Die Konkurrenz machts nicht besser

Wer jetzt denkt, dass AMD nun seine Chance wittern könnte, hat den KI-Markt nicht vor Augen. Denn ironischerweise ist AMD in eine fast identische Situation geraten. Alle verfügbaren Entwicklungsressourcen werden aktuell in Richtung KI umgeleitet, und die paar Euro für den ursprünglich enorm wichtigen Gaming-Markt lassen sich in der aktuellen Situation wohl auch mit Grafikkarten aus dem letzten Jahr umsetzen. Fairerweise muss man sagen, dass AMD so nebenbei auch noch die GPUs für Sonys kommende Playstation entwickelt und alleine deswegen hier sicherlich auch weiterhin Neuigkeiten in der dedizierten GPU Pipeline zu erwarten sind. Allerdings halt auch irgendwann später.



Für uns als VideobearbeiterInnen werden zudem besonders leistungsfähige GPUs immer uninteressanter. Unter anderem, weil die reine Rechenleistung nicht mehr mit jeder Generation signifikant ansteigt. Immerhin dürfen wir uns noch auf neue RAM-Technologien freuen, die - dank(e) KI- aktuell tatsächlich noch immer schneller werden.






Mehr GPU, wofür?

Doch wofür brauchen wir überhaupt noch mehr Rechenleistung? Gerade stellt sich diese Frage vor allem für KI-Schaffende, weil es nun die ersten brauchbaren generativen KI-Videomodelle gibt, die man auf einer potenten GPU "offline" nutzen kann.



Doch die Sache hat einen großen Haken: Man kann jetzt zwar mit seiner RTX 5090 Grafikkarte für 3.000 Euro nach 3 Minuten Wartezeit vielleicht einen fast so guten Clip wie von Sora oder Veo bekommen. Doch in der Cloud erhält man für 60 Cent/Clip dann eben doch noch einen relevanten Tick mehr Qualität und das bei deutlich kürzerer Wartezeit - was letztlich erst ein effektives Arbeiten ermöglicht. Und nicht nur das. Die verfügbaren Modelle in der Cloud werden in den nächsten Monaten sicherlich weiter verbessert, während man mit seiner Grafikkarte zu Hause durch das VRAM beschränkt bleibt, bis man in eine neue größere Grafikkarte investiert. Und das kann dauern...



KI Speicher Krise  Grafikkarten werden Mangelware - spürbar teurer und keine neuen Modelle am Horizont : Bild1



Ausblick

Was uns zu den GPU-Aussichten bringt, und die sind trüber als jemals zuvor. Die krass gestiegenen Speicherpreise sind bis dato noch nicht einmal voll zu den Herstellern durchgedrungen. Denn die Karten, welche aktuell im Handel sind, sowie wahrscheinlich auch ein Großteil der Karten, die sich gerade noch in der Produktion befinden, besitzen Speicher, der bereits vor der aktuellen Speicher-Krise bezahlt wurde. Die aktuellen RAM Preise dürften die Produktion mittelfristig noch drastisch verteuern, was sich auf den Endkunden-Preis ebenso deutlich auswirken wird. Es ist daher stark anzunehmen, dass GPUs noch weiterhin stark im Preis steigen werden.



Und nicht nur das: Auch der Start der nächsten Grafikkarten-Generation von Nvidia wurde jetzt deutlich hach hinten verschoben: So soll es nun frühestens Mitte 2027 neue Grafikkarten mit der kommenden Rubin GPU für Endverbraucher geben. Also erst in 18 Monaten, oder sogar noch später.



Für Medienschaffende, die gerade eine neue Hardware-Anschaffung planen, dürften somit bittere Zeiten ins Haus stehen. Eine neue Workstation mit viel Speicher und schneller GPU ist zum Budget von 2025 definitiv nicht mehr zu haben. Und der Ausblick auf frische Hardware hat sich nun ebenfalls deutlich eingetrübt. Glücklich schätzen dürfen sich dagegen alle, die eine aktuell schnelle Workstation besitzen. Und sollte ein Ausfall eine Neuanschaffung unumgänglich machen, ist vielleicht ein gebrauchter Mac Studio plötzlich eine unerwartet günstige Alternative. So verändert KI die Welt auch an vielen unerwarteten Ecken und Enden...


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