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SAE-Diploma VFX & 3D-Animation



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Frage von freierwind:


Guten Abend,

ich spiele zur Zeit mit dem Gedanken, im September das VFX-Diploma an der SAE in Berlin zu beginnen.
Bisher macht das alles auf mich einen sehr sympathischen Eindruck.

Allerdings habe ich mich gerade das erste Mal auf unabhängigen Seiten die Meinungen über die SAE angesehen; und was ich bisher gesehen habe, war ja eher "verhalten".

Die Meinungen waren allerdings nicht über das VFX-Diploma und schon zehn Jahre alt.

Habt ihr aktuellere Erfahrungen mit der SAE, vielleicht auch speziell über diesen Kurs?

Und vor allem: Habt ihr Ideen, welche Alternativen es gäbe, genau diese Techniken zu lernen, um in der Industrie Fuß zu fassen?

Ich habe mir schon einiges selbst beigebracht; aber ich glaube, bei dieser Lern-Methodik fehlt mir die der Blick auf das Große Ganze, die Strukturen in der Branche, das Verständnis der gesamten Workflow-Prozesse. So eine Ausbildung würde mir eine wichtige Struktur geben, um in diesem Handwerk wirklich gut zu werden - stelle ich mir jedenfalls so vor.

Wie sind eure Erfahrungen mit solchen Ausbildungen und möglichen Alternativen?

Danke für eure Tipps und Ideen!



Antwort von uchris:

Ich kenne es aus der Sicht als Tontechniker. Dort hieß es lange Zeit, dass Leute, die selbst von der SAE kommen auch Leute von der SAE einstellen. Leute die nicht von der SAE kommen, stellen auch keine Leute von der SAE ein. Das mag inzwischen etwas lockerer gesehen werden. Im Endeffekt ist es aber in vielen Fällen so, dass nicht der Abschluss an der SAE am meisten zählt, sondern eher die Kontakte und Referenzen, die du durch deine Arbeit nebenher gemacht hast. Also es geht letztendlich ums eigene Engagement. Dies kannst du mit oder ohne SAE mache. Die SAE bietet aber einen für viele angenehmen Rahmen dafür.



Antwort von Peppermintpost:

Hey Freierwind,

also ob SAE gut oder schlecht ist kann ich nicht beurteilen. Ich habe aber selbst schon als Dozent an verschiedenen Ausbildungsstätten gearbeitet, ob privat oder Uni und ich kann dir aus Erfahrung sagen, wie viel du mitnimmst liegt in erster Linie an dir selbst. Das ist zwar mittelmäßig unbefriedigend, ist aber so.
Meine Erfahrung ist die das die Schulen weitestgehend versuchen dir einen allgemeinen Überblick zu geben und nicht so sehr im Detail abtauchen. Manchmal ist genau das super weil gerade kleinere Firmen oft einen Allrounder suchen der von allen Bereichen eine gewisse Ahnung hat, je größer die Firmen aber werden desto spezialisierter sind die Mitarbeiter in der Regel.
Wenn du also nach deiner Ausbildung tatsächlich auch in der Branche arbeiten möchtest dann ist es sichlich kein Nachteil vorher schon für dich herauszufinden in welche Richtung dein Hertz schlägt und dich selbst die ganze Zeit über genau mit dieser Disziplin intensiv auseinander zu setzen.
Wenn du alles irgendwie klasse findest dann ist die Schule vermutlich genau dein Ding weil du da meistens die Möglichkeit hast tatsächlich alles mal auszuprobieren und dann im Nachhinein deine Entscheidung treffen kannst.

Was deine Frage zu den Verfahrenstechniken angeht, da gibt es keinen einheitlichen, richtigen oder falschen Weg. Im Beruf wirst du feststellen das jede Firma ihren eigenen Weg geht und sich dieser teilweise sogar noch bei verschiedenen Projekten unterscheidet.
Auch hier bist du also selbst gefragt dir verschiedene Herangehensweisen anzusehen und für dich den Weg zu finden den du am meisten magst. Wenn du aber als Artist arbeiten willst ist das weitestgehend egal weil du ja in eine bestehende Infrastruktur eingebunden wirst und diese Entscheidungen garnicht treffen musst. Wenn du in die Richtung eines VFX Producers oder Supervisors willst, dann spielt das schon eher eine Rolle aber da wird man dir als Neuling sowieso nicht die kompl Verantwortung übergeben. Du wächst also auch da mit deiner Berufserfahrung.

