Seit wenigen Tagen ist der zweite Teil von Denis Villeneuves Dune-Verfilmung im Kino zu sehen, mit atemberaubenden Bildern - DoP Greig Fraser, der für seine Arbeit am ersten Teil den Cinematography-Oscar (2022) bekam, zeigt auch in Dune: Teil 2 sein Können. Wie einige der bemerkenswerten Szenen entstanden, erklärt der Kameramann in einem längerem Interview - glücklicherweise ohne allzuviele Spoiler.
Gedreht wurde der Film wieder mit ALEXA 65 und ALEXA Mini LF Kameras, wobei diesmal keine anamorphotischen, sondern sphärische Objektive zum Einsatz kamen - und zwar ziemlich besondere. So wurden laut einem ARRI Rental Bericht unter anderem re-housed Moviecam-Optiken aus den 1980ern sowie ältere sowietische Optiken, ebenfalls re-housed, verwendet. Diese sowie einige weitere Exoten sorgten für eine besondere Textur im ansonsten sehr cleanen, digitalen Bild. Wie aus dem Inteview oben hervorgeht, wurde das gedrehte Material übrigens eigens nochmal auf Film ausbelichtet und dann wieder eingescannt, um das gewisse "je ne sait quois" von analogem Filmmaterial zu erhalten. Was diese besondere Qualität genau ausmacht, sei laut Fraser nicht festzumachen, es sei eine Mischung aus vielen Faktoren. Film reagiere eben anders auf Licht.

Um den Szenen, welche in Giedi Prime spielen, einen besonderen Look zu geben und sie so von anderen Spielorten zu unterscheiden, wurden die ARRI-Kameras sogar nochmal modifiziert - der Infrarotlichtfilter, welcher dieses normalerweise unerwünschte Lichtspektrum vom Sensor fernhält, wurde entfernt. Da wiederum das sichtbare Licht beim Dreh ausgefiltert wurde, entstanden Infrarot-Aufnahmen, welche auf den ersten Blick wie Schwarz/Weiss-Aufnahmen (welche zunächst geplant waren) wirken, jedoch nochmal ganz andere Helligkeitsabstufungen aufweisen und das Motiv unwirklicher oder unheimlicher erscheinen lassen.
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Eine weitere spektakuläre Szene ist jene, in der Paul erstmals auf dem Sandwurm reitet. Hier war - wie überhaupt in den beiden Dune-Filmen - das Ziel, eine möglichst realistische Darstellung einer völlig phantastischen Handlung zu finden, was unter anderem heißt, eine glaubwürdige Kameraführung und Position zu wählen. Inspirieren ließ sich Fraser dabei von Surfervideos und vor allem auch von Wasserski-Aufnahmen. Interessanterweise hebt für Fraser die Musik von Hans Zimmer ausgerechnet diese Szene auf eine völlig neue Ebene, sodass es ihn, der ja alle Bilder für diesen Film selbst konzipiert und umgesetzt hat, und der jedes Detail in den Frames auswendig kennt, jedesmal an der gleichen Stelle geradezu umhaut.
Wer wie Greig Fraser fasziniert ist von Hans Zimmers Arbeit (auch er bekam für den ersten Dune-Teil einen Oscar), kann sich im Anschluss auch mit ihm ein Interview über die Entstehung von der Filmmusik für Dune 2 ansehen:



















