Letzten November erschien die große Version 5.0 des Open-Source-3D-Animationsprogramms Blender. Neben vielen Neuerungen wie einem vereinheitlichten Compositing-System und Verbesserungen der internen Farbverwaltung brachte sie auch diverse Funktionen zum Videoschnitt mittels des integrierten Video Sequence Editors (VSE) mit. Die gerade erschienene Version 5.1 erweitert diese noch einmal.

Die Videoschnitt-relevanten Neuerungen in Blender 5.1 im Detail
Deutlich verbessert wurde jetzt die Integration des Videoeditors mit dem Compositing Tool Compositor. Seit Version 5.0 kann jeder Strip mit einer eigenen, node-basierten Compositing-Pipeline versehen werden und die vorgefertigten Effekte aus dem Asset-Shelf stehen auch hier zur Verfügung. Jetzt liefert der neue „Sequencer Strip Info“-Node Informationen aus dem VSE an den Compositor, wie etwa Start- und Endzeit eines Strips. Dadurch lassen sich Effekte wesentlich präziser mit dem Schnitt synchronisieren, zum Beispiel bei einfachen, prozeduralen Übergängen. Als Strips werden in Blender die einzelnen Elemente im Video Sequence Editor bezeichnet, also das, was man sonst als Clips kennt.
Ebenfalls verbessert wurde die Audiofunktionalität im VSE - so gibt es jetzt die Möglichkeit, die Tonhöhe von Audiospuren anzupassen und einen Echoeffekt hinzuzufügen, ebenso Echo als nicht-destruktive Modifikatoren. Außerdem haben Meta-Strips jetzt eine eigene Lautstärke-Regelung, sodass sich die Gesamtlautstärke aller enthaltenen Sound-Strips gemeinsam steuern lässt. Zusätzlich kann im Render-Output für den Export von Videos die Audio-Bitrate höher gesetzt werden als bisher.

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Überarbeitet wurden Retiming und Geschwindigkeitsänderungen: der Speed-Control-Strip kann nun negative Multiply-Werte verwenden, also Material rückwärts abspielen. Zudem zeigt ein neues Symbol, ob ein Strip retimed wurde. Retiming-Keys können nun ausgeblendet werden und die Zeit-/Property-Bezeichnungen wurden bereinigt.

Zudem wurde die Bedienung des Previews und Snapping verfeinert - so kann man beim Skalieren oder Rotieren im Preview-Fenster per Ctrl in festen Schritten snappen, was zum Beispiel für Titel, PiP-Layouts, Reframing und Motion-Elemente im Sequencer nützlich ist.
Ausschau auf Blender 5.2
Eine große Verbesserung wird übrigens die nächste Version bringen: Blender 5.2 wird Compositor Effekte nicht nur wie bisher per CPU, sondern mit der Grafikkarte berechnen, was zu einer deutlichen Beschleunigung führen sollte.



