Wie auch immer, Workflows sind im Grunde sehr einfach, denn sie richten sich in erster Linie am Personal aus. Wenn du für jede Disziplin eigene Spezialisten hast dann bestimmt das deinen Workflow hast du das nicht, dann spricht man sich unter den Departments einfach ab wer genau welchen task übernimmt, also z.B. kommt das 3D Tracking jetzt aus dem Comp oder aus der 3D. Machen die Comper jetzt das ganze Rotoscoping oder gibt es einen Praktikanten der gerade nichts zu tun hat. Wenn du ein eigenes Roto department hast, dann stellt sich die Frage nicht und das bestimmt entsprechend auch deinen Workflow.
Besteht dein 3D Department aus einer Person dann wird der modeln, animieren, texturieren, beleuchten und rendern. Hast du aber 10 Leute in der 3D werden sich die Tasks vermutlich aufteilen.

Je mehr Leute du hast desto kleingliedriger wird die ganze Angelegenheit. Ich hab in Firmen mit über 2000 Mitarbeitern gearbeitet, da kannste dir vorstellen das es für ALLES mindestens einen Spezi gegeben hat, ich arbeite aber auch für Firmen oder an Projekten wo ich der einzige VFX Typ bin, dann bin ich alles, vom Praktikanten bis zum Supervisor ;-)

Grundsätzlich finde ich das du bei großen Firmen mehr lernst weil die Herangehensweise in vielen Bereichen einfach deutlich professioneller ist. Ich hab gelesen du kommst aus Berlin, da wäre also RISE FX die aller erste Adresse für dich, was du bei denen in 4 Wochen lernst ist vermutlich wertvoller als deine Erfahrung bei SAE in einem Jahr. Versuch da eine Praktikanten Stelle zu bekommen, selbst wenn du kompl kostenlos da arbeitest wird es sich lohnen. (Nur meine Meinung)

Viel Spaß mit deiner Ausbildung








Antwort von freierwind:

Okay danke für eure Hilfe!

Dass es letztlich auf meine eigene Initiative ankommt, kenne ich schon, das ist ja in der gesamten Medienbranche so. Aber so eine Ausbildung kann auf jeden Fall einen entspannten rahmen schaffen, in dem ich mich dann optimal entfalten kann.

Ich habe gerade die Nachricht bekommen, dass die Finanzierung für die Ausbildung bewilligt wird; damit steht es nun fest, ich werde nochmal die Schulbank drücken :-)

Von RiseFX habe ich schon gehört; das wäre auf jeden Fall cool, da ein Praktikum zu bekommen. Da hilft es natürlich auch, dass ich in der Ausbildung ordentlich netzwerken kann.



Antwort von Gore:

Sorry, wenn ich dieses Thema wieder aufwärme. Aber wird man dem Themenstarter nach seinem SAE-Abschluss überhaupt einen Job als Neuling geben? Mir hat man nach meiner Ausbildung zum MGBT nicht einmal ein Praktikum gegeben. Zum Teil sagte man auch offen und ehrlich, dass man keinen künftigen Konkurrenten fördern wolle. Nicht, dass es dem Themenstarter nach der SAE genauso gehen wird...



Antwort von markusG:

Gore hat geschrieben:
Sorry, wenn ich dieses Thema wieder aufwärme. Aber wird man dem Themenstarter nach seinem SAE-Abschluss überhaupt einen Job als Neuling geben? Mir hat man nach meiner Ausbildung zum MGBT nicht einmal ein Praktikum gegeben.
Kann jetzt nur von mir reden, aber in meiner bisherigen Laufbahn wurde nicht wirklich in den Lebenslauf geschaut, sondern eher ins Reel und ob ich ins Team passe bzw. wurde so auch mit Kolleg*innen vorgegangen. Man sollte tunlichst während des Studiums fleißig sammeln für's Reel. Wenn man wegen den hohen Gebühren beim SAE (generell bei privaten "Unis") natürlich keine Zeit hat weil man diverse Nebenjobs machen muss die nichts mit dem Job zu tun haben...tja...




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