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Dokumentarische Aufnahmen wer hat das Recht daran?



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Frage von supersauser:


Liebes Forum,

ich habe folgenden Fall.

Ich habe als Kameramann vor einem halben Jahr einen Dokumentarfilm mit einem Regisseur angefangen zu drehen.
Jetzt hat der Regisseur hinter meinem Rücken einen Vertrag mit einer Produktionsfirma abgeschlossen und ich bin raus aus dem Projekt.

Die damaligen Dreharbeiten habe ich selber bezahlt, also Reise, Übernachtung etc. gedreht wurde auf meiner eigenen Technik. Eine Entlohnung hat nie stattgefunden.

Die Produktionsfirma mit der der Regisseur einen Vertrag abgeschlossen hat, möchte mir das Material abkaufen. Allerdings sind die Konditionen nicht akzeptabel.

Wir haben damals mit Musikern gedreht und ich würde nun gerne aus dem Material Musikvideos schneiden und den Künstlern mit denen wir gedreht haben schenken. Denn sonst wäre zumindest die ganze Arbeit für die Katze.

Der Regisseur wäre mit Sicherheit darüber sehr angepisst, da er das Material neu drehen muss und ich quasi seinen Protagonisten das Material geschenkt habe. Wie sieht es aber rechtlich aus, kann ich das einfache machen, oder wie ist der Regisseur rechtlich an meinen Bildern beteiligt und deren Nutzung?

Jemand schon mal einen ähnlichen Fall gehabt?

Mit hoffnungsvollen Grüßen

Flo



Antwort von Darth Schneider:

Ich denke es geht hier weniger um das Recht die von dir gemachten Aufnahmen, die liegen je nach vorheriger Absprache die ihr getroffen habt leider sehr wahrscheinlich eher beim Regisseur.
Und theoretisch müsste man leider genau den Regisseur fragen, der scheint ja das Recht an diesen Aufnahmen (und der Filmidee) auch für sich zu beanspruchen wenn er Verträge darüber mit Produktionsfirmen abschliessen kann.
Wenn du die Aufnahmen einfach so als Music Video veröffentlicht kann der Regisseur das unter Umständen das verhindern, weil die Aufnahmen ja Teil eines anderen Projekts sind wo er auch involviert war...
Komplizierte Situation
Ihr habt diese Aufnahmen zusammen gemacht, also müssten eigentlich auch alle Beteiligten mitreden können, wenn es um die Veröffentlichung der Aufnahmen geht, ausser das wurde vor Drehbeginn ganz genau vertraglich festgelegt, wovon ich nicht ausgehe.
Gruss Boris



Antwort von Pianist:

Juristische Beratung sollten wir uns hier verkneifen, da wird nur ein Anwalt helfen können.

Matthias





Antwort von kmw:

Wenn Ihr Euch nicht einigt, wird mM nach niemand das Material nutzen dürfen. Jeder hat irgendwelche Rechte daran... Ein schöner Fall an dem nur einer gut verdient: der Anwalt...



Antwort von dosaris:


.... Ein schöner Fall an dem nur einer gut verdient: der Anwalt...

d'accord

trotzdem wäre zuvor zu klären, was der (Werk-?)Vertrag zur Erstellung des footages dazu aussagt !?
Oder besteht gar kein Vertrag? Nur mündliche Absprachen?



Antwort von Jott:

Ohne irgend einen Vertrag dürfte der Kameramann am längeren Hebel sitzen (das Urheberrecht klebt am Urheber).

Ist aber keine Rechtsberatung.

"Die damaligen Dreharbeiten habe ich selber bezahlt, also Reise, Übernachtung etc. gedreht wurde auf meiner eigenen Technik. Eine Entlohnung hat nie stattgefunden."

Wieso macht man so was? Egal. Ist im vorliegenden Fall vielleicht sogar von Vorteil.

Das mit dem Musikvideos schneiden und verschenken lass mal lieber, bevor das geklärt ist. Musikrechte! Persönlichkeitsrechte! Vielleicht sogar Location-Rechte! Du musst denen, die dich massiv verarschen wollen - vielleicht sogar von Anfang an geplant - nicht noch zusätzlich Futter geben.

Eine Erstberatung beim Anwalt (kompetenter Medienanwalt, nicht der Typ in der nächsten Straße, der Strafzettel abwehrt) kostet nicht die Welt. Vielleicht ist es ja gar nicht so kompliziert.



Antwort von Pianist:


Ohne irgend einen Vertrag dürfte der Kameramann am längeren Hebel sitzen (das Urheberrecht klebt am Urheber).

Tja, dazu müsste aber erst mal festgestellt werden, wer der Urheber ist. Vielleicht gibt es auch gar keinen alleinigen Urheber, sondern zwei Miturheber. Die Urheberschaft liegt jedenfalls nicht automatisch bei dem, der die Kamera aufgebaut oder den Auslöser gedrückt hat. Es kommt also darauf an, wie weit der Regisseur in die Gestaltung des Bildes eingegriffen hat. Wenn er durch einen Monitor geschaut hat und dann sowas wie "etwas höher, etwas weiter auf, etwas mehr Licht von rechts" gesagt hat, dann ist er Miturheber.

