Frage von kili:hallo,
im internet fand ich bisher keinen geeigneten vordruck (hat jemand einen?) für eine Drehgenehmigung.
Reicht sowas?
http://bit.ly/GFDjK7
Viele Grüße!
edit: noch paarmal überarbeitet
Antwort von Pianist:
Das unterschreibt Dir niemand, der bei klarem Verstand ist...
Matthias
Antwort von kili:
super, du genie, dass du das sofort erkennst und es nicht einmal nötig hast, dich herabzulassen und zu erklären, warum.
Antwort von Blackeagle123:
Hey,
ich würde unterscheiden zwischen Drehgenehmigung für einen Ort und Drehgenehmigung von einer Person (Kind, Schauspieler, Interviewpartner,...)
ORT:
Dafür reicht theoretisch auch eine Email aus. Man fragt eine Drehgenehmigung an und bekommt eine Antwort. Dreht man einen größeren Film, so kann man an die Stadt herantreten und von denen eine korrekte Drehgenehmigung erhalten. Jede größere Stadt hat da Presse-, bzw. Medienbeauftragte.
Du brauchst keine Drehgenehmigung, wenn Du auf öffentlichem Gelände drehst und dabei weder Verkehr noch Passanten behinderst, kein Stativ und Licht aufbaust. Mit einer Handkamera darfst Du also auf jedem öffentlichen Platz drehen ohne Drehgenehmigung!
Wenn Du Straßen sperren möchtest oder Personen behinderst, z.B. Licht aufbaust oder ein Kamerastativ, solltest Du das auf jeden Fall in der Drehgenehmigung schriftlich festhalten. Bekommst Du dann eine Bestätigung (Fax, Email, Brief), gilt alles als genehmigt. Um sicher zu gehen, trotzdem telefonisch abklären. Damit nicht die Stadt vorbei kommt und sagt: "Achso, das haben wir uns aber ganz anders vorgestellt mit den 5 Lampen, die sind ja viel größer,......"
PERSONEN:
Bei Kindern immer schwierig, die Eltern müssen zustimmen. Man kann aber ein Kind interviewen und danach die Eltern telefonisch um Genehmigung fragen, z.B. ob das Material gesendet werden darf. Arbeiten Kinder bei einem Film mit, müssen Arbeitszeiten beachtet werden und das Jugendamt/ die Schule müssen zusätzlich zu den Erziehungsberechtigten zustimmen. Eine aufwendige Sache!
Interviewpartner kann man ebenfalls mündlich fragen, einfach die Kamera dabei laufen lassen. Man geht sogar davon aus, dass die Person bei einem Interview vor der Kamera einverstanden ist, wenn er die Kamera sieht. Sieht er darüber hinaus noch ein deutliches Zeichen, wie "Pro7" oder "ZDF", gilt er sogar einverstanden damit, dass alles gesendet werden darf. Sonst wären Vox-Pops ja gar nicht möglich in der Stadt.
FAZIT:
Wir machen für das Fernsehen ganz viel mündlich (aufgezeichnet vor der Kamera) oder klären bei Kindern vor dem Schnitt alles mit den Eltern ab. Schriftlich wird in der Regel nichts festgehalten, außer die Drehgenehmigung für den Drehort, die man ggf. vor Ort vorzeigen muss, wenn die Polizei o.ä. nachfragen. Bei Film ist das noch mal etwas anderes. Da kommt meistens auch noch jemand von der Stadt vorbei... ;-)
Viele Grüße!
Antwort von kili:
hi, danke für die ausführliche antwort.
es geht vor allem um interviews... "OK" vor der kamera reicht ja nicht unbedingt, denn der interviewte kann dann immer noch sagen, man hätte ihn vor der aufnahme über sinn und zweck des drehs angelogen oder sowas...
Antwort von Pianist:
Was mir vor allem missfällt: Du versuchst mit Deinem Formular, mehrere Dinge in einen Topf zu werfen, die zunächst mal nichts mit einander zu tun haben. Vor allem die Tatsache, dass Du Dir das Recht einräumen lassen möchtest, die dabei entstandenen Aufnahmen auch für beliebige andere Zwecke zu verwenden, ist nicht praxisgerecht.
Schau Dir mal Drehgenehmigungen großer Unternehmen an, die täglich viele Drehgenehmigungen erteilen, da wirst Du feststellen, dass dort das Gegenteil von dem drinsteht, nämlich dass die Aufnahmen nur für den angegebenen Zweck verwendet werden dürfen.
Das Recht am eigenen Bild kannst Du zudem überhaupt nicht per Drehgenehmigung regeln, dafür sind einzelvertragliche Regelungen mit den abgebildeten Personen nötig.
Wenn Du solch ein Formular nutzen möchtest, lass Dich entweder juristisch beraten oder verzichte drauf. Wenn jemand von Dir was unterschrieben haben möchte, dann mache das, wenn es zur Erreichung des Ziels nötig ist, und halte Dich dann auch an die Absprachen, aber ich selbst würde von den Leuten so wenig Sachen wie möglich unterschreiben lassen, weil die dann oftmals erst richtig hellhörig werden.
Wobei wir da wieder bei einer ganz unjuristischen Perspektive sind: Ich meine ja immer noch, dass die Größe der Kamera eine wichtige Rolle spielt. Bei "kleiner Kamera" besteht mehr Erklärungsbedarf, weil die Leute nicht automatisch davon ausgehen können, dass Du das gewerblich nutzt. Bei einer "großen Kamera" kann man davon aber sehr wohl ausgehen und dann lässt sich auch leichter eine "konkludente Einwilligung" herleiten.
Matthias
Antwort von kili:
ah, geht doch :D
ja du hast sicher recht...
was ich mich frage: wie regeln das Drehteams, die für kontroverse Dokumentationen über Skandale in Unternehmen drehen... wenn das Unternehmen bei Ausstrahlung merkt, dass der Beitrag kritisch (aber natürlich nicht verleumderisch) ist, haben die vielleicht Lust, die Doku-Macher zu verklagen und suchen sich irgendeine Schwachstelle...
wie sichert man sich am besten ab?
Antwort von Alikali:
Absichern? Wogegen denn?
"
Wenn ich dich verklagen will, dann tu ich das.
Motto: Mein Anwalt ist besser als dein Anwalt und wir haben mehr Geld, also längeren Atem.
Einstweilige Verfügung. Vorwurf der Vortäuschung falscher Tatsachen.
Vorwurf der Irreführung, Verleumdung, usw. da gibt es vieles, was man als Unternehmen (mit genug Geld im Rücken) raus hauen kann, wenn die das Gefühl haben, du willst sie f...ken.
Ob es zu einem Urteil kommt? Egal.
Der Vergleich und der Weg dahin könnte dich schon ruinieren.
Lernt man aber eigentlich alles, wenn man Redakteur wird.
Auch das mit der Drehgenehmigung.
Antwort von Blackeagle123:
Hey,
wie wir das in der Praxis beim ZDF machen, hab ich die geschrieben. Jetzt kann es sich das ZDF auch leisten einen kritischen Beitrag zu machen. Aber das muss sich der Redakteur genauso gut überlegen, immerhin geht es um Connections. Ist halt immer ein Geben und Nehmen.
Viele Grüße, viel Erfolg!