Casting Tipps

Aus den erwähnten Gründen gilt für das Casting: Betrachtet diese Veranstaltung nicht wie eine nervige Sideshow. Das Ambiente muss nicht teuer und exklusiv sein, aber es sollte niemals schraddelig oder lieblos rüberkommen. Nicht komplett asoziale Räume lassen sich in der Regel für ein paar Stunden am Tag immer irgendwie günstig organisieren. Ein Casting im eigenen Wohnzimmer dürfte dagegen praktisch jede vernünftige Person von vornherein abschrecken. Nicht erst seit Harvey Weinstein.



Idealerweise stehen beim Casting mindestens drei Räume zur Verfügung:



1. Empfang, Anmeldung und kurzer (!!) Warte-Aufenthalt.


2. Ein stiller, separater Raum zur Vorbereitung auf das Vorsprechen (z.B. zum Text lernen).


3. Der Casting-Raum für das Vorsprechen.



Mindestens ein Helfer sollte vor Ort sein. Wenn irgendwie möglich, sollte diese (am Vorsprechen unbeteiligte) Person die Verwaltung/Organisation des Termins übernehmen, während in Zimmer 3 das eigentliche Casting ungestört durchlaufen kann. Das heißt mindestens bei Ankunft Name und Kontaktdaten der Schauspieler erfassen sowie ein paar Getränke und Essen/Snacks anbieten. Ein kleines bisschen hofiert zu werden, hebt übrigens nicht nur das Selbstwertgefühl der Schauspieler, sondern auch die Seriosität der eigenen Produktion.



Foto von Keagan Henman
Foto von Keagan Henman


Teile jedem Schauspieler vor dem Termin vorher ein festes Zeitfenster zu und halte diese Fenster auch bestmöglich ein. Jemanden warten zu lassen, ist nicht nur grundsätzlich unprofessionell sondern vermittelt auch den Eindruck mit der verfügbaren Zeit nicht effektiv umgehen zu können. Die Zeit eines Anderen zu respektieren ist - gerade bei Low-Budget Produktionen - zudem ebenfalls ein wichtiges Zeichen der Wertschätzung.




Möglichst viel schriftlich im Vorfeld ausarbeiten

Dazu gehört auch, dass ihr bereits alle schriftlichen Sachen vorbereitet habt. Also nicht nur eventuelle Szenen zum Vorsprechen, sondern auch (Vor)verträge und Bedingungen welche die Gegenseite eventuell noch näher erörtern will.



Fixiert so viel wie möglich schriftlich, denn unformulierte Vereinbarungen sorgen oft im Nachgang für zusätzliche Probleme. Denkt auch an entferntere Dinge wie die Vergütung von Probeaufnahmen oder die Regelung von Drehverzögerungen und Ausfall.



Wenn ihr gut organisiert seid und öfter Filme macht, könnt ihr bei dieser Gelegenheit auch noch eure persönliche Schauspieler-Datenbank erweitern. Mit Darstellern, die einen guten Eindruck hinterlassen haben, aber nicht zu diesem Projekt passen (indem ihr diese mit ein paar Stichworten katalogisiert.)






Leserkommentare // Neueste
newz6user  //  21:39 am 16.6.2021
Ich hatte bei Castings mehrfach das Glück auf „Halbprofis“ zu treffen, die, wie sehr gut in dem Artikel dargestellt, bei ihrem großen Projekt dann auch endlich mal auf dem...weiterlesen
iasi  //  17:33 am 16.6.2021
Kommune? Was hat das denn mit einer Gemeinde zu tun? Oder etwa mit einer Wohngemeinschaft? Betrachte es mal lieber als Geschäftsmodell. Bei einer GmbH, bedeutet es noch lange...weiterlesen
Jott  //  17:06 am 16.6.2021
Wie schon gesagt: berichte, wenn‘s klappt. Und wie du es hinkriegst, dein Filmkommunenmodell hierarchisch wochenlang im Griff zu behalten. Ich glaube nicht an so was, soll dich...weiterlesen
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