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Einführungen : CAMCORDER WORKSHOP Teil 2 : Belichtung

von Do, 30.September 2004 | 7 Seiten | diesen Artikel auf einer Seite lesen

  Blende + Verschlusszeit = Belichtung
  Camcorder und Kontrast
  Die Schwächen der Automatik
  Praktische Belichtungshilfe: Die Zebra-Anzeige
  Belichtung in Extremsituationen
  Der Weißabgleich
  Tipps zum Thema Belichtung



Blende + VerschlusszeitVerschlusszeit im Glossar erklärt = Belichtung



Alle Camcorder bieten einen automatischen Belichtungsmodus, der in Standardsituationen meist gute Ergebnisse liefert. Allerdings gibt es auch viele Lichtsituationen, in denen er zwangsläufig versagen muss. Dies zumindest aus bildästhetischer Sicht, denn natürlich macht die Automatik immer noch gewissenhaft ihren Job, nur kommen dabei nicht die Bilder heraus, die man sich wünscht. Doch schauen wir zunächst einmal, was bei der Belichtung eigentlich passiert.

Einstellungsmöglichkeiten der BlendeBlende im Glossar erklärt bei der Sony PD-150: Links der zweifache ND-Filter, rechts wird die Blendengröße reguliert (durch betätigen des Buttons „Iris“ und anschließendes Drehen am Rädchen). Auch ein Backlight-Button ist unten vorhanden.



Unter Belichtung versteht man das Zusammenspiel von BlendenöffnungBlendenöffnung im Glossar erklärt (f-stop) und VerschlusszeitVerschlusszeit im Glossar erklärt (t). Beide stehen für eine ausgewogene Belichtung miteinander in Beziehung, da beide die Menge an Licht regeln, mit der ein Bild belichtet wird. Je weiter die BlendeBlende im Glossar erklärt geöffnet ist, desto mehr Licht dringt durch das Objektiv auf das bildwandelnde Element im Camcorder, den CCDCCD im Glossar erklärt (vergleichbar mit dem Filmnegativ bei herkömmlichen Fotoapparaten). Bei Aufnahmen in einer dunklen Umgebung wird man die BlendeBlende im Glossar erklärt also möglichst weit öffnen – BlendeBlende im Glossar erklärt 1.4 oder 2. Ist es dagegen sehr hell, wird die BlendeBlende im Glossar erklärt heruntergeregelt, etwa auf 11. Je größer der Wert, desto kleiner ist die Öffnung, was anfangs verwirren kann. Der Wert setzt den Durchmesser der Öffnung in ein Verhältnis zur Länge des Objektives, ist also immer eine relative Größenangabe, und wird deshalb nicht in Millimetern angegeben.

Die zweite Größe, die bei der Belichtung eine Rolle spielt, ist die VerschlusszeitVerschlusszeit im Glossar erklärt, also wie lange jedes Bild belichtet wird (engl. Shutter). Bei DV-Kameras ist damit gemeint, wie lange der CCDCCD im Glossar erklärt pro Bild den Lichteinfall misst. Da bei digitalem Video standardmäßig 50 Halbbilder pro Sekunde aufgenommen werden, ist die natürliche VerschlusszeitVerschlusszeit im Glossar erklärt hier 1/50. Es ist natürlich möglich, eine kürzere VerschlusszeitVerschlusszeit im Glossar erklärt zu wählen, etwa 1/100 oder ein 1/500, eine längere jedoch lässt sich bei einfacheren Modellen nicht erzielen. Nur eher professionelle Kameras wie zum Beispiel die Sony PD-150 sind durch komplizierte Rechenoperationen in der Lage, eine längere VerschlusszeitVerschlusszeit im Glossar erklärt zu simulieren.

Dieser fahrende Zug wurde mit einer VerschlusszeitVerschlusszeit im Glossar erklärt von 1/10000 Sekunde aufgenommen – das exportierte Einzelbild ist gestochen scharf.



Bei einer VerschlusszeitVerschlusszeit im Glossar erklärt von 1/6 Sekunde tritt eine Bewegungsunschärfe auf.



Da BlendeBlende im Glossar erklärt und VerschlusszeitVerschlusszeit im Glossar erklärt gemeinsam die Belichtung regeln, kann in einer Situation dasselbe Belichtungsergebnis mit unterschiedlichen Blenden- und Shutterwerten erreicht werden. Ob mit kleiner BlendenöffnungBlendenöffnung im Glossar erklärt und langer VerschlusszeitVerschlusszeit im Glossar erklärt (Blende 11, VerschlusszeitVerschlusszeit im Glossar erklärt 1/115) oder mit großer BlendeBlende im Glossar erklärt und kurzer VerschlusszeitVerschlusszeit im Glossar erklärt (2, 1/10000) gearbeitet wird: die Menge Licht, die auf den CCDCCD im Glossar erklärt fällt bleibt gleich. Die Wahl des Blenden-Verschlusszeitenpaares wirkt sich jedoch durchaus sichtbar auf andere Faktoren aus, nämlich auf den Grad der Bewegungsunschärfe, die von der VerschlusszeitVerschlusszeit im Glossar erklärt abhängig ist, und die Schärfentiefe, die vornehmlich über die BlendeBlende im Glossar erklärt geregelt wird. Letztere stellt ein wichtiges gestalterisches Mittel dar, weil durch den Unterschied zwischen Schärfe und Unschärfe bestimmte Bildinhalte betont werden können. Wir werden darauf genauer eingehen, wenn wir in einem der nächsten Artikel auf das Thema Fokus und Schärfe zu sprechen kommen. Hier sei nur ein Hinweis für die Praxis vorausgeschickt: Je größer die BlendenöffnungBlendenöffnung im Glossar erklärt (Blende 2 etc.), desto geringer die Schärfentiefe; je kleiner die Öffnung (Blende 11 etc.), desto größere Schärfentiefe.
Was die Bewegungsunschärfe betrifft, so gilt: je länger die Belichtungszeit, desto verwischter erscheinen die Bewegungen im Bild. Möchte man Einzelbilder aus seinen Videoaufnahmen ausspielen, etwa um sie in einem Bildbearbeitungsprogramm zu manipulieren, sollte man eine eher kurze Belichtungszeit wählen, zumindest wenn die Bilder gestochen scharf sein sollen. Unsere Abbildung 2 zeigt Stills aus zwei Aufnahmen, die mit unterschiedlich langer VerschlusszeitVerschlusszeit im Glossar erklärt gemacht wurden: deutlich ist hier zu sehen, wie der Zug in 2a gestochen scharf abgebildet ist (Shutter 1/10000), während er in 2b verschwommen erscheint (Shutter 1/6)– obwohl die Züge gleich schnell fuhren.



Artikel-Inhaltsverzeichnis:
Blende + Verschlusszeit = Belichtung
Camcorder und Kontrast
Die Schwächen der Automatik
Praktische Belichtungshilfe: Die Zebra-Anzeige
Belichtung in Extremsituationen
Der Weißabgleich
Tipps zum Thema Belichtung
    


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