(Pro-)Features - XAVC S, flaches Bildprofil, Timecode, Steadyshot
Zusätzlich zur standardmäßigen Aufnahme in MPEG-4 AVC bietet die AS100 einen „Pro“-Modus, in dem in XAVC S komprimiert wird mit bis zu 50 Mbit/s. Eine ähnliche Datenrate bot bisher nur die GoPro, und dies nur im Protune-Modus (ca. 45 Mbit/s). Da wir unten gesondert auf die Bildqualität zu sprechen kommen, sei hier nur angemerkt: bei bewegten und/oder detailreichen Aufnahmen macht sich dieses Mehr an Daten durchaus bemerkbar. Neben 1080p30 und p60 (alternativ p25 und p50, wenn das Gerät auf PAL eingestellt ist), steht im Pro-Modus auch 24p als Bildrate zur Verfügung. Diese würde sich unserer Meinung nach jedoch nur dann anbieten, wenn das Material später mit anderen Aufnahmen in diesem Modus gemischt werden sollen; die Bewegungdarstellung in 60p ist deutlich flüssiger und uE daher vorzuziehen.
Möchte man in XAVC S aufnehmen, gibt es zwei Dinge zu beachten. Erstens wird dafür eine mindestens 64GB große Mikro-SDXC Karte (Class 10) benötigt – füttert man die Kamera mit SDHC, wird lediglich MPEG4-AVC aufgezeichnet, ein Verhalten, das uns zunächst einiges Haargeraufe bescherte. Da eine Datenrate von 50Mbits auch von Class 10 SDHC-Karten eigentlich locker zu schaffen sein müsste, mutet diese Beschränkung etwas künstlich an.
Zweitens läßt sich nicht ohne weiteres zwischen den XAVC S-Varianten und MPEG4-AVC wechseln, man muß zunächst den Pro-Modus aktivieren bzw. deaktivieren, welcher sich etwa auf halber Strecke zwischen all den anderen Setup-Menüpunkten findet, sodaß man in beide Richtungen einiges durchklicken muß. Allerdings stört dies wohl hautpsächlich beim Testen, denn im Alltagsbetrieb dürfte man sich für ein Format entscheiden und dabei bleiben. Das Ein- und Ausschalten des PRO-Modus ist übrigens (soweit wir entdecken konnten) nicht via App oder Fernbedienung nicht möglich.
Neben der XAVC S Aufnahme ist ein an GoPros ProTune angelehntes Color-Feature vorhanden. Dieses greift in allen Modi und ist ab Werk auf „vivid“ eingestellt, was einer ziemlich knalligen Farbwiedergabe entspricht. Wird auf „neutral“ gestellt, wird ein flacheres Bildprofil angewendet – unbearbeitet sehen diese Bilder natürlicher aus; in manchen Augen mögen sie etwas farb- und kontrastlos wirken, da sie eine andere Verteilung der Farbnuancen aufweisen. Dadurch läßt sich jedoch nachträglich die gewünschte Farbstimmung in der Postproduktion komponieren, ohne daß die Bildqualität darunter leidet – ein Blick aufs Histogramm bestätigte uns, daß in den hellsten und dunkelsten Bereichen nichts clippt. Sony hat also tatsächlich ein ernst gemeintes, flaches Bildprofil in dieser 300-Euro-Kamera implementiert, das zwar keine s-Log Funktion darstellt, aber dennoch auch den anderen Consumer-Camcordern gut stehen würde. Beispielbilder zum (Color-Feature gibt es unten.)
Als weitere Besonderheit hat Sony an der AS100 Timecode-Optionen implementiert. Dieses Feature ist vor allem interessant, wenn gleichzeitig mit mehreren Kameras gedreht wird. Um nachträglich Footage von den verschiedenen Kameras zu synchroniseren, können einige Timecode-Einstellungen definiert werden, etwa ab wann gezählt werden soll, ob mit oder ohne Drop-Frame, ob nur bei XAVC S oder immer.
Die bereits erwähnte, elektronische Bildstabilisierung beruhigt wie immer die Bewegungen etwas, beschneidet dabei jedoch das Bild merklich. Zeitlupen (100/120p, 200/240p) sind nur in 720p oder einer 800x480 Auflösung möglich. GPS ist an Bord.

















