| Test : FAST-Dazzle Hollywood DV-Bridge von rudi Sa, 11.August 2001
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Nackte Firewire-Karten bekommt man momentan bereits für unter 100,- DM und dank direkter Unterstützung von MacOS und Windows erhält man mit derartigen Lösungen auch schnell ein funktionsfähiges SoftDV-Schnittsystem. Wer jedoch noch gelegentlich analoges Material bearbeiten will oder während des Schnitts nicht dauernd seinen Camcoder als analogen Preview-Wandler mißbrauchen möchte, sollte einmal einen Blick auf die Hollywood DV-Bridge werfen.
Bereits im Oktober 98 brachte SONY erstmals in Amerika ein ähnliches Gerät für 300,- US$ auf den amerikanischen Markt. Jedoch verkniff sich der japanische Konzern diesen Wandler auch auf dem europäischen Markt feilzubieten, weil hierzulande die Camcoder zu dieser Zeit ohne analoge oder digitale Inputs ausgeliefert wurden. Wer analoges PAL-Material in Deutschland nach DV wandeln wollte, mußte daher zu teuren Stand-Alone DV-Recordern greifen, die seinerzeit mindestens 6.000,- DM kosteten (und lange Zeit nur von SONY verfügbar waren). Diesen Markt wollte sich der Firmenriese natürlich nicht selbst kaputt machen. Zwischenzeitlich kündigten immer wieder diverse Hersteller ähnliche Wandler an, jedoch kamen erst vor einem halben Jahr einigermaßen erschwingliche Modelle ab ca. 1500,- DM in den Handel. Für diesen Preis bekam man jedoch mittlerweile auch schon die günstigsten Digital8-Camcoder, die ebenfalls über digitale und analoge Eingänge verfügten und somit zusätzliche Geräte in dieser Preislage überflüssig machten. Unter diesem Gesichtspunkt scheint die Hollywood DV-Bridge von FAST-Dazzle etwas spät auf den Markt zu kommen. Immerhin bekommt man gegen einen Aufpreis von 600,- DM gleich einen kompletten D8-Camcoder deren analoge Inputs freigeschaltet werden können. Die DV-Bridge dürfte daher momentan hauptsächlich für zwei typische Anwendergruppen interessant sein:
User, die bereits einen Camcoder ohne analoge Input-Möglichkeiten und nur eine Soft-DV-Schnittkarte besitzen, können mit dieser Box Analog-Aufnahmen problemlos nach DV kovertieren. Auch kleine Studios, die nur noch gelegentlich analoges Material zum Schnitt heranziehen, können hiermit schnell und günstig analoges Equippment in ihr bestehendes DV-Studio integrieren. (Semi-)professionelle Anwender, die auf eine externe Preview-Möglichkeit via Firewire nicht verzichten wollen. Diese Benutzer benötigen nun keinen separaten Camcoder mit DV-In mehr, um mit einer reinen Soft-DV Lösung eine separate Monitor-Vorschau zu erzeugen.
Um die DV-Bridge in der PC-Welt noch etwas aufzuwerten, legt FAST-Dazzle auch noch zwei semiprofessionelle Videoschnittprogramme bei: Sowohl der MainActor als auch VideoWave 4 SE befinden sich im Lieferumfang.
Nach diesen Markt-Betrachtungen stellt sich natürlich die Frage, wie gut die Hollywood-Bridge funktioniert. Die kurze Antwort dieses Testberichts lautet „Sie funktioniert wirklich problemlos“. Einfach die Box an eine Firewire-Buchse hängen, und das Signal kommt analog raus. Oder analoges Signal in die Box speisen, welches dann am Firewireausgang zur Verfügung steht. Für die Bildsignale stehen hierfür sowohl FBAS- als auch Hosiden-Anschlüsse zur Verfügung, für die Audio-Verbindungen hält die DV-Bridge Chinch-Buchsen bereit.
Die letzten drei Sätze des vorangegangenen Absatzes, die eigentlich die volle Funktionalität des Geräts beschreiben wälzt FAST-Dazzle im mitgelieferten Handbuch übrigens über 26 (!!) Seiten aus. Das Ganze füllt denn auch in drei Sprachen das komplette Werk. Im Gegensatz dazu wird leider kein Wort über die mitgelieferte Software verloren. Die Druckkosten für so ein Handbuch hätte sich FAST-Dazzle auch sparen können.
Die Qualität der Wandlung ist subjektiv sehr gut, auf unserem Kontrollmonitor konnten wir keinen Unterschied zwischen einem DV-Orginal und der ersten analogen Generation ausmachen.
Fazit:
Trotz eines Preises von ca. 900,- DM ist die DV-Bridge aufgrund der sehr guten Wandler-Eigenschaften auf jeden Fall zu empfehlen. Wer sich also zu den oben genannten Anwenderfeldern zählt, kann bei diesem Produkt bedenkenlos zugreifen.
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