohe Mobilität mit ausreichender Stabilität kombiniert.

Wer weder diese hohe Mobilität noch die schnelle Bereitschaftsfunktion oder das „Low-Profile“ für seine Video-DSLR Arbeiten benötigt, dürfte mit einem ausgewachsenen Schulterstativ mit einer echten Schulterauflage und Befestigungsmöglichkeiten für Batterien, Monitore, Soundrecorder, Vorverstärker, Kopflicht etc. besser bedient sein. Das Pocket Rig wird ab dem Moment preiswert, wenn es tatsächlich in seiner „Pocket“ Funktion gebraucht wird. Hier muss jeder selbst entscheiden, wie sein Anwendungsszenario aussieht.

Edelkrone Pocket Rig auf dem Stativ



Das heisst jedoch nicht, dass es nicht auch Erweiterungsmöglichkeiten des Pocket Rigs geben würde. Zum einen bestehen die ausklappbaren 11,6 cm langen Rods aus standardgemäßen (und verlängerbaren) 15 mm Leichtstützten (Abstand von Mittelpunkt Rod-Rod im ausgeklappten Zustand 6 cm) so dass sich hier eine Menge an Schärfenzieheinrichtungen oder Kompendien vormontieren lassen sollten. Und zum anderen bietet Edelkrone eigene Schärfenzieheinrichtungen wie den FokusOne Pro oder entsprechende Handles an, die sich ebenfalls mit dem Pocket Rig kombinieren lassen, die wir jedoch noch nicht getestet haben.

Unsere Kritikpunkte zum Pocket Rig von Edelkrone halten sich in Maßen. Gerne hätten wir eine Option für den Batteriewechsel von Video-DSLRs mit montiertem Rig gesehen und auch ein zusätzlicher Arretierungsmechanismus für die Schulterstütze wäre uns willkommen gewesen. Doch dies sind eher Kleinigkeiten im Vergleich zum hohen Nutzen des Pocket Rigs.

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[13 Leserkommentare] [Kommentar schreiben]   Letzte Kommentare:
VierteWand    11:46 am 17.7.2014
Aus eigener Erfahrung im prof. Einsatz können wir nur sagen: kein Rig an der Pocket ist am besten! So bleibt alles klein und leicht. Wir haben lediglich eine...weiterlesen
Jott    20:08 am 4.6.2014
Der Zipfel guckt auf das Display.
Bruno Peter    19:26 am 4.6.2014
Der Zipfel will so in den Viewfinder reingucken: https://www.edelkrone.com/img/inside/pr ... info07.jpg gibt es doch nicht..., der muß die Stütze absägen...weiterlesen
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update am 20.Juli 2019 - 15:02
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