: Laut dem Datenblatt der Kamera werden die Aufnahmen mit einer Auflösung von 800.000
: Bildpunkten (;CCD) im
PAL
Format
(;ca. 1:5 komprimiert) auf dem Band abgelegt. Von den
: 800.000 Bildpunkten sollen 400.000 aktiv sein. Was bedeutet das? Was ist mit den
: anderen 400.000? Überflüssig? Für eine
PAL
Auflösung von 720*576=414.720 würde die
: Hälfte ja fast genügen. Also, warum 800.000
Pixel
für PAL?
: Hallo, André !
:
: Da hast Du ja ein Thema angerissen, über das man stundenlang referieren kann!
:
: Also, zunächst mal ist die eigentliche
PAL-Auflösung
768*576, nämlich genau das
: Verhältnis 4:3. Die analogen Schnittlösungen (;Fast AV-Master etc.) arbeiten auch
: genau mit diesem Pixelverhältnis.
: Aus irgend einem kühlen Grunde hat man sich nun bei der Aufstellung der Kriterien für
: das DV-Format auf nur 720 waagrechte
Pixel
geeinigt und erhielt nach diesem
: "CCIR-601"
Format
also 720x576 Pixel. Zum Ausgleich müssen die
Pixel
bei
: der Wiedergabe um den Faktor 1,0667 gedehnt werden um wieder die vollen
: PAL-Proportionen von 4:3 zu erhalten.
:
: Intern lösen jedoch die meisten Camcorder nur mit 520 oder 530 Zeilen auf! Wobei sie
: dann bei 400.000 Pixeln Netto auf 769 bzw. 754 waagrechte
Pixel
kommen. Dieses wird
: dann umgerechnet auf 720x576 und über den
Firewire
ausgegeben. Am analogen Ausgang
: liegt das Bild jedoch im Verhältnis 4:3 mit 576 Zeilen an, was wiederum einer
: Auflösung von 768 Spalten entspräche (;wäre es nicht analog).
: Nun wird aber nicht das gesamte Bild, also die 400.000
Pixel
auf einmal, wie bei einem
: Photo abgetastet und übertragen sondern immer nur jede zweite Zeile, also einmal die
: Zeilen 1,3,5,7.... und beim nächsten mal die Zeilen 2,4,6,8.... immer abwechselnd,
: 50 mal in der Sekunde.
:
: Soviel zu Nutzung der 400.000 Pixel. Bei der genannten D8, der TRV8000 haben die
: restlichen
Pixel
, die die Kamera "über den Durst" hat, zwei Funktionen: 1.
: Sie werden als "Verwackelschutz" (;steady shot) benutzt.
: 2. Sie werden für das digitale
Zoom
benutzt.
:
: Beim steady shot "schwimmt" das 400.000-Pixel Bild quasi in einem
: 800.000-Pixel Rahmen und kann auf diese Weise leichte Wackler ausgleichen. Beim
: digitalen
Zoom
wird das Bild auf die gesamte Pixelfläche geworfen und anschließend
: wieder interpoliert um so auf eine bessere Auflösung beim Zoomen zu kommen. Es
: funktioniert aber immer eines von beidem. Sobald das digitale
Zoom
einsetzt, fällt
: der steady shot aus! Damit wäre also die Nutzung der 800.000
Pixel
auch geklärt. Und
: was ist mit den Fotos?
:
: Die Fotos sind generell, wenn sie vom Band gezogen werden, in der Auflösung von
: 720*576, also DV-Auflösung. Dabei sollte man darauf achten, daß man sie auch im
: Foto-Modus aufzeichnet, sonst hat man nämlich die beiden Halbbilder auf dem Foto,
: was bewegte Objekte an den Rändern wie ein Kamm "ausgefranst" erscheinen
: läßt. Im Foto-Modus werden alle 400.000
Pixel
auf einmal "belichtet" (;man
: sagt dazu auch progressive scan) was diesen Kamm-Effekt verhindert.
:
: Eine teure Kameras, wie z.B. die TRV30 haben ein 1,5MB
CCD
und die Möglichkeit, auf
: einen Memory-Stick auch Bilder mit dieser Auflösung aufzuzeichnen. Man bekommt dann
: Bilder von 1360*1020, die allerdings nicht aufs Band gespeichert werden können. Mann
: kann entweder den Memory-Stick herausnehmen und über eine Lesegerät auslesen oder
: die Bilder mit USB direkt aus dem Camcorder in den Computer übertragen.
:
: Aber Vorsicht: Diese höhere Auflösung muß explizit ausgewiesen sein. Die meisten
: Camcorder mit Memory-Stick haben auf dem Stick nur eine Auflösung von 640x480, also
: noch schlechter als auf dem Band!! Da dient der Memory-Stick nur als Augenwischerei
: und Verkaufsargument gegenüber dem Konsumenten, der keine Ahnung hat.
:
: Viele Grüße
: Peter