Frage von Don-CB:Mal eine ganz dumme Frage - ich ärgere mich fast immer bei Kameras über die geringe Weitwinkeloptik. Die Hersteller scheinen sich lieber verkaufsförderend auf große Telebereiche zu verlassen. Das hilft mir beim Filmen nicht wirklich.
Aber, gibts eine Möglichkeit den Telebereich nachzumessen? Wie geht das?
Danke für Eure Antworten.
Grüße,
Don
Antwort von Jott:
Wozu - in den technischen Angaben stehen doch immer auch die Umrechnungen auf "35mm", womit das gewohnte Format des guten alten Kleinbildfilmes gemeint ist. Damit kann man dann vergleichen.
Antwort von Debonnaire:
Stell die Kamera auf ein Stativ, stell in einem bekannten Abstand, mittig und plan zur Aufnahmeebene bildfüllend ein Blatt Papier auf, schau in der dich interessierenden Brennweite durch den Sucher und markiere die gerade noch sichtbaren Eckpunkte auf dem Papier. Mit einfacher Trigonometrie errechnest du dann den Bildwinkel. Falls du dann noch die exakte Grösse deiner Aufnahmechips kennst, kannst du auch die Brennweite austüfteln. - Oder, wie oben erwähnt: RTFM!
Antwort von Don-CB:
Will ich meine Kameras mit aufgeschraubten Weitwinkel-Vorsatzlinsen mit den Angaben hier auf den Seiten vergleichen benötige ich sowas wie eine Meßgrundlage.
Das war der Hintergrund meiner Frage - und zudem: glaube nicht was in einem Prospekt steht, wenn du es nicht nachgemessen hast.
Vielleicht weiß jemand wie das geht.
Grüße,
Don
Antwort von Debonnaire:
Hab ich dir gerade geschrieben! Falls du hier nicht nur des Schreibens willen schreibst, dann solltest du auch die Antworten zur Kenntnis nehmen!
Antwort von beiti:
Die tatsächliche Brennweite kann man nicht zuverlässig messen, solange man das Objektiv nicht abmontiert. Würde auch gar nichts helfen, weil die physikalische Brennweite erst in Abhängigkeit von der Chipgröße oder dem benutzen Aufnahmebereich Aussagekraft hat, und das sind oft ebenso unbekannte bzw. unsichere Werte (Stichwort Aktiv-Steadyshot).
Man kann aber die relative Brennweite bestimmen, wenn man eine andere Kamera (deren Werte man als vertrauenswürdig einstuft) als Referenz hat: Einfach vom gleichen Standort aus Aufnahmen machen und die Diagonalen vergleichen.
Zu beachten ist allerdings, dass innenfokussierte Objektive ihre Nenn-Brennweite nur im Unendlichbereich erzielen; bei kürzerer Distanz wird die Brennweite kürzer und taugt nicht zum neutralen Vergleich.
Also das verwendete Testmotiv sollte möglichst weit weg sein. Ich würde z. B. eine Reihe weit entfernter Häuser oder ein großes Gebäude mit gleich breiten Fenstern aufnehmen und die Kamera so drehen, dass man die Bilddiagonale anhand der Häuser bzw. Fenster "ausmessen" kann. Dann dasselbe mit der Referenzkamera machen und anhand des Unterschieds die Äquivalent-Brennweite ermitteln.
Antwort von Don-CB:
Danke Beiti für die kurze Erklärung. Allerdings kann ich so allerdings nur Objektive/Kameras vergleichen, die ich auch physikalisch in Händen halte. Das ist etwas unbefriedigend.
@ Debonnaire: locker bleiben - deine "Antwort" hab ich gelesen.
Grüße,
Don
Antwort von WoWu:
Aber, gibts eine Möglichkeit den Telebereich nachzumessen?
Ich weiss nicht, ob ich richtig verstanden habe, was Du meinst, zumal Du sagst:
Allerdings kann ich so allerdings nur Objektive/Kameras vergleichen, die ich auch physikalisch in Händen halte.
Das setzen Messungen nun einmal voraus, aber es geht natürlich auch theoretisch indem Du von einem Objekt die realen Maße (und Entfernungen) kennst und dieses bildfüllend darstellst.
Um den Gegenstand nun vollständig auf dem Sensor abzubilden berechnet man die Brennweite für dessen Höhe und Breite. Der kleinste Wert ist dann die Brennweite unseres Objektivs. Beispiel: (Abstand*Sensor Höhe / Gegenstandshöhe+Sensor Höhe). Dasselbe für die Breite. Der kleinere der beiden Ergebniswerte ist Deine Brennweite.
Aber dann liegst Du natürlich in der effektiven Brennweite Deiner Kamera. Was Du aber suchst ist die Äquivalenzbrennweite zu bekannten Fotowerten.
Auch dafür gibt es Umrechnungen, die allerdings erschwert berechenbar sind, seitdem es Videosensoren in der Bauform 16:9 gibt, die bei identischen Brennweitenangaben einen wesentlich weitwinkligeren Charakter aufweisen.
Auch kommt hinzu, dass Randpixel u.U. dem optischen Nutzbild nicht zur Verfügung stehen, was die Maßangaben der Sensoren wiederum verändert.
Es wäre also hilfreich, würdest Du einmal genau beschreiben, was Du eigentlich errechnen willst.
Antwort von Don-CB:
Danke Wolfgang:
Ich habe mehrere Camcorder, dazu verschiedene Vorsatzlinsen. Natürlich weiß ich im eigenen Arsenal, welche Linse in Kombination mit welcher Kamera Ausrüsten muß, um ein bestimmtes Ergebnis zu bekommen. Aber was ich nicht weiß, wie es sich im Bezug auf die "Äquivalenzbrennweite" verhält. Das wird gerade jetzt interessant, wo ich mir eine neue Kamera kaufen möchte.
Meine Frage hier ist: reichen die angebotenen Weitwinkel der letzten Camcorder Generation aus (mit knapp 30 oder 35 mm) oder aber ist meine heutige Standardausrüstung deutlich darunter.
Dazu würde ich meine heutige Ausrüstung gerne nachmessen, um dann vergleichen zu können.
Also: interessiert mich wohl die Äquivalenzbrennweite und nicht die reale.
Danke, Don
Antwort von beiti:
Dazu würde ich meine heutige Ausrüstung gerne nachmessen, um dann vergleichen zu können. Das könntest Du ja mit der von mir geschilderten Methode machen (und als Referenz z. B. eine KB-Kamera nehmen).
Allerdings scheinen die herstellerseitigen Brennweiten-Angaben aktueller Camcorder nicht sehr zuverlässig zu sein, so dass man diese eigentlich auch selber nachmessen müsste (siehe die Diskussion HIER).
Antwort von Don-CB:
Ich werde heute Abend mal einen Versuch starten, schauen wir mal ob etwas bei dem Vergleich herauskommt, welches dann in irgendeiner Weise nachvollziehbare, vergleichbare Ergebnisse hervorbringt.
Grüße,
Don