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"Social-Media-Look"



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Frage von Pianist:


Schönen guten Tag an alle Mitlesenden!

Bisher habe ich es eigentlich immer als schön empfunden, meine Bilder recht warm zu gestalten. Also den WeißabgleichWeißabgleich im Glossar erklärt lieber etwas höher zu bringen, und auch bei der Nachbearbeitung die Mitteltöne noch mal ein wenig ins Warme zu verschieben. Nun gibt es da aber eine Verantwortliche bei einem meiner Auftraggeber, die dort für Social Media zuständig ist, und die mehrfach moniert hat, dass ihr meine Bilder zu warm sind. Sie möchte sie etwas kühler und etwas blasser haben, dafür aber heller. Sie selbst geht sogar manchmal ein wenig in Richtung Überbelichtung, wenn sie Statements aufnimmt. Das nennt sie dann "Social-Media-Look".

Wie könnte man denn nun sowas systematisch berücksichtigen? Ich möchte ja nicht, dass die Protagonisten ins Grün oder Magenta abrutschen. In meiner FS5 nutze ich das PP8 und habe dort die Gammakurve auf "Cine4" und die Farbe auf "Pro", weil das in den meisten Fällen für mich am besten passt. So muss ich anschließend nur noch etwas den Kontrast erhöhen. Mitteleuropäische Gesicher belichte ich auf 60 bis 65 Prozent.

Was also könnte man so ganz allgemein unter "Social-Media-Look" verstehen und wie erzeuge ich ihn? Am besten direkt aus der Kamera...

Matthias



Antwort von prime:

Social-Media-Look.. haha ;-)

Meine Interpretation:
- Möchte-gern Log / alles milchig und blass
- Wackelkamera
- Extrem viele unnötige Schnitte
- 9:16 ;-P



Antwort von Pianist:

Ja, am besten quadratisches Bild natürlich...

Bei einzelnen Statements kann man das ja machen, aber bei richtigen Beiträgen lehne ich das ab, weil es mich in der Bildgestaltung zu sehr einschränkt. Wenn zwei oder mehr Leute gemeinsam etwas tun, dann kommt da in der Regel eben kein quadratisches Bild heraus.

Hier ging es mir jetzt eher um die Farbe.

Matthias





Antwort von Cinemator:

Wackeln ganz wichtig. Hochformat. Verwaschen. Farbstichig in alle Richtungen. Wie mit Billig-Cell-Phone. Aber alles hochprofessionell. Viel Spaß dabei.

PS: ich würde mir vom Kunden Beispiele nennen lassen



Antwort von ruessel:

Was also könnte man so ganz allgemein unter "Social-Media-Look" verstehen

Ich verstehe was sie meint: viel weniger Bilddynamik. Gehe auf REC709,, harter Kontrast und belichte um +1 BlendeBlende im Glossar erklärt mehr.



Antwort von Jörg:

Ich habe von einer Redakteurin den Satz gehört, egal was sie liefern, Hauptsache zu hell, wenig Kontrast und stark entsättigt...auf meine anschließende Frage, kam die Antwort: nein, der Himmel darf nicht giftgrün sein, lassen sie ihn in ein blasses braun laufen...



Antwort von domain:

Lass einfach mal eine Osmo Pocket unauffällig neben der ARRI in der Cine-D Einstellung und ohne Unterbelichtung nebenher laufen. Das kommt dem derzeitigen Modegeschmack dann schon näher :-)



Antwort von Frank Glencairn:

"Saocial-Media Look" - da kommt mir schon der Morgenkaffee hoch.
Das haben wir jetzt davon, wenn man ne komplette Genration mit Instagramfiltern verblödet.



Antwort von Darth Schneider:

Hochkant Filme, tonnenweise Make-up, möchte gern sexy, haufenweise, gekaufte oder Gratis Luts (Hauptsache kein Auwand und nachher angeben mit "Color gegradet by...), sinnlose Kamerafahrten und schlechte, langweilige Hintergründe, Plappertanten, versteckte Werbung, Fehlinterpretationen, Fehlinformationen.....
Eigentlich fällt mir nicht viel positives zum Sozialen Medien Look ein, ausser ein paar wenige fleissige Ausnahmetalente, die ihr ja sicher auch alle schon kennt, auch die Looks von den entsprechenden Filmchen, hinter denen meistens eine professionelle (mehr oder weniger ) seriöse Produktionsfirma steckt.
Gruss Boris



Antwort von Pianist:


"Saocial-Media Look" - da kommt mir schon der Morgenkaffee hoch.
Das haben wir jetzt davon, wenn man ne komplette Genration mit Instagramfiltern verblödet.

Ja, so ist das leider. Allerdings bin ich durchaus bereit, in gewissen Grenzen den bildmäßigen Wünschen der Auftraggeber entgegen zu kommen, so lange da nicht ein vollkommen kaputtes Bild herauskommt. Letztendlich passiert doch folgendes: Wenn die Leute, die darüber entscheiden, ob ich Aufträge bekomme oder nicht, mit meinem Bild nicht zufrieden sind, dann suchen sie sich einen anderen. Also ist es vielleicht nicht die schlechteste Idee, den Leuten ein wenig entgegen zu kommen. Zumal die Kameras ja genug Möglichkeiten bieten, was am Look zu machen.