Matthias



Antwort von Jott:

Ohne Vertrag und Bezahlung waren zwei Kumpels zum Spaß unterwegs. Einer hat gefilmt (und war immerhin schlau genug, das Material nicht abzugeben), der andere hat zugeguckt. Oder hört man ihn im Material jedesmal "und bitte!" rufen? Wie es wirklich war, weiß sowieso nur der Supersauser.

Die ominöse Produktionsfirma will das Material kaufen? Das klingt doch gut, denn dann wissen sie, dass sie keine Rechte dran haben.

Rechtsberatung in Anspruch nehmen.



Antwort von rabe131:

... um die Fragenstellung etwas auszubauen: Wie wäre es, bei gleichen Bedingungen, also kein Vetrag, keine Bezahlung, eigene Technik usw.,
wenn er sich um alles Filmische gekümmert hätte, der andere aber die Fragen an die Protagonisten gestellt hätte. Er also für die technische Entstehung
des Filmes alleinverantwortlich, der andere aber inhaltlich beigesteuert hätte. Nicht, dass es bei dem Fragensteller so gewesen sein muss, ich mutmaße
da auch ein bißchen aus eigenem Interesse für einen ähnlich gelagerten Fall...



Antwort von Jalue:

Hm, mehrere Variablen in der Gleichung, nicht zuletzt die Musiker, die haben mit Blick auf Persönlichkeits-/Musikrechte ja auch noch ein Wörtchen mitzureden, ggf. hängen sogar Labels mit in der Kette.

Wie wäre es mit dem Versuch einer gütlichen Einigung? Du (also; der TO) versuchst mit der Produktionsfirma erstens eine etwas bessere Vergütung auszuhandeln und zweitens die Rechte für eine Zweitverwertung zu behalten, ggf. verbunden mit gewissen Einschränkungen, was Form, Verbreitungsweg und Zeitpunkt der Veröffentlichung betrifft.

Bei so einer Wischiwaschi-Sache läuft es ohnehin auf einen Kompromiss hinaus und der lässt sich oft auch ohne teuren Anwalt finden, so lange die Fronten noch nicht verhärtet sind.



Antwort von TonBild:


Bei so einer Wischiwaschi-Sache läuft es ohnehin auf einen Kompromiss hinaus und der lässt sich oft auch ohne teuren Anwalt finden, so lange die Fronten noch nicht verhärtet sind.

Dazu würde ich auch raten.



Antwort von supersauser:

Wow das sind ja schon viel mehr Rückmeldungen als gehofft.
Also mit meinem Medienanwalt bin ich auch schon in Kontakt, es ist nur Wochenende und mir lässt das Thema keine Ruhe.

Zum kurzen wieso man so etwas macht. Ich finde es nicht unüblich ein Projekt zu entwickeln, Probe Drehs zu machen um dann Verwertungsmöglichkeiten zu finden.
In diesem Falle war es ein Thema, bei dem wir schnell handeln mussten. Bis dann eine Produktionsfirma überzeugt worden wäre, hätte sich das ganze schon wieder erledigt.
Bei dem Film handelt es sich um einen Kinodokumentarfilm mit mittlerweile sehr sehr viel Förderung. Also warum? Weil es eine Riesenchance gewesen wäre…

Die Musikvideos würde ich natürlich auch nur in Absprache mit den Musiker, Labels etc. veröffentlichen. Ich bin nur gerade ziemlich verärgert und möchte meine Arbeit lieber verschenken, als sie zu verramschen.

Was den Dreh selber angeht, habe ich im Grunde den Großteil organisiert, Drehgenehmigung, Bildgestaltung (ohne Monitor, alles nach eigener Entscheidung), Licht etc. Die Protagonisten kamen aber über den Regisseur.

Interviews etc. interessieren mich nicht. Mir geht es rein um Schnittbilder bzw. dokumentarische Aufnahmen beim Musizieren.

Ich vermute auch mal, dass es auf eine Einigung hinausläuft.
Mein Problem ist letztendlich, dass ich da einfach verarscht wurde. Ich hätte einen Vertrag mit dem Regisseur machen müssen, dass er den Film nur mit mir drehen darf.
So schlau bin ich mittlerweile auch :-)



Antwort von Darth Schneider:

Was bietet dann diese Produktionfirma zu der der Regisseur gewechselt hat was du nicht hast ?
Und warum hat er dann gewechselt ?
So wie ich das jetzt verstehe war das Projekt sicher zur Hälfte auch deine Idee.
Wenn das wirklich so ist lohnt es sich schon darum zu kämpfen.
Gerade wenn viel Fördergelder da sind, sollte deine Arbeit schon auch (wenigstens) entlöhnt werden. Besser noch, sie sollten dich (auch) mitarbeiten lassen.
Gruss Boris



Antwort von Jott:

Wenn gar keine friedlich Einigung geht: wie wär's mit tot stellen? Ohne dein Material gibt's auch die hübschen Fördergelder nicht. Oder im Extremfall: was für Material eigentlich? Die Karten sind längst wieder formatiert! :-)



Antwort von Darth Schneider:

Den eigenen Tod vortäuschen und Untertauchen wie Hunt in Mission Impossible.
Gruss Boris




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