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CineForm Intermediate Codec ist ab sofort Open Source

[07:44 Do,26.Oktober 2017 [e]  von ]    

bildBei der Wahl eines geeigneten Videocodecs muss man immer zwischen Dateigröße, Geschwindigkeit und Qualität abwägen. In der Regel kann man dabei nur zwei der drei Parameter optimieren. Bei CineForm ging es es als Intermediate-Codec immer um höchste Qualität bei großer (De)kompressions-Geschwindigkeit. Gegenüber vergleichbaren Codecs wie Apples ProRES oder Avids DNxHD/HR ist Cineform nicht DCT-, sondern wavelet-basiert, weshalb sich Details höchstens in Unschärfen jedoch niemals in Blockartefakten verlieren.

Unter anderem aufgrund seiner teilweise geschlossenen Implementierung konnte sich CineForm nicht so gut verbreiten wie ProRES oder Avids DNxHD/HR. Das fanden nicht nur wir schade, da sich der CodecCodec im Glossar erklärt gegenüber seiner direkten PC-Konkurrenz außergewöhnlich gut schlug. Gerade was die nicht unwichtige Decoding-Performance anging, spielte CineForm immer an vorderster Front mit.



GoPro, die 2011 CineForm gekauft hatten, haben jetzt den kompletten Quellcode zum CineForm Encoder und Decoder SDK (C und C++ mit handoptimierten SSE2 Intrinsics für x86/x64 Plattformen, inkl. Cross Platform Threading) auf Github online gestellt. Dieser läuft direkt unter OS-X, Windows 10 und Ubuntu 16.04. Als Lizenz darf man sich an die Apache oder die MIT Lizenz gebunden fühlen. GoPro will so Entwicklern ermöglichen, Lösungen zu finden, welche die Arbeit mit 360°-Videomaterial mit extrem hohen Auflösungen (>4K) (Hardware-)beschleunigen.

Hier einmal die unterstützten Pixelformate der Open Source-Implementierung von CineForm:

8/10/16-Bit YUVYUV im Glossar erklärt 4:2:24:2:2 im Glossar erklärt komprimiert als 10-Bit, progressiv oder Interlace
8/10/16-Bit RGBRGB im Glossar erklärt 4:4:44:4:4 im Glossar erklärt komprimiert bei 12-Bit progressiv
8/16-bit RGBA 4:4:4:4 komprimiert bei 12-bit progressivem
12/16-bit CFA Bayer RAW, Log kodiert und komprimiert bei 12-bit progressiv
Weiters auch zweikanalig stereoskopisch/3D in jedem der oben genannten Formate.

Hierzu gibt es unsererseits noch einiges anzumerken:

1. Die auf GutHub veröffentlichte Implementation ist wirklich die hundertprozentige Original-Implementation mit allen Optimierungen (u.a. bemerkenswerte Multiprozessor-Skalierung), die bisher in der Closed Source Variante von GoPro Verwendung fanden.

2. Auch die RAW-Implementation wird hiermit Open Source. Diese erlaubt Kompressionsraten zwischen 4:1 und 10:1 und dürfte besonders für Kamerahersteller interessant sein. Allerdings hat sich fast jeder Hersteller mittlerweile mit eigenen Formaten in Stellung gebracht, weshalb CineForm RAW hier nun etwas spät auf der Party erscheint.

3. CineForm setzt beim Encoding auf ein konstantes Qualitätsdesign, d.h. die Bitraten variieren je nach Szenenbedarf. Während die meisten anderen Video-Codecs eine konstante Bitrate aufweisen, variiert die Qualität je nach Szene, was uns gerade beim Encoding sinnvoll erscheint.

Inwieweit der offengelegte Code von Cineform nun noch viele Anhänger und Implementationen finden wird, bleibt abzuwarten. Ein bemerkenswerter CodecCodec im Glossar erklärt ist es allemal, dem wir nur allzu gerne eine größere Verbreitung wünschen..

Link mehr Informationen bei gopro.com

  
[24 Leserkommentare] [Kommentar schreiben]   Letzte Kommentare:
CameraRick    16:16 am 27.10.2017
Ich habe alle Tests nur mit selbst encodiertem Material gemacht, was die Hersteller in der Kamera sonst noch machen bietet mir zu viele Variablen, und man hat halt die gleiche...weiterlesen
prime    16:03 am 27.10.2017
Hier geht es nur um den Quell-Code, der jetzt frei verfügbar ist, zunächst mal nur für Entwickler interessant. Immerhin haben sie Apache/MIT-Lizenz gewählt und damit es jeder...weiterlesen
Axel    15:31 am 27.10.2017
Sehr interessant. Was heißt in diesem Fall "Open Source"? Wie installiere ich den Encoder? Der AME bietet mir den GoProCineform auch nur über Quicktime (MacOS). Ich hatte das...weiterlesen
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