An sich stelle ich meine Funzeln auch immer etwas wärmer ein als genau auf den gemessenen Wert. Das werde ich dann für diese Auftraggeberin eben nicht mehr machen, sondern wenn ich 4.800 K messe, dann stelle ich eben die Lampe auf 4.800 K ein und nicht mehr auf 4.000 K.

Matthias



Antwort von Darth Schneider:

Versuche für solche Kunden gleich ganz verschiedene Looks anzubieten....
Gruss Boris



Antwort von srone:

beim fotografieren hat man das früher highkey-look genannt.

lg

srone



Antwort von Jalue:

Es gibt keinen definierten "Social Media Look", lediglich ein paar leichtflüchtige Modetrends, die hier ja schon referiert wurden und von Entscheider zu Entscheider wechseln. Vor wenigen Jahren war 1mm Schärfentiefe der heiße Shyce, dann kamen bonbonfarbene Titeltafeln in ‚einfacher Sprache‘,
dann Liz Plank-Kopien mit Logorrhoe …

An deiner Stelle würde ich mir da keine Platte machen. Saug eines ihrer "tollsten Videos" aus dem Netz, zieh das Ding durchs Vectorscope und bastele dir ein entsprechendes Preset. Wahlweise sag Tschüss zu dem Kunden. Letzteres ist oft nicht die dümmste Entscheidung, denn wer Auftragsproduzenten mit derart halbgaren Weisheiten malträtiert, dürfte auch ansonsten ein solides Nervpotenzial besitzen.



Antwort von cantsin:

Ich würde mir von der Auftraggeberin ein paar Beispiele geben lassen (und wenn's nur 3-4 YouTube-Videos sind). Wir nennen sowas hier an unserer Hochschule "mood boards".

Ansonsten kannst Du nämlich nur raten, was sie im Kopf hat - Casey Neistat-ähnlichen Reality TV-Look (der aber ziemlich warm ist)? Einen knallig-pastelligen Highkey-Look wie er bei Mode- und Lifestyle-Vloggern verbreitet ist? Einen Webcam-/Gamer-Look à la PewDiePie?



Antwort von rdcl:

Wenn du es professionell machen willst, dann vereinbare einen Termin mit den Verantwortlichen. Dabei könnt ihr dann zusammen herausfinden, welchen Look sie gerne hätte. Du kannst dann ja noch erklären, dass du technisch saubere Bilder ablieferst, also nix überbelichtet oder zu kalt, für den Fall dass der Content nicht nur für Social Media in diesem Look benötigt wird. Die speziellen wünsche für Social Media berücksichtigst du dann in der Post. So hast du das technisch saubere Bild, und die Frau bekommt trotzdem ihren gewünschten Look. Direkt in der Kamera würde ich es nicht machen, eben falls eine andere Abteilung den Look nicht so toll findet. Dafür gibt's ja die Post.



Antwort von Frank Glencairn:


Es gibt keinen definierten "Social Media Look"...

Aber leider jede Menge unsichere Agentur-Tussen die das glauben, und deshalb lieber nachmachen wollen, was sie in ihrer Blase sehen, als einen eigenständigen Look zu kreieren. Um immer brav mit dem Strom zu schwimmen, braucht man halt keine Eier.



Antwort von Peppermintpost:

ich finde das zwar auch alles kompl balla-balla, aber neu ist die Idee ja nicht. Vor 25 Jahren wurde super gedehtes 35mm Material auch schon in der Post absichtlich kaputt gegradet. Damals hat es nur niemand Social-Media-Look genannt. Die Idee dahinter ist ja auch seit damals die gleiche, wenn es weniger professionel aussieht dann wird es angeblich autäntischer. Ein Stück weit stimmt das ja auch.

Wie auch immer, egal was man davon halten mag, ich würde dennoch so neutral und perfekt wie möglich drehen, weil dir das natürlich die Möglichkeit gibt in jede Richtung zu gehen. Der Farb-Look sollte dann in der Post entstehen weil du ihn da ja auch graduell verändern kannst. Drehst du überbelichtet dann ist es halt fest eingebacken, das würde ich vermeiden.



Antwort von Darth Schneider:

An Jalue
Wobei anzumerken ist das z.b. Im Modegeschäft eine gute Nase für kommende Modetrends schon mal schnell zig. Millionen € einbringen kann.
Also unterschätzen würde ich Modetrends nicht, auch nicht beim Film.
Gruss Boris



Antwort von freezer:

Wenn die Verantwortliche nur einen anderen Lookstil möchte, geht's ja noch.

