Hauttöne
Die Hauttonreproduktion der Blackmagic Pocket Cinema Camera 6K Pro bewegt sich auch gewohnt hohem Niveau. Wer in RAW aufnimmt und auf schnelle Turnovers angewiesen ist, erhält unserer Erfahrung nach einen guten Startpunkt mit der entsprechenden Blackmagic 709-LUT.

Im Hinterkopf sollte man bei der Blackmagic 709 LUT für das Pocket 6K Material behalten, dass zusätzlich vor allem noch etwas Luma- und Sättigungs-Anpassung notwendig sind. Das bedeutet, dass die Blackmagic 709 LUT hier eher moderat zu Werke geht.

Wir persönlich schätzen dieses Verhalten, weil so vergleichsweise viel Spielraum für eine optimale Bildanpassung zur Verfügung steht.

Wer jedoch möglichst schnell zu optimalen Ergebnissen kommen muss, sollte sich die „Extended Video“ oder „Video“ Gammas genauer anschauen. Hier gilt es dann unserer Erfahrung nach nur noch minimal via Tint oder Weissabgleich von tendenziell kühleren Tönen hin zu wärmeren Tönen zu verschieben. Etwas Anpassung ist hier auf jeden Fall gefragt.
Neuer OLED-Sucher
Mit eine der wichtigsten Neuerungen der Blackmagic Pocket Cinema Camera 6K Pro stellt der optional verfügbare OLED-Sucher (Blackmagic Pocket Cinema Camera Pro EVF) dar.

Dieser wird unkompliziert mit seinem fixen Multikontaktstecker in die dafür vorbereitete Aufnahme auf der Oberseite der Pocket 6K Pro gesteckt und mit einer kleinen Schraube fixiert.
Der Sucher ist mit einem Neigescharnier ausgestattet, das einen Neigebereich bis zu 70 Grad abdeckt – eine Funktion die bei allen uns bekannten DSLMs leider fehlt und die nochmal deutlich zu einem ergonomischeren Handling beiträgt.
Apropos DSLM-Konkurrenz: Bei der Auflösung kann der Blackmagic OLED Sucher leider nicht mit den Suchern aktueller DSLMs mithalten. Mit seinen 1,2 Mio Bildpunkten liegt er deutlich unter den 3-9 Mio. Bildpunkten gegenwärtiger DSLMs. Für Ausschnitte mit schwierig zu beurteilender Schärfe empfehlen wir dann auch eher das rückseitige Display.
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Doch wenn man den Sucher zusammen mit der Vergrösserungsfunktion und Fokus-Assist/Peaking nutzt, kommt man auch hier recht weit – zumal die eher mittelmäßige Sucher-Auflösung in der Praxis durch die auch während der Aufnahme zuschaltbaren Hilfsfunktionen in unseren Augen ausgeglichen wird.
Clever empfanden wir hierbei die Multifunktion des Zeigefinger-Rads bei der Fokuskontrolle: Mit einem Klick lässt sich hier zwischen dem Vergrösserungsfaktor und der Navigation über das Sucherbild wählen.
Und schließlich seien noch der ebenfalls im Blackmagic Viewfinder enthaltene Näherungssensor sowie der vierteilige Diopter mit Stärken von -4 bis +4 Dioptrien positiv erwähnt.
Obwohl das rückseitige Klappdisplay mit seinen max. 1.500 Nits jetzt deutlich heller ausfällt, empfehlen wir für Aufnahmen bei hellem Umgebungslicht klar den neuen EVF. Dieser bietet mit seiner gut ausgeformten Augenmuschel nicht nur einen guten Lichtschutz, sondern hat konstruktionsbedingt auch nicht mit Spiegelungen (wie das rückseitige Display) zu kämpfen.



















