Sony scheint sich jetzt ja doch voll auf das Thema Großformatsensor einzuschießen: Denn mit der gerade für Oktober in England angekündigten NEX-EA50 lässt das Unternehmen nun einen echten Schultercamcorder mit APS-C Sensor und E-Mount vom Stapel.

Der Exmor APS-C/Super35mm HD CMOS Sensor soll sehr lichtempfindlich zu sein und der Camcorder soll freie 50/60Hz-Auswahl bieten und damit 50p/25p/50i bzw. 60p/30p/24p/60i in AVCHD
4:2:0
mit maximal 28Mbps aufzeichnen. SD-Formate können dazu in MPEG2
aufgezeichnet werden. Auch XLR
mit manuellen Einstellungsrädchen an der Außenseite ist mit an Bord. Einen ND-Filter
konnten wir auf den verfügbaren Bildern jedoch nicht ausmachen.
Interessant scheint die ausfahrbare Schulterstütze zu sein: So lässt sich der Camcorder bei Bedarf auch als Henkel einsetzen.

Und noch ein Detail fällt in den Specs auf. Neben einem andockbaren Flashrecorder erwähnt Sony auch die Kompatibilität zu Sonys neuem
Mirroring Memory Stick. Dieser kann intern Daten wie bei einem RAID-1 ablegen, sprich jede Speicherzelle wird an verschiedenen Orten doppelt gespeichert. Damit werden Speicherkarten-Ausfälle wohl deutlich unwahrscheinlicher. Ob man auch auf normale SD(HC/XC)-Karten aufzeichnen kann, geht aus den aktuellen Informationen noch nicht hervor, halten wir aber für sehr wahrscheinlich.
Nun jubeln viele Quellen im Netz, dass die technischen Daten dabei ziemlich der NEX-FS100 ähneln. Und das zu einem Preis unter 2700 britischen Pfund. Da macht uns doch der Hinweis stutzig, dass auch Bilder mit 16.1 Megapixel aufgezeichnet werden können. Entweder bringt Sony hier also wirklich eine FS-100 im (Plastik-)Schultergehäuse zum Wahnsinnspreis auf den Markt, oder (was wir eher vermuten) handelt es sich hierbei um eine umverpackte NEX-VG20, die natürlich deutlich durch die manuellen Anschlüsse und Knöpfe gewinnt, jedoch
in der Bildqualität keinesfalls mit einer FS100 vergleichbar ist.

Sony hat schon in der Vergangenheit Consumer-Technik immer wieder für den Education-Bereich auch in Plastik-Schulter-Gehäuse gepackt wie
beispielsweise die HVR-HD1000E, die von uns schmeichelnd als Schaf im Wolfspelz bezeichnet wurde. Allerdings scheinen die manuellen Einstellmöglichkeiten der NEX-EA50 weit über das hinauszugehen, was wir von Vorgänger-Modellen kennen. Unter diesem Licht könnte es sich bei der NEX-EA50 immer noch um einen ganz guten Deal handeln, jedoch nicht um einen direkten NEX-FS100 Konkurrenten.
Danke an Bernd (erster!) und viele andere für den Hinweis.