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/// Test : Compositing

Test : MainConcept MainVision
von rudi Fr, 16.März 2001    

  Fazit:
  Fazit:

Für viele überraschend bietet die Aachener Softwarefirma MainConcept seit kurzem ein komplettes Composting System zum Kampfpreis von 500,- DM an. Das MainVision getaufte Produkt will sich von der Konkurrenz nicht nur durch seinen günstigen Preis sondern auch durch neuartige, teilweise einzigartige Bedienkonzepte von der Konkurrenz absetzen.

Auf den ersten Blick erscheint die Bedienung des Programms daher etwas eigenwillig, da Mainvision gegenüber der Konkurrenz ein etwas anderes Projektkonzept verfolgt. So ähnelt der Aufbau ein wenig dem bekannten Speed Razor von In Sync: Jede Spur kann jede andere beliebige Spur als Input für den eigenen Effekt besitzen. Dadurch ist man nicht mehr darauf angewiesen, Spuren, die miteinander in Abhängigkeit stehen untereinander zu plazieren. Dies erfordert in manchen Fällen etwas umdenken, ermöglicht jedoch zahlreiche Kombinationsmöglichkeiten von Spuren, die mit anderen Programmen nur umständlich oder gar nicht zu realisieren sind. Das 142-Seitige Handbuch beschreibt (momentan nur in Englisch) ausführlich die meisten Funktionen und führt den Benutzer in angenehm lockeren Stil zu seinen ersten Special-Effects. Die wahren Fähigkeiten des Programms erschließen sich jedoch erst durch einiges experimentieren.

Eine besondere Stärke des Programms liegt in seinen umfangreichen Vektorbearbeitungs-Funktionen. So lassen sich neben Alpha-Kanälen ebenfalls beliebig viele Vektor-Masken definieren und animieren. Das Programm geht dabei so weit, daß Schrift ebenfalls als animierbarer Vektorpfad erzeugt wird. Diese Vektorobjekte stehen jeder Spur zu jeder Zeit zur Verfügung. Effekte können oft nicht nur auf Videoclips, sondern auch auf diese Vektor-Objekte angewandt oder mit Videoclips verknüpft werden.

Eine weitere einzigartige Funktion erlaubt es, per Mausklick für jede einzelne Spur ein Preview-Fenster zu öffnen. Dadurch verliert man auch bei vielen Spuren nicht die Übersicht über die einzelnen Effekte. Der integrierte Ramplayer ermöglicht eine schnelle Preview-Berechnung in den diversen Fenstern. Dabei läßt sich per Mausklick in der Menüleiste die Renderqualität "on the Fly" ändern. Werden die Berechnungen zu aufwendig, schaltet man einfach einen "Qualitäts-Gang" runter und erhält das Ergebnis in einer niedrigeren Auflösung.

Ebenfalls einzigartig ist der Image Prozessor, der es erlaubt via Script-Sprache nicht nur auf einzelne Parameter zuzugreifen, sondern auch komplett synthetische Bilder zu erzeugen. Hiermit wurde auch die hauseigene Stock Library "Texture Loops" (Siehe Artikel) produziert.

Insgesamt lädt das Programm zum Experimentieren geradezu ein. Doch Vorsicht: MainVision bietet nicht unüberschaubar vieler Effekte und Plugins, die den Benutzer per Mausklick zum fertigen Ergebnis führen. Vielmehr steht eine solide Basissammlung von Plugins zur Verfügung, die erst in durchdachter Kombination zahlreiche bekannte Effekte ermöglichen. Komplexe 3D-Effekte alá Movie Pack fehlen dem Programm, dafür besitzt es ein einfach zu bedienendes Partikelsystem und ebenfalls die Möglichkeit Photoshop-Plugins einzubinden.

Während des Testzeitraums erlebte ich unter Windows NT nur einen einzigen Absturz. Nach diesem ließ sich das Programm jedoch sofort wieder starten. Dabei machte mich MainVision darauf aufmerksam, daß das letzte Projekt abnorm beendet wurde und stellte es bis auf den letzten Arbeitsschritt komplett wieder her, obwohl ich davor lange Zeit nicht gespeichert hatte. Unter einer weiteren Windows ME Installation gab es dagegen noch einige Kompatibilitätsprobleme.



Fazit:



Mit MainVision ist es MainConcept gelungen ein Compositing-System zu entwickeln, das schon in der ersten Version durch innovative Bedienung und einen soliden Leistungsumfang auffällt. Gegenüber teureren Systemen fehlt zwar noch die eine oder andere Funktion, jedoch läßt sich dies bei einem Preis von unter 500,- DM mit Sicherheit verschmerzen. Doch nicht nur Einsteiger sollten einen Blick auf das Programm werfen. MainVision empfiehlt sich auch für andere Compositing-Programme als zusätzliches Tool, mit dem sich manche Effekte weitaus schneller erledigen lassen.


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