Auf der diesjährigen Siggraph im August wird ein Tool gezeigt werden, mit dem sich Interview-Schnitt ein wenig automatisieren lassen soll: unsichtbare Schnitte sollen einfach hinzugefügt werden können, um Wortwiederholungen oder Versprecher zu entfernen. Dafür wird ein Transkript des exakten, aufgezeichneten Wortlauts mit dem Videomaterial verknüpft und die Videospur auf Bewegung hin analysiert. Das Tool -- bestehend aus Videofenster, Timeline und Lauftext -- markiert alle Stellen, die sich als Schnittpunkte besonders gut eigenen, da nur wenig im Bild passiert (keine Kopf- oder Handbewegungen zB.). Der Schnitt kann daraufhin im Textfenster erfolgen, indem Textpassagen, die herausgeschnitten werden sollen, einfach gelöscht werden. Das Tool nimmt die entsprechenden Änderungen im Video vor und fügt möglichst unsichtbare Übergänge durch neu entwickelte Interpolationsverfahren hinzu. Bei größeren Bildsprüngen werden mehrere Überbrückungsvarianten angeboten, etwa Jumpcuts oder Schwarzblenden. Auch künstliche Sprechpausen lassen sich einfügen, um den Rhythmus des Gesprochenen nachträglich zu verändern. Denklaute wie "Ähm.." soll das Tool selbständig erkennen und zum Entfernen anbieten.

Wie im Video unten zu sehen, scheint das Ganze stellenweise schon sehr gut zu funktionieren, vor allem wenn nur einzelne Cuts gemacht werden. Das ca. zu 5:10 beginnende, heftig manipulierte Beispiel allerdings wirkt bei genauerem Hinsehen etwas künstlich.
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Entwickelt wurde das noch namenlose Tool von Forschern der Universität Berkley / Californien und einem Adobe-Mitarbeiter, sodaß man sich wohl nicht wundern sollte, wenn diese Schnitthilfe in einem künftigen Funktionsumfang einer Creative Suite zu finden wäre. Bleibt zu sehen, wieviel sich noch alles an handwerklichen Schnittfertigkeiten automatisieren läßt -- vielleicht muß man die Arbeit gar nicht in Billiglohnländer auslagern, wie hier spekuliert wurde, sondern kann gleich die Software das Technische erledigen lassen...



















