ESI Quatafire 610

Als externe Firewire-Lösung verlangt das Quatafire610 MAC OSX 10.3 oder WindowsXP. Die Installation ist dafür denkbar einfach: Unter XP vor dem Anstecken die mitgelieferte Setup.exe ausführen, unter OSX muss nicht mal das sein. Die Core-Audio-Treiber sind schon im Betriebssystem enthalten, einzig das Control Panel muss entpackt werden. Es ist deutlich weniger umfangreich als das der ESP1010, dafür aber auch weniger kompliziert. Rewire o.ä. wird nicht mitgeliefert, die Bedienung beschränkt sich daher auf die Pegelung der Ein&-Ausgänge sowie die Panorama-Funktion der ersten beiden Kanäle (Zur Aufnahme mit nur einem Mikrofon). Außerdem können Latenz und Samplerate vorgegeben werden, was sogar zwingend notwendig ist: Eine Automatik-Funktion für die Samplerate gibt es nicht, wird innerhalb des Schnittprogramms 44.1khZ angewählt, obwohl der Treiber auf 48kHz steht, gibt es nur eine Fehlermeldung. Die Latenz ließ sich auf unserem Testrechner auf 6 ms herunterregeln, was für Software-seitiges mithören leider noch nicht reicht. Zum Glück liegt am Kopfhörerausgang immer das Signal der beiden Eingänge an, so dass für Sprachaufnahmen hierauf zurückgegriffen werden kann. Auch dieses Control Panel reagiert nicht auf den „Advanced“-Button von PremierePro&Vegas, eine „nur Mono“-Möglichkeit gibt es hier ebenfalls nicht. Der S/PDIF-Ausgang kann im Gegensatz zur ESP1010 AC-3-Ströme leider nicht darstellen, verarbeitet aber zumindest Professional und Consumer-Formate bis zu 96khz und 24 bit.
Die Hardware des Quatafire 610 gefällt dafür wesentlich besser als die der ESP1010: Für die beiden Mikrofon-Eingänge gibt es Gain-Regler, die zwar ein bisschen Kratzen, aber wesentlich ergonomischer sind als Software-Regler. Auch der Kopfhörer besitzt einen regelbaren Ausgang und die Anwahl von Line/Mic, 48V und Instrumenten Hochpegel (Hi-Z) ist als Taster ausgeführt. Dass auf der Rückseite nicht alle Ausgänge in gleicher Ausführung (viermal Cinch, zweimal Stereo-Klinke) vorliegen, dürfte im mobilen Alltag sogar von Vorteil sein. Zu Hause wird für die 5.1-Anlage aber mindestens ein Adapterpaar notwendig. Ein&Abgehende Midi-Signale kennzeichnen zur Fehlersuche vier Leuchtdioden und das Beste ist: Das Gerät kann in den meisten Situationen auch komplett Bus-powered betrieben werden. Nur wer unterwegs auch die 48V für Kondensatormikrofone benötigt, muss ein Netzteil mitnehmen. Ebenfalls sehr schön: Alle Anschlüsse sind auf der Oberseite noch einmal aufgedruckt und so schneller auffindbar. Qualitativ gibt sich das Quatafire dem Preis durchaus angemessen: Bei etwa -67db zappelte das Grundrauschen im Peakmeter.
Fazit
Eigentlich sind unsere beiden Kandidaten die perfekten Vertreter ihrer Zünfte: Die ESP1010 mit geringer Latenz, ausgereiften Treibern und günstigem Preis, das Quatafire 610 mit mehr Systembelastung, weniger Treiberfinesse und Mac-Unterstützung. Bei den Klangqualitäten sind beide vergleichbar, die Kaufentscheidung wird daher vorrangig vom Einsatzzweck und der Ergonomie abhängen. Bei beiden macht das Quatafire die flexiblere Figur, die ESP1010 punktet dafür mit Rewire und weniger Latenz.


















