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/// Test : Zubehör

Test : Steadycam Clip & Go: Im mobilen Einsatz
von rob Mo, 3.Februar 2003   


Den Auftakt zu unserer Artikelserie über mechanische Bildstabilisationsysteme - auch Steadycams oder Schwebestative genannt - macht der Handyman Clip & Go von ABC Products. Als Testkamera musste die allseits beliebte PD150 von Sony herhalten. Zusätzlich haben wir noch eine 0.7 X Weitwinkel-Optik (VCL-HG0758) an die Kamera montiert, da SteadicamSteadicam im Glossar erklärt und Weitwinkel ein Muss für gute Bilder sind und nur so realistische Testbedingungen geschaffen werden konnten.

Wer in letzter Zeit Videoequipment ausgeliehen hat, dem mag im Verleih-Geschäft, der HandyMan aus gleichem Hause aufgefallen sein. Mit seinem geschwungenen schwarzen Rohr ein echter Hingucker:





Das gleiche Stabilisationskonzept wurde dem Clip&Go zu Grunde gelegt, nur mit dem entscheidenden Unterschied, dass hier durch zwei Gelenk-Köpfe der Unterbau zweifach geklappt werden kann und somit der Clip&Go in gefaltetem Zustand nicht mehr Platz einnimmt als ein mittelgroßer Camcorder.





Je mehr mechanische Schaniere und Gelenke ein System besitzt, desto weniger Seitenstabilität und Verwindungssteifigkeit besitzt es. Das wiederum bedeutet, dass besonderer Wert auf die Qualität und Verarbeitung der benutzten Materialien gelegt werden muss. Hier hat ABC gute Arbeit geleistet. Die Gelenke bieten minimale Toleranzen und sind im ausgeklappten Zustand absolut spielfrei. Das Aluminium-Gestänge überzeugt durch Festigkeit und gute Verarbeitung: Ein Handgriff und der Clip&Go ist ausgeklappt.

Das Tarieren des Systems geht ebenfalls leicht von der Hand. Hierzu wird eine schraubbare Tischhalterung mitgeliefert, die sich an jeder Tischplatte befestigen läßt. Das Steadycam wird dann samt montierter Kamera in die Halterung geschoben und die Feinjustage über zwei Schraubsysteme für X- und Z-Achsen kann beginnen. Da das System für bestmöglich Ergebnisse sehr präzise eingestellt werden muss und der Punkt für das absolute Gleichgewicht auf den mm genau getroffen werden sollte, muss man hier schon mit ein wenig Fingerspitzengefühl und Geduld herangehen. Hat man jedoch erstmal das System eingestellt, überzeugt es durch sehr gute Stabilisationsleistung.

Das Steadycam-System ruht auf einer Stahl-Spitze, die mit dem Handgriff verbunden ist. Konstruktionssbedingt eignet sich dieses System in erster Linie für die Stabilisierung von Lauf-Bewegungen, bei denen der Abstand zwischen Kamera und Boden relativ konstant bleibt. Dies sollte für 90% aller Aufnahmesituationen reichen. Wer jedoch ein System braucht, bei dem sich die Stabilisation ebenfalls auf geneigte Kameras oder extreme Oben-Unten-Bewegungen erstreckt, der sollte zuvor genau testen, ob ihm der Radius des Clip&Go hierfür ausreicht - dies jedoch nur am Rande.

Da wir einen schweren Weitwinkel-Konverter vor das Objektiv der PD 150 geschraubt hatten, mussten wir auf speziell für diesen Zweck zur Verfügung stehende Zusatzgewichte zurückgreifen. Einmal montiert und feinjustiert liegt die Kamera bemerkenswert ruhig in der Hand. Wer allerdings längere Steadycam-Drehs vor sich hat, sollte seinen Arm zuvor gut trainieren - länger als 3-4 min hält man hier nicht durch: Aber seien wir mal ehrlich: Wer dreht länger als 3 min am Stück mit einem Steadycam ? Selbst mit Weste sind eigentlich nicht mehr drin ...

Um einen Eindruck von den Bildern zu erhalten, die mit dem Clip&Go (ohne große Übung wohlgemerkt) möglich sind, haben wir hier eine kleine Demo beigepackt. Der Clip wurde von uns im ZKM in Karlsruhe aufgenommen und freundlicher Weise für diese Demo freigegeben:


Demo-Video (772 KB/Quicktime)


Das Steadycam Clip&Go stellt durch seine clevere Falttechnik eine gute Lösung für den mobilen Einsatz dar. Wer ruhige Bilder braucht und viel auf Achse ist, wird mit dem Clip&Go ein hochmobiles und robustes Werkzeug finden. Im Lieferumfang inbegriffen ist eine gepolsterte Transporttasche, Zusatzgewichte, sowie die Justage-Halterung. Mit einem Preis von Euro 980,- ist der Clip und Go nicht gerade ein Schnäppchen - aber Qualität und spezialiserte Anwendungsgebiete haben eben ihren Preis.


rob


  



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update am 9.Februar 2012 - 15:00
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