Vorab unser Testdreh mit Caro, bei dem wir uns das neue 8K 25p S-Log 3 Recording, Vollformat 4K 100p, die neue Videostabilisierung, Hauttöne aber auch das Foto-Crop Potential des 66.8 MP Sensors der neuen Sony A7RVI anschauen (hier unser Sensor-Test der Sony A7R VI Dynamik, Debayering und Rolling Shutter) :
Technische Daten und Ausstattung
„R“ steht bei Sony bekanntlich für Resolution (Auflösung) und mit ihrem neuen 66.8 MP Sensor stellt die neue Sony A7R VI hier recht eindrucksvoll ihre Referenzstellung beim Thema Vollformatauflösung unter Beweis. Das Vorgängermodell A7R V galt bislang als Maß der Dinge bei der Auflösung von DSLMs – und die SonyA7R VI leg hier nochmal zu.
Spektakulär wird der neue 66.8 MP Exmor RS Sensor allerdings erst durch das Kürzel „RS“, wobei das „R“ für „rear-illuminated“ (back-illuminated) und das „S“ für Stacked (!) steht.

Damit verfügt die Sony A7RVI als weltweit erste Kamera über einen schnellen Stacked Sensor mit einer Auflösung von 66.8 MP - was ziemlich beeindruckend ist.
Dank des Stacked Sensor Designs rückt die neue A7R VI sehr nahe an die Sony A1 II heran. Die Frage, die sich uns hier stellt, lautet: Welche Vorteile bleiben da noch der Sony A1 II, die zudem auch noch mal deutlich höher preislich liegt?
Tatsächlich gibt es nach wie vor einige Unterschiede zwischen der Sony A7R VI und der Sony A1 II – auch auf der Sensorebene ( s. eigenes Kapitel hierzu weiter unten).
Doch zunächst zurück zur Sony A7R VI. Das Geschwindigkeitsniveau dieser hochauflösenden Stacked Sensor Kamera ist ziemlich spektakulär. Sony vereint bei der A7R VI damit erstmalig hohe Geschwindigkeit und enorme Auflösung – wie wir hier auch schon spekuliert haben und leitet damit einen echten Paradigmenwechsel unterhalb seines A1 II Flaggschiffs ein.

Zahlen sprechen in diesem Zusammenhang eine recht eindeutige Sprache: Die Sony A7R VI stellt derzeit die einzige Vollformat-Kamera dar, die im Fotoserienbildbetrieb 30 B/s in 14 Bit RAW bei einer Auflösung von 66.8 MP inkl. zweifacher AF/AE Berechnung wegschreiben kann. Dass sie jetzt auch (im Gegensatz zum Vorgänger) eine Precapture-Funktion bietet, rückt sie nochmals näher an das Top Kamera-Segment heran und dürfte vor allem für Wildlife und Sport Anwender eine sehr willkommene Funktion sein.
Die Sony A7R VI stellt nach der Sony A7V die zweite Kamera im Sony Lineup dar, die den neuen BIONZ XR2 Prozessor nutzt.

Dieser zeichnet sich durch hohe Energieeffizienz aus und integriert die zuvor außerhalb des Prozessors befindliche KI-Engine in den Prozessor. Der neue BIONZ XR2 Prozessor war in unseren Augen das ausschlaggebende Moment für die beeindruckende Energieeffizienz der Sony A7V – s. hierzu auch unseren SonyA7V Praxistest. Bei der Sony A7R VI kommt neben dem neuen BIONZ XR 2 allerdings noch eine weitere wichtige Neuerung beim Thema Energieverbrauch hinzu:
Nach neun Jahren gönnt Sony seinem NP-FZ100 Akku ein Update, das erstmalig bei der Sony A7R VI zum Einsatz kommt: Der neue Sony Akku hört auf die Bezeichnung NP-SA100 und steigert die Kapazität um ca 17% von 2.280 mAh beim NP-FZ100 auf 2.670 mAH beim neuen NP-SA100. Der neue Akku kommt darüber hinaus auch mit einigen neuen Funktionen (mehr hierzu im eigenen Akku-Kapitel weiter unten).

Wir habe die SonyA7R VI mit dem neuen Akku natürlich auch im slashCam Nonstop-Recording-Test laufen lassen – mit absolut beeindruckendem Ergebnis (s.u.). Wichtig an dieser Stelle ist noch zu erwähnen, dass die neuen Akkus weder in ältere Sony Kameras noch die alten NP-FZ 100 Akkus in der A7R VI laufen können. Wer sich für die A7R VI entscheidet, muss also auch in neue Akkus investieren … eine verschmerzbare Investition in unseren Augen angesichts der beeindruckenden, neuen Energie-Leistung.
Auch beim Thema Video und Audio hat die Sony A7R VI im Vergleich zum Vorgänger deutlich zugelegt: So bietet die A7R VI jetzt im Fullframe-Modus neben den bekannten Formaten des Vorgängers auch 8K 30p von 8.2K downgesampelt, 4K 60p von 5K downgesampelt sowie 4K 120p ebenfalls von 5K downgesampelt. Im Super 35 Modus sind 4K 60p von 6.3K downgesamelt sowie 4K 120p von 4.6K downgesampelt hinzugekommen.
Für die Aufzeichnung sind wie schon beim Vorgänger duale, doppelt nutzbare Cardslots vorhanden. Das bedeutet, dass jeder Cardslot mit unterschiedlichen Karten – entweder CFexpress Typ A oder SD-Karten betrieben werden kann.

