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Test : MSI Creator Z17 - MacBook Alternative für Windows Nutzer?

von Mo, 4.April 2022 | 5 Seiten (Artikel auf einer Seite)


Üppige Anschlussmöglichkeiten
Benchmarks in Resolve 8K
Blackmagic RAW Decoding
Fazit - (K)eine Frage des Preises



Das MSI Creator Z17 legt (wahrscheinlich nicht ganz ungewollt) mit seinem gefrästen Aluminiumgehäuse eine gewisse Ähnlichkeit zu einem MacBook an den Tag. Aufgeklappt werden jedoch schnell einige Unterschiede erkennbar. So ist das 17 Zoll QHD+ (2560x1600) Display nicht nur touchfähig, sondern kann sogar mit einem drucksensitiven Stift (MSI Pen, 4096 Druckpunkte) benutzt werden. Leider haben wir das Notebook zum Test nur ohne Stift geliefert bekommen.

MSI Creator Z17



Das Display ist glänzend, sehr hell und sehr farbtreu. Es unterstützt 100 Prozent des DCI-P3-Farbraums mit einem Delta-E-Wert kleiner zwei. Jedes Gerät soll vor der Auslieferung von MSI werkseitig auf Farbgenauigkeit kalibriert und Calman-geprüft werden. Die 165-Hz-Bildwiederholrate des MSI Creator Z17-Bildschirms sorgt dafür, dass schnell bewegte Objekte (u.a. der Mauszeiger) seidenweich über den Bildschirm gleiten. Von vielen Smartphones kennt man diese "Weichheit" ja bereits, jedoch müssen wir uns unter Windows erst einmal daran gewöhnen, dass der Desktop plötzlich derart "flutschig" ist. Definitiv ein Luxusproblem.

Die Tastatur gefällt uns subjektiv sehr gut und bietet einen ähnlichen Hub wie die aktuellen MacBook M1 Pro/Max Modelle. Grundsätzlich bevorzugen wir beim Schreiben eigentlich etwas mehr "Tiefe", jedoch lässt sich dieser Wunsch in modernen, flachen Gehäusen mit der Elektronik unter der Tastatur kaum realisieren.

Der Ziffernblock und die Pfeiltasten fallen kleiner als die übrigen Tasten aus, wobei neben der Tastatur noch einiges an Platz gelassen wurde. Das große Trackpad ist sehr "feinfühlig", jedoch wurden die Maustasten nicht mechanisch getrennt sondern unter die Pad-Oberfläche eingearbeitet. Immerhin geben sie beim Drücken ein deutlich fühlbares Klicken von sich, was wir als reales haptisches Feedback sehr schätzen.

MSI Creator Z17





Üppige Anschlussmöglichkeiten



Auf der linken Seite befinden sich neben dem proprietären Netzteil-Anschluss und einem 3,5-mm-Audioanschluss zwei USB-C-Thunderbolt-4-Schnittstellen, von denen eine mit PD - Power Delivery zum Aufladen bereit steht. Auf der rechten Seite befinden sich ein USB-A 3.2 Gen 2-Anschluss, ein HDMI 2.1-Anschluss sowie (hurra!) ein SD-Kartenleser. An Funktechnologie findet sich Wi-Fi 6E sowie Bluetooth 5.2 an Bord. Einen Ethernet-Anschluss gibt es dagegen nicht.

MSI Creator Z17



Das Gehäuse besitzt eine massive Anmutung und ist für ein 17 Zoll Aluminium-Notebook mit 2,5 kg nicht übermäßig schwer. Da das 240W-Netzteil mit Kabeln aber auch noch einmal über 700 Gramm auf die Waage bringt, liegt man schon deutlich über 3,2 Kg Reisegewicht. Apple landet hier aktuell bei ca. 2,5Kg inkl. kompaktem Netzteil für seine größten MacBook Pro Modelle.

Spannend ist der verbaute Intel Core i9-12900H-Prozessor (Alder Lake, 12. Generation), der mit sechs Leistungskernen (+ Hyperthreading x2) und acht
Effizienzkernen über insgesamt 20 Threads verfügt. Er beherrscht viele Hardware-Codecs - allen voran die für viele Filmer wichtigen 4:2:2 10 Bit Decoder in H.264/H.265. Damit lässt sich unter DaVinci Resolve in unterstützten Formaten butterweich scrubben, was man ansonsten bisher nur vom Mac kannte - unter anderem weil Nvidia das 4:2:2 10 Bit Decoding in Hardware bis heute nicht unterstützt.

Für Videobearbeiter dürfte dennoch die verbaute GPU gegenüber der CPU die wichtigere Rolle spielen und hier bietet unser Z17 Testmodell eine Nvidia RTX 3070 Ti Laptop mit 8GB GDDR6 Ram (angebunden über einen 256 Bit Bus). Für ein reibungsloses Umfeld sorgen zudem 32 GB DDR5-4800-Arbeitsspeicher sowie eine eine schnelle 1TB-SSD.

Da in Laptops mit dedizierter GPU mittlerweile das Kühlungsdesign die System-Performance maßgeblich bestimmt wurden nicht weniger als drei Lüfter und fünf Heatpipes verbaut. Dieses Kühlsystem arbeitet zwar ziemlich effektiv, überrascht den Anwender jedoch mit einem breiten Spektrum an Lüftergeräuschen, die man bei Apple seit der M1-Generation kaum noch zu Ohren bekommt. Mal durchgehend und mal stark und laut aufbrausend und leider nicht explizit vom Anwender steuerbar. Einzig über die vorgegebenen Leistungsprofile lässt sich indirekt auf das Lüfterverhalten einwirken.