Ich hatte schon Kunden mit der Aussage, für die Facebookversionen solle ich mir nicht so viel antun.
Ich habe dann rückgefragt, wie sie das genau meinen, bzw. wo genau ich dann keinen Aufwand reinfließen lassen soll:
Keine Ausleuchtung der Interviews? Nein, die sollen bitte schon gut aussehen.
Keine guter Ton bei der Aufnahme? Doch, ist ein Muss.
Kein Voiceover mehr und kein Konzept für die Story? Öh, nein - u.a. deswegen wollen sie uns ja.
Wenig Schnitt, bzw. keine Schnittbilder? Nein, bitte doch auch Interviews und Voiceover überschneiden mit passendem zusätzlich gedrehtem Material.
Keine FarbkorrekturFarbkorrektur im Glossar erklärt v.a. auch der Hauttöne? Nein, wir wollen doch dass die Leute natürlich aussehen, so wie bisher.
Keine Tonmischung bzw. Optimierung der Sprachverständlichkeit? Doch, soll so gut sein wie bisher.
Keine Musik? Nein, Musik soll schon rein.

Ok, hab ich gesagt und den Kunden dann gefragt, wo er jetzt das Potential zu weniger Aufwand sieht? Betretenes Schweigen...



Antwort von Jott:

Sehr schön! Genau so isses.



Antwort von Darth Schneider:

Wegen so ähnlichen Diskussionen und der ganzen "Preis nach unten drückerei" habe ich damals aufgehört das filmen beruflich zu machen. Hut ab vor jedem der heute das Durchhaltevermögen und die Nerven hat.
Gruss Boris



Antwort von rdcl:


Wegen so ähnlichen Diskussionen und der ganzen "Preis nach unten drückerei" habe ich damals aufgehört das filmen beruflich zu machen. Hut ab vor jedem der heute das Durchhaltevermögen und die Nerven hat.
Gruss Boris

Nein sagen, Preise erhöhen und Kunden aussortieren wirkt Wunder.



Antwort von Jott:

Korrekt!



Antwort von Auf Achse:


Wenn die Verantwortliche nur einen anderen Lookstil möchte, geht's ja noch.

Ich hatte schon Kunden mit der Aussage, für die Facebookversionen solle ich mir nicht so viel antun.
Ich habe dann rückgefragt, wie sie das genau meinen, bzw. wo genau ich dann keinen Aufwand reinfließen lassen soll:
Keine Ausleuchtung der Interviews? Nein, die sollen bitte schon gut aussehen.
Keine guter Ton bei der Aufnahme? Doch, ist ein Muss.
Kein Voiceover mehr und kein Konzept für die Story? Öh, nein - u.a. deswegen wollen sie uns ja.
Wenig Schnitt, bzw. keine Schnittbilder? Nein, bitte doch auch Interviews und Voiceover überschneiden mit passendem zusätzlich gedrehtem Material.
Keine FarbkorrekturFarbkorrektur im Glossar erklärt v.a. auch der Hauttöne? Nein, wir wollen doch dass die Leute natürlich aussehen, so wie bisher.
Keine Tonmischung bzw. Optimierung der Sprachverständlichkeit? Doch, soll so gut sein wie bisher.
Keine Musik? Nein, Musik soll schon rein.

Ok, hab ich gesagt und den Kunden dann gefragt, wo er jetzt das Potential zu weniger Aufwand sieht? Betretenes Schweigen...


... die einzig korrekte Antwort! Und zeigt dem Kunden auf sachliche Weise daß er eigentlich gar nicht weiß welchen Quatsch er grad von sich gegeben hat, well done!!

Auf Achse

Edit: Möchte noch hinzufügen: Die meisten Entscheidungsträger haben eigentlich keine Ahnung wenn sie so was sagen. Man kann es ihnen also gar nicht übel nehmen. War jedenfalls eine elegante Antwort von dir freezer ... ausdrucken und an die Wand hängen!



Antwort von handiro:

Ich finde den Vorschlag " mach es in der postproduction" am besten. Als Komponist muss ich mir auch Anweisungen wie " es muss blauer klingen" gefallen lassen ;-)



Antwort von Pianist:

Erst mal vielen Dank für die zahlreichen Gedanken. Da es sich bei den fraglichen Aufträgen um Teilmengen bei einem relativ wichtigen Auftraggeber handelt, bin ich natürlich daran interessiert, die Wünsche weitestmöglich umzusetzen. Ich habe jetzt mal das PP2 in der Gammakurve auf "Still" und in der Farbe auf "ITU709" gestellt und die Sättigung etwas runtergenommen. Damit probiere ich es mal. Ich vermute, dass helle Mitteltöne bei gleichzeitig knackigen Tiefen gewünscht sind.

Gibt es denn bei der FS5ii eine Möglichkeit, in S-Log zu drehen, und trotzdem einen richtigen WeißabgleichWeißabgleich im Glossar erklärt zu machen? Es scheint dort so wie bei der FS7 zu sein, dass man sich dann nur auf einen der drei festen Weißwerte festlegen kann, was natürlich den Nachbearbeitungsaufwand noch mal erhöht. Gerade diese Aufträge laufen unter sehr hohem Zeitdruck, so dass da eine halbe Stunde mehr Lieferzeit schon blöd sein kann.

Matthias




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