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Infoseite // Fokuswackler Sony A6400 im AF-C bei Video



Frage von bjoernb:


Hi zusammen,

ich habe seit heute etwas wirklich kurioses mit meiner Sony A6400, Objektiv Sigma DC DN 35mm 1.4. Ich habe schon einige Videos damit gedreht, war immer alles super, AF-C funktionierte prima im Zusammenspiel mit dem Sigma. Gesichtstracking etc. alles top. Kein Gepumpe, kein nix, einfach sehr flüssiges Scharfstellen wie man es sich wünscht.

Heute habe ich seit längerem mal wieder die Sony zu einem Interview mitgenommen. Also Kamera aufs Stativ, Gesichterkennung im AF-C, genug Licht, super Bedingungen. Jetzt schaue ich mir den Kram eben aufm Rechner an und sehe, dass irgendwie das ganze Bild immer alle paar Sekunden einen wenig zu wackeln scheint, wie so ein Scharfstellen-Pumpen obwohl der Protagonist die ganze Zeit scharfgestellt ist. Der ganze Hintergrund (feststehende Regalwände etc.) zittert und wackelt regelrecht weil man den Anschein hat, irgendwie versucht das Objektiv gleichzeitig auch auf den Hintergrund scharf zu stellen. Es ist aber genug Licht vorhanden und der Protagonist ist klar im Vordergrund und hebt sich sehr deutlich vom Hintergrund ab. Auch der Scharfstellrahmen für die Gesichtserkennung war die ganze Zeit auf dem Gesicht des Protagonisten. So, dass ich mir diesbezüglich keinerlei Gedanken machte, dass die Kamera versuchen würde bei Blende um die 4 rum irgendwie auch gleichzeitig den Hintergrund scharf zu stellen.

Irgendwie fühlte sich das alles in allem sehr kaputt an kann man fast sagen als ich das eben anschaute. Ich habe dann hier eben mal einen Test gemacht und eine Interviewsituation nachgestellt mit MF (manuellen Fokus). Dort wackelt der Hintergrund dann nicht mehr so arg. Obwohl ich immer noch n bisschen das Gefühl hatte/habe, irgendwas stimmt auch da nicht. Auf jeden Fall kein Vergleich dazu, als ich wieder AF-C mit Gesichtserkennung angestellt habe. Da war wieder im Hintergrund und drumrum, neben der PErson im Fokus, irgendwie alles am pumpen und wackeln.

Alles aber jedoch so, dass die scharfzustellende Person im Vordergrund nie unscharf wurde oder so was. Aber wenn man sich das anschaut, wird man fast Seekrank.

Hat so was jemand von euch schon mal gehabt? Liegt da tatsächlich eher ein Defekt vor? Ich habe auch mit den AF Geschwindigkeiten und Empfindlichkeiten etc. schon alles durchgespielt. Alles keine Besserung im AF-C.

Mies, vielleicht hat ja jemand von euch den rettenden Tipp oder auch: für die Tonne, Schrott.

Lg und vielen Dank

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Antwort von Tscheckoff:

Generell muss man aufpassen, dass man nicht "zu viel" erwartet von manchen Linsen + Kamera-Kombinationen (besonders im günstigeren Bereich). Auch wenn die Kamera Phasen-AF unterstützt, wird oft bei ganz leichten Bewegungen / Abweichungen im Fokus noch immer Kontrast-AF zum finalen Fokussieren verwendet (nennt sich dann Hybrid AF bzw. "High Speed Hybrid AF" - Bei Sony zumindest). D.h.: In Situationen, wo sich nicht viel bewegt im Bild bzw. im Hintergrund (statische Kamera), aber wo mit sehr geringer Schärfentiefe gearbeitet wird - Stichwort offenblendig bei F1.4 z.B., kann man dann teils das Re-Fokussieren besser sehen und es kann auch zu einem Fokus-Pumpen kommen (wie es so treffend bezeichnet wird). Die neuen Algortihmen (Ai AF Systeme) helfen da noch etwas - 100%tig perfekt ist es aber bei den meisten Setups nicht.

Nebenbei ein ganz wichtiger Punkt: Viele Linsen haben begrenzte Fokussier-Möglichkeiten (bez. der elektronischen Fokus-Regelung). Sehr gutes Beispiel ist das sehr beliebte Sony 18-105mm F4 für die Sony APS-C Bodies - Das hat (durch das höhere Alter / dadurch dass es schon länger auf dem Markt ist) weniger digitale Stufen im AF System. D.h.: Wenn man manuell fokussiert, "springt" somit der Fokuspunkt regelrecht von einem Punkt zum nächsten (sieht man recht leicht, wenn man bei Offenblende + statischer Kamera bzw. bei 105mm genau auf den Fokuspunkt achtet, oder in das 4K Bild auch noch rein zoomt in der Post). Das haben leider auch manche Dritthersteller-Linsen. Z.B. die alten Sigma 19, 30 und 60mm haben das auch. Es kann also sein, dass das 1.4er da auch nicht ganz perfekt ist.