Benchmarks in Resolve 8K



Dafür ist die Leistung im 8K-Test unter Resolve ziemlich amtlich:

Desktop Workstation 8K, Resolve 17
MODELL50 Curved CC Nodes 24pMotion Blur Better,Large,30.0Spatial NR ,small,50,50Spatial NR ,large,100,100Temp NR 1 faster small 50 50 50Temp NR 2 better large 50 50 50

MacBook Pro 2021 M1 Pro 

11,563,5194,5

Lenovo Legion Y540 17IRH RTX 2060

487,52,510,54,5

MSI Z17 RTX 3070 Ti 

6,51115,54,515,58,5

MacBook Pro 2021 M1 Max 

1911,571,517,59,5

Desktop RTX 2080 Ti

10,513216,51710

Alle Benchmarks unter der Version 17 von DaVinci Resolve Studio. Die erste Spalte beschreibt wie viele CC-Nodes maximal bei 24 fps erreichbar sind. Alle übrigen Werte stellen die Wiedergabe in fps dar. Die Messungen wurden ohne aktive Scopes sowie ohne eine aktive Vorschaukarte ermittelt.



Bei den gestackten Farbkorrektur-Nodes Nodes hat Apple seit längerem (vielleicht wegen der Unified Memory Architektur) die Nase so weit vorn, dass der Z17 in diesem Test deutlich abgehängt wird. Umgekehrt zeigt unser Z17 Notebook jedem Apple-Modell in der spatialen Noise Reduction die Rücklichter. In den Kategorien Temporale Noise Reduction und Motion Blur liegt das MSI Z17 (bzw. die RTX 3070 Ti) Laptop gleichauf mit dem schnellsten voll ausgebauten MacBook Pro M1 Max mit 32 GPU Kernen. Durschnittlich darf man diesem MSI Modell damit attestieren unter Resolve auf Augenhöhe mit dem schnellsten M1 Macbook von Apple zu performen. Diese Zahlen gelten allerdings nur, solange das MSI Notebook am Netzteil betrieben wird. Im Gegensatz zu den aktuellen M1 Macbooks lässt sich die volle Leistung des MSI im Akkubetrieb nicht abrufen.



Blackmagic RAW Decoding



Hier einmal die Performance des Blackmagic RAW Decoders mit dem MSI Z17:



Da die Zahlen für sich alleine kaum aussagekräftig sind, werfen wir doch einmal einen Blick in eine von uns sehr lose gepflegte Vergleichstabelle.

Beim Einsatz der CPU läuft das MSI Z17 jedem erhältlichen Mac M1-Laptop davon und reiht sich sehr weit oben in unserer Vergleichsliste ein. Sieht man sich jedoch den GPU-Bereich an, so liegt Apple bereits mit seiner mobilen Mittelklasse GPU im M1 Pro meistens vor der RTX 3070 Ti Laptop.

Allerdings streuen die Ergebnisse der Apple Implementierung deutlich. So dominiert die M1 GPU bei einer BRAW-Kompression von 12:1 und 8:1 deutlich, liegt bei 5:1 ungefähr gleich auf und muss sich bei einer Kompression von 3:1 sogar der RTX 3070 Ti Laptop geschlagen geben. Es bleibt also auch hier der persönliche Anwendungsfall, der letztlich über die gebotene Performance entscheidet. Nebenbei erwähnt bleiben Programme wie Blender oder Tensor Flow nach wie vor auf einer AMD/Intel/Nvidia Kombination deutlich schneller als auf jedem Mac.



Fazit - (K)eine Frage des Preises



Keine Frage, das Z17 ist ein tolles Stück aktuelle Notebook-Technologie. In der von uns getesteten Konfiguration (i9-12900H, RTX 3070 Ti, 32GB) kostet das Gerät allerdings rund 3.800 Euro. Für diesen Preis bekommt man ebenfalls Macbooks mit dem M1 Max (inkl. 32 GPU-Kernen) sowie eine vergleichbare Speicherausstattung (32GB RAM/1TB SSD).

MSI Creator Z17



Die Leistung unter DaVinci Resolve darf man als weitgehend ähnlich einstufen - mit signifikanten Ausreißern zu beiden Seiten. Das Macbook brilliert vor allem mit seiner höheren Effizienz die sich in deutlich geringeren Lärm sowie längeren Akkulaufzeiten äußert. Auch das Netzteil fällt beim Mac deutlich kleiner aus und ist nicht zwingend für einen hochperformanten Einsatz notwendig.

Das MSI kann dagegen mit der potentiellen Stiftbedienung aufwarten. Speziell für Nvidia optimierte Programme wie Blender oder Machine Learning Tools bleiben zudem auf dem MSI-Modell deutlich performanter. Und nicht zuletzt spielt für viele Anwender auch die persönliche digitale Sozialisation eine große Rolle bei der Entscheidung: "PC oder Mac?". Der Preis ist -etwas überraschend- in diesem konkreten Fall jedoch gar kein Argument.


  

[6 Leserkommentare] [Kommentar schreiben]   Letzte Kommentare:
Jan Onderwater    16:59 am 11.4.2022
Zusammen gefasst, die Beide notebooks haben bei real world workflows insgesamt vergleichbare Leistung, wobei der Mac ein besseren Display, Lautsprecher, Bauqualität und...weiterlesen
markusG    22:35 am 7.4.2022
Gibt da noch ein paar andere Gelegenheiten wo sich das jeweilige andere Lager regelmäßig beschwert oder zumindest wundert :D z.B. Installation von Programmen, Fonts, "wo finde...weiterlesen
rush    22:10 am 7.4.2022
Ich bin ungefähr genauso lange in der Windows-Welt unterwegs, mit beruflichen Schlenkern zum Apfel hier und da. Wie Frank schon sagt ist das OS doch eher nur ein GUI und steht...weiterlesen
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update am 21.Mai 2022 - 15:02
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