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/// Buchkritiken : Compositing

Buchkritiken : Digital Compositing for Film and Video
von rudi Mi, 30.August 2006   


BildSteve Wright
Digital Compositing for Film and Video
Focal Press
Broschiert - 496 Seiten - mit DVD
Sprache: Englisch
Erschienen: Mai 2006 (2. Auflage)
ISBN: 0.240.80760.X
Preis: ab 38,64 Euro


Im Bereich Compositing gibt es drei Sorten von Büchern: Die mehr oder minder guten Bedienungsanleitungs-Schmöker, welche ein Programm wie After Effects von seiner Funktionsfülle her beleuchten. Diese Bücher bestimmen den Markt quantitativ.

Dann gibt es die wahnsinnig guten Bedienungsanleitungs-Schmöker wie "Creating Motion Graphics" von Trish und Chris Meyer. Solche ziemlich seltenen Bücher bereiten die umfassende Informationsfülle mit einer atemberaubenden didaktischen Sorgfalt und Hingabe auf, dass sie eigentlich in keinem Regal eines After-Effects-Users fehlen sollten.

Und dann gibt es noch Bücher wie "Digital Compositing for Film and Video" von Steve Wright.
Dieses Buch behandelt überhaupt kein Composting-Programm sondern beschreibt die grundlegenden Techniken des Compositings anhand von Pixel-Arithmetik. Das klingt zunächst ziemlich trocken, was die Thematik auch zugegebenerweise ist. Es gibt seit geraumer Zeit schon einen "Klassiker" in diesem Bereich: "The Art and Science of Digital Compositing" von Ron Brinkmann. Jedoch bleibt die Brinkmann-Bibel schon an der trivialen Oberfläche des Sumpfes langweiliger Theorie stecken. Da hilft es wenig, dass Ron Brinkman einer der Ur-Väter von Apples Shake ist.

Steve Wright geht das Thema dagegen viel pragmatischer an: So erklärt er grundlegende Funktionen wie KeyingKeying im Glossar erklärt, Despilling, Color-Correction, Überlagerungsfunktionen und vieles mehr anhand der zugrunde liegenden Algorithmen. Und das ist interessanter als es sich im ersten Moment anhört. So zeigt er, dass sich die meisten Filter und Effekte aus einer einfachen Kombination von Gradationskurven und Überlagerungsfunktionen nachbauen lassen. Und das ist wiederum hilfreich, wenn man mit einer eingebauten Funktion des eigenen Compositing-Programms nicht weiter kommt.

Für After Effects-Anwender hat das Buch dabei noch den geringsten Lehrwert, weil der Autor bei all seinen Erläuterungen von einem Node-basierten Ansatz ausgeht, den After Effects ja nur rudimentär unterstützt. Nichts desto trotz lassen sich die meisten Beispiele (mit etwas Hirnschmalz) auch unter After Effects nachvollziehen.

Wer dagegen Shake oder Blender einsetzt kommt voll auf seine Kosten. Denn diese Programme verfolgen eine ähnliche Philosophie wie Steve Wright und bieten nur die notwendigsten Basis-Operatoren auf Node-Basis. Es ist dann dem Anwender überlassen, sich Effekte wie Glow, Drop-Shadow oder Keyer selber zusammen zu schustern. Das nötige Handwerkszeug hierzu liefert Steve Wright in seinem Buch.

Die Aufmachung des Werkes hat mit der zweiten Auflage noch einmal deutlich gewonnen: Der nun durchgehend farbige Druck ist für eine Thematik wie Compositing einfach obligatorisch. Die beiliegende DVD mit Material und die (nach Registrierung) begleitenden Online-Beispiele sind mehr als üppig. Allerdings sollte man schon etwas Compositing-Vorwissen und zumindest mittelmäßige Englisch-Kenntnisse mitbringen, um dem Autor an jeder Stelle folgen zu können. (Nochmal für alle: "Digital Compositing for Film and Video" ist ein englisches Werk.)

Fazit: Dieses Buch ist "das" Lehrbuch für alle, die etwas hinter Kulissen ihres Programms schauen und die Prinzipien des Compositings von Grund auf verstehen wollen. Uns ist in diesem Bereich bisher noch kein besseres Buch untergekommen. Auf jeden Fall höchst empfehlenswert!


  

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update am 9.Februar 2012 - 15:00
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