Auch wichtig: Native Linsen von Sony selbst werden auch immer besser unterstützt was den AF im Video-Betrieb angeht. Gleicher Effekt beim 16-55mm F2.8 von Sony vs. dem 17-70mm F2.8 von Tamron. Die AF-Transitions am original Sony sind deutlich weicher und ruhiger als mit dem Tamron. Ist aber auch verständlich - Sony wird immer die eigenen Linsen so gut es geht optimieren. Was von Drittherstellern dann raus kommt, wird zwar unterstützt - Aber da wird dann keine Zeit investiert, die jeweiligen Optiken in den Firmwares der jeweiligen Systemkameras noch weiter zu optimieren.

Die ganzen Punkte helfen jetzt natürlich im ersten Moment nicht mit dem 30mm F1.4 DC DN (es ist das 30er oder? Nicht 35mm). ABER was man tun kann, ist einfach einen Fn Button auf AF toggle oder push AF umzustellen, um dann den AF bei einer Bewegung der Person kurz mal zu triggern. Während kleiner Bewegungen ist es dann egal wenn die Kamera im MF Modus läuft (das Bild und der Hintergrund bleiben dann statisch und wenn jemand kurz nach vorne wippt bewegt er / sie sich so oder so wieder zurück meistens). Aber bei Bedarf kann man kurz mal den AF wieder aktivieren (mit Gesichts-AF sollte die Cam auch recht schnell wieder den passenden AF Punkt finden - Alternativ das AF Feld ohne Gesichts AF auf den Oberkörper positionieren - Dann muss die Kamera nicht suchen). Ist nicht ganz optimal, aber man kann dann auch die Bluetooth Fernbedienung von Sony dafür verwenden (die hab ich auch für die 6600er) - Die RMT-B1BT. AF-On geht bei der 6600er zumindest leider nicht (wegen push AF). Aber C1 kann man dann eben auf AF toggle oder push AF ändern im Custom-Button Menü. Dann klappt das ganz gut. Ist auch super für Gimbal-Aufnahmen (kurz den push AF auf C1 gelegt, und schon kann man je nachdem ob gerade jemand oder etwas im Weg ist bez. dem Fokussieren den AF ein und ausschalten - Fertig. Alles ohne am Touchscreen "rumfummeln" zu müssen. Einzig das Tracking kann man nicht aktivieren per Fn Button - Leider).

LG

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Antwort von bjoernb:

Huhu,

danke für deinen ausführlichen Beitrag, ich weiß das wirklich zu schätzen. Das leuchtet mir auch soweit wirklich alles ein. Also relativ nah hinter dem Protagonisten standen Kisten etc. vielleicht fällt das refokussieren deswegen auch besonders mehr auf noch mal, als wenn jetzt quasi im Hintergrund weit und breit erst mal nix mehr gewesen wäre und eh alles dann sehr unscharf wäre.

Jetzt hat man so richtig aber das Gefühl, als würde sich der Hintergrund immer ein Stück weit minimal kurz nach vorne bewegen (wie so eine Art ranzoomen) und dann wieder minimal zurück (rauszoomen) und das eben im Sekundentakt.

Meinste das ist dann eher kein Defekt sondern tatsächlich dem Umstand der Gesichtserkennung geschuldet? Was ja eigentlich kacke ist wenn das so wäre, weil ab und an hält man ja auch mal vllt was in die Kamera oder will dem Betrachter was zeigen usw.

Uff.... Schwierig.

Danke dir. LG

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Antwort von klusterdegenerierung:

Hört sich alles ein bisschen wie Bildstabilisator auf Stativbetrieb eingeschaltet an, aber die 6400 hat ja keinen und das Sigma auch nicht, wenn ich mich recht erinnere.

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Antwort von bjoernb:

Huhu,

genau, als ich das recherchiert hatte ob jemand schon mal die Probleme auch hatte, tauchte das meistens immer in Verbindung mit Bildstabilisatoren auf. Aber genau, weder Kamera noch das Objektiv haben einen.

LG

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Antwort von Tscheckoff:

Aaah. Jetzt weiß ich was du meinst. Das ist vermutlich das Focus-Breathing der 30mm F1.4 DC DN Linse. Die scheint ganz schön viel davon zu haben. Siehe z.B.:

https://youtu.be/Lsf2j-D_sPA?t=189

Über der Box rechte obere Ecke sieht man z.B. je nach Fokussierung deutlich mehr oder weniger vom braunen Hintergrund. Der Punkt dabei: Je nachdem wo der Fokuspunkt sitzt, ändert sich der Bildausschnitt. Dadurch merkt man natürlich umso mehr, wenn der Fokuspunkt verändert wird (oder wenn die Kamera mal nach dem Fokuspunkt sucht). Es ist vermutlich eine Kombination aus nicht optimalem AF der Linse + dem Focus-Breathing der Linse + nicht immer perfektem AF durch die Kamera.