Wir haben unsere Aufnahmen mit einer V90 SD Karte von Kioxia sowie mit einer V90 von SanDisk angefertigt und hatten auch bei der 8K 10 Bit 4:2:2 Aufnahme (500 Mbit/s) keine Probleme mit Kartenaussetzern.
Lediglich wer im S&Q Modus mit iFrame (XAVC S-I 4K) aufnehmen möchte, benötigt eine CFexpress Typ A Karte. Vermutlich kommt man vielfach auch mit V60 SD-Karten hier aus. Vergleicht man die aktuellen Preise zwischen CFexpress TypA und V90 SDXC hat vielfach die Cfexpress Karte die Nase vorn. Hier gilt es dann zu entscheiden, was besser zu den eigenen Workflows passt … schön zu sehen, dass es von Seiten von Sony kaum Einschränkungen bei der Wahl zwischen SD und CFexpress zu geben scheint.
Als Videoformate stehen bei der Sony A7R VI die bewährten Sony 10 Bit-Formate von HD bis jetzt auch 8K sowie unterschiedliche Codecs H.265, H.264 und i-Frame zur Verfügung:

Für Logaufnahmen stellt die Sony A7RVI im (Flexbile ISO) Log-Modus entweder S-Gamut 3.Cine/S-Log3 oder S-Gamut3/S-Log3 zur Verfügung. Bei deaktiviertem Flexible ISO Log lassen sich wie gewohnt über die Fotoprofile diverse Gammas und Farbmodi auswählen. Und hier u.a. auch S-Log3 mit S-Gamut 3.Cine/S-Log3 oder S-Gamut3/S-Log3, aber auch S-Cinetone, 709, HLG etc …
Darüber hinaus scheint auch eine RAW-Ausgabe inkl. 50p via HDMI implementiert worden zu sein.

Wir haben am aktuellen Atomos Ninja TX bei einem kurzen ersten Test ein RAW Signal bestätigt bekommen, allerdings noch nicht auf den Monitorrecorder sehen oder aufzeichnen können – hier dürfte demnächst ein entsprechendes Firmware-Update externes RAW Recording mit der Sony A7R VI ermöglichen.

Auch bei der Tonaufnahme hat sich bei der A7R VI viel getan: Sie stellt unseres Wissens nach die erste Sony Kamera dar, die in der Lage ist, 32 Bit Float Audio mit bis zu 4 Kanälen aufzunehmen. Für die 32 Bit Audio Aufnahme wird es einen neuen Sony XLR-Adapter (A4) mit flacherem Design geben. Der neue A4 XLR Adapter nimmt digitales Audio mit bis zu 96 kHz, 32 Bit Float mit 4 Kanälen auf. (Die A7 V soll ab Mai über ein Software-Update ebenfalls 32 Bit Float Unterstützung erhalten).
Zu den weiteren Ausstattungsmerkmalen der neuen Sony A7R VI zählen die von uns schon bei der A7V sehr geschätzten dualen USB-C Ports – einmal als USB 3.2 Gen2 mit 10Gbps für schnelle Filetransfers/Uploads und einmal als USB 2.0 mit 480Mbps für PD-Charging (oder Gimbal Steuerung, etc.).

Ziemlich cooles Detail hier beim schnellen USB-C Port1: Erstmalig hat Sony hier ein kleines Gewinde neben dem Port verbaut, so dass USB-C Locking-Cable mit integrierter Schraube für Zugentlastung und sichere Verbindung angebracht werden können.
Für Videoanwender interessant: Bei den Stabilisierungsoptionen der Sony A7R VI hat jetzt auch der neue Dynamic Active Stabilisierungsmodus Einzug gehalten gehalten, den wir schon bei der hier bei der Sony FX2 und hier bei der A7V getestet hatten. Wie sich das neue IBIS-System der A7R VI in der Videopraxis mit ihrem 66.8 MP Sensor verhält, klären wir weiter unten in einem eigenen Kapitel.
Auch der bislang schon recht hochwertige Sucher der Sony A7R V hat ein Upgrade bei der A7R VI erhalten.

Mit ca. 9,44 Mio Bildpunkten ist die Auflösung zwar auf gleich hohem Niveau geblieben, doch die Farbraumabdeckung wurde von sRGB auf DCI P3 angehoben, die Helligkeit um den Faktor 3 gesteigert und eine HDR-Anzeige-Funktion integriert. Im Serienbildbetrieb arbeitet der Sucher der A7R VI jetzt auch Blackout-free wie jener der A7V und der A1 II.
Darüber hinaus stehen jetzt auch LUT-Imports, die Auto-Framing Funktion (die wir u.a. schon in unserem A7V Testclip gezeigt haben und ein Update bei den unterstützten Frequenzbändern für WiFI – jetzt inkl. 6 GHz Unterstützung – zur Verfügung.
Für Sport und Wildlife-Fotografen dürfe die jetzt bei der Sony A7R VI verfügbare Pre-Capture Funktion recht wichtig sein – Pre Role, die Videovariante, gibt es bei der A7R VI nicht (ebenfalls nicht bei der A1 II).
Doch es gibt auch noch weitere Updates am Kamerabody selbst ...

















