| Editorials : Warum RED die Preise senken muss von rudi Mo, 29.Oktober 2012

Am Wochenende ließ Jim Jannard im RED-Forum die Meldung verkünden, dass seine Firma mittlerweile genug RED-Kameras gebaut und verkauft habe, was die anfangs hohen Entwicklungskosten wieder eingespielt habe. Dazu würden auch andere economies of scale greifen, was in Summe dazu führe, dass man die EPIC (und nebulös formuliert eventuell auch die SCARLET) in Zukunft deutlich billiger anbieten könne. Wer gerade eine Kamera gekauft hat, bekomme dafür etwas Zubehör günstiger. Wer schon länger eine hat, solle sich nicht aufregen, schließlich sei das der technische Lauf der Dinge dass alles immer günstiger werde. Letztendlich seien RED-Kameras Investitionen, die bei regelmäßigem Einsatz auch beim Geld verdienen helfen. So weit, so typisch Jannard. Angriff ist die beste Verteidigung. Für viele Außenstehende wirkt diese Ankündigung dagegen eher wie eine zwingend notwendige Reaktion auf die gravierend veränderten Strukturen der Wettbewerber und des Marktes.
Wohl nicht ganz zufällig will RED erst am 31. Oktober bekannt geben, um wie viel der Preis von welchem Kamera-Modell sinken wird. Also einen Tag nach Sonys Ankündigung der ominösen NewF. Da fühlt man sich doch an Jims PR-Stunt erinnert, just zur Vorstellung der Canon C300 die eigene Scarlet-X anzukündigen, um Canon den Pressewind etwas aus den Segeln zu nehmen. Und nun sieht es so aus, als wolle der gute Jim Sony hier ebenfalls in die Suppe spucken. Und das bedeutet wohl wiederum, dass Sonys NewF viel mit dem RED-Markt zu tun haben dürfte. Es liegt für uns daher auf der Hand, dass egal was Sony ankündigen wird, RED wird versuchen über den Preis dagegen zu halten. Richtig amüsant fänden wir daher das Szenario, dass Sony überhaupt keine Preise am 30. Oktober nennt, aber das wird wohl nicht passieren.
Das ganze führt uns jedoch zu Spekulationen, was nach dem 31.Oktober passieren wird. RED wird also die Preise senken und Sony wird wahrscheinlich in den RED-Markt einfallen. Dies dürfte in erster Linie die EPIC treffen, die noch mit 34.-38.000 Dollar in den Preislisten steht.
Doch diese Kamera stand schon länger unter Druck: Für viele Anwender war die SCARLET gut genug, weshalb deren Erscheinen die EPIC im Preis deutlich unattraktiver gemacht hat. Dazu kam die Attacke von Canon mit der C500, die ebenfalls EPIC-Kundschaft anspricht und mit 25.000 US-Dollar (wenn auch ohne Recorder) darunter liegt. Die bisher gehandelten Sony-Gerüchte sprechen dazu ebenfalls von einem Gerät in der Preisklasse der Canon C500.
RED muss also hier preislich auf jeden Fall mitziehen, um mit der EPIC weiter im Spiel zu bleiben. Oder eigentlich sogar unterbieten, denn der Markt für solche Kameras ist (an Stückzahlen gemessen) nicht sonderlich groß. Es geht hierbei viel mehr um die Systeme als ganzes. Und RED besitzt eine gute Infrastruktur, was z.B. die Unterstützung durch Schnittsysteme angeht. Selbst FinalCutProX für 240 Euro unterstützt mittlerweile nativen RED-Schnitt obwohl es keine RED-Kamera unter 10.000 Dollar zu kaufen gibt. Massenmarkt sieht anders aus und RED hat hier solide Arbeit geleistet, die Sony und Canon erstmal einholen müssen. Also dürfte die beste Strategie für RED sein, die Kameras nahe am Herstellungspreis zu verkaufen und damit seinen Marktanteil zu festigen, bzw. zu steigern. Verdient wird dann eben eher durch proprietäres Zubehör.
Doch um hier weiterhin gute Gewinne zu machen, müssen zwangsläufig höhere Stückzahlen her. Und das dürfte wiederum bedeuten, dass auch SCARLETS günstiger werden. So ein Schritt könnte sogar bedeuten, potentielle Blackmagic-Käufer anzusprechen. Warum zur Kopie greifen, wenn das bereits erhältliche 4K-Original mit Super35mm-Sensorgröße plötzlich ebenfalls in finanzieller Reichweite ist?
Die alternative RAW-Schnitt-Infrastruktur von Blackmagic mit dem CinemaDNG-Workflow könnte nämlich ebenfalls eine große Gefahr für RED werden. Sollte es Blackmagic hier gelingen, die großen Schnittsysteme für sich zu gewinnen, dürfte RED dies ebenfalls unangenehm zu spüren bekommen. Warum also nicht gleich auch den kommenden, potentiellen Mitbewerber an den Startlöchern ärgern.
Wir glauben daher, dass wir in 2013 bei weitem nicht so viele spektakuläre Kamera-Neuerscheinungen sehen werden, wie dieses Jahr. Sondern vielmehr einen drastischen Preiskampf um Marktanteile im gehobenen Markt der bestehenden RAW-Kameras. Und den Startschuss wird Jim in zwei Tagen abfeuern. Je nachdem wie drastisch dieser ausfällt wird er entsprechende Reaktionen hervorrufen, denn der Markt ist unserer Meinung nach momentan nicht groß genug für Sony, Canon, RED und Blackmagic. Vielleicht gräbt ja Jim ja am 31. Oktober sogar seine alte Marketing-Idee aus, und haut uns alle um: SCARLET-X: 4K für 4K. DAS wäre die Revolution jedoch wird die Realität wohl etwas gemütlicher ausfallen...
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 | Valentino 18:18 02.11. | | iasi hat folgendes geschrieben: Thunderblade hat folgendes geschrieben: Zitat: Wie wird Arri reagieren?
Gar nicht, di...weiterlesen |  | domain 11:00 02.11. | | Gysenberg hat folgendes geschrieben:
Muss nur noch das Kino gebaut werden, das den ganzen Krempel spielt (und 4K projizieren kann). D...weiterlesen |  | iasi 10:07 02.11. | | Thunderblade hat folgendes geschrieben: Zitat: Wie wird Arri reagieren?
Gar nicht, die haben es überhaupt nicht nötig bei die...weiterlesen |  | iasi 10:04 02.11. | | Thunderblade hat folgendes geschrieben:
Die EPIC ist nun auch wirklich keine Kamera für Dokumentaraufnahmen bzw. One-Man Show. Du pas...weiterlesen |  | [ Alle Kommentare lesen]
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