Wirklich lösen lässt sich das nicht 100%tig - Außer eben den AF auf MF stellen mit Toggle-AF bzw. Push-AF je nach Notwendigkeit (wie bereits erwähnt). Das kann man auch als one-man-band btw. machen, wenn man die Fernbedienung in der Hand hält. Wenn man merkt, dass die Person sich bewegt, dann kann man "still und heimlich" per Fernbedienung den AF kurz triggern. Ohne Vorschaubild für einen selbst würde ich das aber eher nicht riskieren (ein externen Vorschaumonitor im Blickfeld ist dann Pflicht ^^). Alternativ ein Objektiv ohne Fokus-Breathing suchen (dann ist zumindest der Punkt mal behoben). Das Viltrox 33mm F1.4 ist da vielleicht ne sinnvolle Alternative zum Sigma 30mm F1.4 diesbezüglich:

https://youtu.be/UrDIKc-tqhM?t=168

Alternativ das Sony 16-55mm F2.8 ansehen. Das hat zwar "nur" F2.8 offenblendig. Man ist damit aber auch flexibler von den Brennweiten her und man hat garantiert den bestmöglichen AF. Hatte ich selbst auch hier (vor kurzem dann aber an nen Bekannten abgegeben, da ich eher das 18-105mm verwendet habe in letzter Zeit - War zu schade zum rumliegen lassen). Das 16-55mm F2.8 kommt übrigens mit viel feineren AF Stufen. D.h.: Man hat auch keine "gestuften" Fokus-Transitions wenn man mal den manuellen Fokus verwendet (ist eben auch noch recht neu am Markt - Das 18-105mm ist ja wie bereits erwähnt ja schon uralt).

Btw.: Bezüglich dem Focus-Breathing Problem bei vielen Linsen hat Sony bei der neuen A7 IV ja die "Focus Breathing Compensation" raus gebracht. Da werden solche Zoom-Effekte durch die Objektive dann durch einen Crop / Zuschnitt des Bildausschnitts automatisch ausgeglichen. Funktioniert aber wieder nur bei den nativen / originalen Sony-Linsen (wie ebenfalls bereits erwähnt - In die eigenen Linsen stecken sie dann gerne mehr Zeit und Ressourcen bez. der Firmware-Entwicklung für solche Korrekturen und Verbesserungen ^^). LG

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Antwort von bjoernb:

Huhu,

ja genau, Focus Breathing, das wird es sein. Aber das ist mir ansonsten noch nie so aufgefallen. So was kommt doch nicht plötzlich oder? Vielleicht habe ich aber auch noch nie so krass drauf geachtet, weil ich bisher meistens eher so Run n Gun Shoots gemacht habe und nie so auf Stativ etc. Leute beim quatschen abgefilmt und so. Aber das ist echt sehr ausgeprägt. Wenn man sich darauf konzentriert dann kickt das rein in den Schädel wie Wurzelbehandlung. Richtig schlimm.

Was kann man denn mit solchen Aufnahmen noch machen? Bin jetzt mal mit dem Verkrüummungsstabilisierer (arbeite im Premiere Pro) ran gegangen und es wird dadurch schon aushaltbar, jedoch irgendwie das BIld ein wenig matschig.

Lg und Danke schon mal für die Zeit von euch.

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Antwort von Tscheckoff:

Es fällt eben eher auf, wenn man statisch die Kamera verwendet. Sobald sich das ganze Bild bewegt (bei Aufnahmen aus der Hand) ist es eher schwer bis gar nicht zu erkennen (es bewegt sich ja alles im Bild - Da hat man keine Referenzpunkte um das zu sehen). Bei statischen Aufnahmen sieht man es aber leider sehr stark (besonders wenn eben der AF etwas pumpt). Und wenn man es einmal bemerkt hat bei ner Aufnahme, dann schaut man (leider) immer drauf bzw. es fällt dann umso mehr auf. Die Aufnahmen kann man natürlich mit dem Warp- bzw. Verkrümmungs-Stabilisierer nachkorrigieren ja (oder händisch per Key-Frames und zoom wenn das besser funktioniert). Aber wenn durch längere Verschlusszeiten das Bild dann etwas verzerrt wurde (das Objektiv hat ja doch optisch den Bildausschnitt gewechselt in sehr kurzer Zeit beim nachfokussieren = das Bild ist etwas verschwommen an diesen Stellen), dann kann man da nicht viel dran ändern. Vielleicht öfter nen Schnitt zu nem Zeitpunkt setzen, wo das Problem auftrat (wenn es irgendwie möglich ist). Bzw. auf nen zweiten Blickwinkel bzw. auf b-roll wechseln ab und zu (falls vorhanden / oder eben rein croppen ein wenig). So kann man natürlich auch Problemchen verstecken. Oder den Hintergrund maskieren / statisch lassen für die paar Frames (wo man das Fokus-Breathing am ehesten sieht durch das Zoomen des Bildes) - Solange der Hintergrund statisch bleibt während dieser Zeit. Perfekt wird es aber wohl nie werden ...

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Antwort von klusterdegenerierung:

Wenn es Focus Breathing ist, hat es ein Lungenödem, dann mußt Du es zu Dr. Heilmann in die Sachsen Klinik bringen. :-))

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Antwort von bjoernb:

Ich war mit der Cam noch nicht aufm Everest. ;-)

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Antwort von klusterdegenerierung:

Dann wird es eine Bronchitis sein, da reicht Dr. Brentano.

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