DJI im Gegenwind USA verbieten neue Drohnen aus China - und dem Rest der Welt

Am 23. Dezember ist die lang erwartete Deadline für importierte Drohnen in den USA abgelaufen. Bis zu diesem Datum hätte irgendeine US-Sicherheitsbehörde eine Bewertung ausländischer Drohnen abschließen müssen, um einen Bann zu verhindern. Da aber keine solche Sicherheitsbewertung abgegeben wurde, hat die FCC, die amerikanische Behörde, die für die Regulierung von Funk und Telekommunikation zuständig ist, entschieden, alle im Ausland neu hergestellten Drohnen samt deren Komponenten zu verbieten. De facto trifft das Verbot vor allem chinesische Drohnen, speziell die des Marktführers DJI.


USA verbieten neue Drohnen aus China - und dem Rest der Welt


Das bedeutet, dass künftige neue Drohnenmodelle keine FCC-Genehmigung mehr erhalten und daher nicht in die USA importiert oder dort verkauft werden können. Dieser Bann ist umfassender als bisher vermutet wurde, denn er hat momentan keinerlei Ausnahmen und betrifft außer Drohnen auch u.a. Controller, Akkus, Sensoren, Motoren, Navigationssysteme für Drohnen.



Ausgenommen sind bereits von der FCC genehmigte Drohnenmodelle, die sich bereits im Umlauf sind, sowie Modelle, die in Lagern in den USA sind – diese bleiben weiter nutzbar, verkaufbar und dürfen weiter importiert werden. Begründet wird das weitreichende Verbot vom Vorsitzenden der FCC ausdrücklich mit Sicherheitsbedenken sowie der "America first"-Strategie der Trump-Regierung, welche die amerikanische Drohnenproduktion stärken soll:



Ich begrüße diese sicherheitspolitische Feststellung der Exekutive und freue mich, dass die FCC nun ausländische Drohnen und zugehörige Komponenten, die ein inakzeptables Risiko für die nationale Sicherheit darstellen, in die Covered List der FCC aufgenommen hat. In Übereinstimmung mit der Führung von Präsident Trump wird die FCC eng mit US-amerikanischen Drohnenherstellern zusammenarbeiten, um die Vorherrschaft amerikanischer Drohnen zu entfesseln.



§PIC12

Die nationalen Sicherheitsbedenken umfassen explizit und implizit gleich mehrere Argumente: einmal die schon länger befürchtete Ausspähung amerikanischer Infrastruktur (welche allerdings noch nie nachgewiesen werden konnte), dann auch ausdrücklich eine mögliche Bedrohungslage durch terroristisch umgerüstete Drohnen zu den anstehenden Sport-Großveranstaltungen in den USA wie der Fußball-WM 2026 und den olympischen Spielen 2028. Was seltsam wirkt angesichts der Erlaubnis, bestehende Drohnen weiter zu nutzen, die leicht umgerüstet werden könnten für Anschläge und der Tatsache, dass Terroristen sich womöglich nicht von einem Drohnen-Importverbot abschrecken lassen würden.


Zuletzt umfasst das "inakzeptable Risiko für die nationale Sicherheit" auch die Gefahr der Dominanz chinesischer Hersteller auf dem gesamten Drohnenmarkt für das Militär. Ohne das in der zivilen Drohnenproduktion erworbene Wissen und entwickelte Technologie (deswegen auch das Komponentenverbot) können in Zukunft militärische Drohnen nur schwer in den USA hergestellt werden, ohne auf chinesische Modelle oder auch nur Drohnenkomponenten angewiesen zu sein.



USA verbieten neue Drohnen aus China - und dem Rest der Welt




Wie nahezu alle politischen MAGA-Entscheidungen wie etwa die wirren Zölle wirkt aber auch diese etwas kopflos: wenn die amerikanische Drohnenproduktion gestärkt werden soll, bräuchte diese einen Vorlauf, um die entsprechenden Produktionskapazitäten aufzubauen und das Wissen und Technologie anzusammeln – so kurzfristig wird dies schwer möglich sein, gerade weil die aktuell in den USA produzierten Drohnen auch größtenteils Komponenten aus dem Ausland – sprich China – nutzen.



Drohnenpiloten in den USA sind so vorerst von allen Drohnenneuentwicklungen ausgeschlossen – DJI hatte sogar schon vor dem Bann aufgrund von Schwierigkeiten mit dem Zoll und den unsicheren Marktbedingungen auf den Start mancher Drohnen in den USA verzichtet, sodass das FPV-Modell Neo 2 oder das neueste Semipro-Topmodell, die Mavic 4 Pro, in den USA gar nicht erhältlich war. Vermutlich aus den selben Gründen hatte DJI – entgegen anderslautender Gerüchte – die drohende Deadline nicht umgangen und seine erste 360°-Drohne DJI Avata 360 noch davor veröffentlicht – obwohl der große Konkurrent Insta360 gerade seine Antigravity A1 Drohne auf den Markt gebracht hat – früher als erwartet und noch deutlich vor der Deadline und dürfen so weiter verkauft werden.



USA verbieten neue Drohnen aus China - und dem Rest der Welt


Was die Auswirkungen dieser Entscheidung weltweit bezüglich etwa der Entwicklung neuer Modelle, dem Entstehen neue Drohnenhersteller und eines Grau- bzw. Schwarzmarktes für alte und neue Drohnen in den USA, Preissteigerungen in den USA und einer möglichen Fragmentierung der Märkte - sein werden, bleibt abzuwarten.




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