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Eine Million für deinen Film? - Amazon Studios will Filmstoff vermarkten

[00:26 Do,18.November 2010 [e]  von ]    

bildAmazon hat gestern einen neuen Service gestartet, der wenig mit Büchern aber viel mit Filmemache(r)n zu tun hat: Unter Amazon Studios können Filmemacher und Drehbuchautoren Skripte und Test-Filme für Spielfilmformate hinterlegen, damit Geld verdienen und vielleicht auch produziert werden. Das ganze wirkt auch für uns noch etwas chaotisch, weshalb wir hier einmal zusammenfassen, was wir selber schon kapiert haben:

Drehbuchschreiber legen ihr Drehbuch bei Amazon Studios ab. Filmemacher können Test-Filme mit mindestens 70 Minuten Länge ebenfalls ablegen. In diesen Testfilmen muss der Plot schon komplett erzählt werden, kann aber mit Standbildern und anderen Animationsformen noch sehr roh sein. Anschließend dürfen beliebige Film-Fans die Scripte und Testfilme beurteilen und/oder Revisionen dazu einreichen.



Aus den besten Filmplots will Amazon echte Hollywood-Streifen produzieren. Sollte das eigene Drehbuch oder der eigene Testfilm für eine Produktion ausgewählt werden, so erhält der Autor 200.000 Dollar. Sollte der Film über 60 Millionen Dollar einspielen gibt es noch einen Bonus von 400.000 Dollar obendrauf. Die einzelnen Projekte werden als erstes und somit bevorzugt mit Warner Bros. und in Kooperation mit einem externen Studio produziert. Falls Warner ablehnt, darf Amazon auch mit anderen Studios produzieren. Ausgewählt werden die Projekte nach kommerzieller Verwertbarkeit. In der Jury hierfür sitzen u.a. Jack Epps Jr., Mark Gill, Mike Werb und Michael Taylor.

Dazu wird ab Januar 2011 unter den Annual Awards unabhängig von dem bisher beschriebenen Deal JEDEN Monat der beste Testfilm des Monats mit 100.000 Dollar und die zwei besten Skripte des Monats mit je 20.000 Dollar "ausgezeichnet". Und am Jahresende bekommt der beste Testfilm des Jahres 1.000.000 (in Worten: eine Million!!) Dollar und das beste Script auch noch saftige 100.000 Dollar.

Damit das Ganze mehr Pfeffer bekommt muss der Gewinner jedoch noch bis zu 50 Prozent seiner Preisgelder an die Film-Fans abdrücken, wenn diese durch ihre Revisionen den Film entscheidend verbessert haben (wie viel entscheidet auch die Jury). 50 Prozent bleiben aber definitiv für den Autor erhalten.

Und nun zum Kleingedruckten (wobei wir die Fußangeln extra GROSS geschrieben haben):

Für mindestens 18 Monate nach dem Hochladen des Projektes darf man dieses weder woanders zeigen, verkaufen, lizensieren oder irgendwie zurückziehen.
Amazon erhält im Zeitraum dieser 18 Monate das exklusive Recht den Filmstoff für 200.000 Dollar (plus evtl. Bonus) zu kaufen. Amazon kann diese Option für 10.000 Dollar dazu um weitere 18 Monate verlängern. Auf gut Deutsch: Das Drehbuch kann für bis zu 3 Jahre NIEMAND anderem angeboten werden.

Amazon hat außerdem das EXKLUSIVE Recht den Stoff (z.B. durch Revisionen auf Amazon Studios) zu entwickeln (sprich: auch drastisch zu VERÄNDERN).

Nicht zuletzt darf Amazon das eingereichte Material auch ohne Ausübung der Option nach 18/36 Monaten trotzdem FÜR IMMER zeigen. Sie dürfen das Script den Testfilm oder einen darauf basierenden Film zwar nicht in Kinos zeigen oder per DVD/BluRay verteilen, jedoch bleibt alles auf der Amazon Webseite für immer stehen. Es gibt also KEINE LÖSCHMÖGLICHKEIT wenn die Idee mal auf der Webseite steht.

Klingt also insgesamt nach ´nem halbfairen Deal, der wohl besonders für Gelegenheitsschreiber/Produzenten interessant sein könnte, die mit ihrem Stoff sowieso nicht hausieren gehen würden. Oder eben für Leute deren Stoff mangels Kontakten/Gelegenheiten schon seit Jahren in der Schublade verstaubt und dort sonst auch noch die nächsten 3 Jahre liegen würde. Wer mehr wissen will, sollte sich wohl als erstes die FAQ durchlesen.

Link mehr Informationen bei studios.amazon.com

    
[7 Leserkommentare] [Kommentar schreiben]   Letzte Kommentare:
WoWu    00:34 am 19.11.2010
iWALL gibt´s doch schon, heißt nur QT
rush    17:04 am 18.11.2010
Wahrscheinlich noch kurz bevor Facebook die Weltherrschaft an sich zieht.. oder Apple die IWall rausbringt...
frm    15:25 am 18.11.2010
Wann kauft Googel eigentlich Amazon auf?
[ Alle Kommentare ganz lesen]

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