Schon für sich genommen ist Googles Weltengenerierungs-KI Genie 3 eindrucksvoll genug, doch nun ist eine weitere, auch für Filmemacher sehr interessante Fähigkeit bekannt geworden. Genie 3 kann nämlich nicht nur Welten per Text-Prompt erzeugen, sondern auch Bilder oder Videos als Startpunkt für die Erstellung von interaktiven 3D-Welten nutzen.

Ein von einem Entwickler gepostetes Beispielvideo zeigt die Aufnahmen eines Drohnenflugs, der nach rund 10 Sekunden vom User per Genie 3 übernommen wird, der dann frei weiterfliegt und nicht mehr an den Flugpfad der Originalaufnahme gebunden ist. Genie 3 generiert nicht nur nahtlos neue Bilder von Landschaftsaspekten, die noch nicht zu sehen waren, sondern scheint sich auch an die am Anfang des Videos gezeigten Details erinnern zu können - man kann sie aus einer anderen Perspektive sehen, nachdem der virtuelle Pilot eine Schleife geflogen ist.
Yesterday we announced Genie 3. One feature of the model that&s especially fun to play with is starting worlds from existing videos. Here&s a drone shot generated by Veo 3, with me taking control mid-flight. https://t.co/M4iRZEF6LR pic.twitter.com/tyBQNhLF1I
— Jakob Bauer (@jkbr_ai) August 6, 2025
I got the @GoogleDeepMind team to test Genie 3 with one of my artworks pic.twitter.com/6RMB4XMTgH
— Rui Huang (@RuiHuang_art) August 11, 2025
Das eröffnet faszinierende neue Möglichkeiten, denn man kann so per Genie 3 zum Beispiel auch in ein beliebiges Gemälde oder einen Film "eintauchen" und eine bestimmte Szene samt ihrer speziellen Welten frei erkunden, wie im folgenden Beispiel in allen Stärken und Schwächen demonstriert.
Hier in Edward Hoppers berühmtes Bild "Nighthawks":
Something fun we discovered: you can use #Genie3 to step into and explore your favorite paintings.
Here&s a short visit to Edward Hopper&s "Nighthawks". pic.twitter.com/tzwe7xosQa— Aleksander Holynski (@holynski_) August 8, 2025// Top-News auf einen Blick:
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Oder ein klassisches Gemälde wie hier Jacques Louis Davids "The Death of Socrates":
Something fun we discovered: you can use #Genie3 to step into and explore your favorite paintings.
— Aleksander Holynski (@holynski_) August 8, 2025
Here&s a short visit to Edward Hopper&s "Nighthawks". pic.twitter.com/tzwe7xosQa
Für Filmemacher könnte Genie 3 - als virtuelle Kamera genutzt - interessant sein, zum Beispiel indem Ansichten einer schon gefilmten Szene aus anderen Perspektiven generiert werden, sei es als Ergänzung schon gemachter Aufnahmen oder zum Experimentieren beim Finden der optimalen Kameraeinstellung einer Szene vor noch vor dem eigentlichen Dreh. Genie 3 bietet nochmal mehr Möglichkeiten als Runways Aleph, das die nachträgliche Bearbeitung von Videoaufnahmen erlaubt und auch neue Ansichten generieren kann, aber nicht frei navigierbar wie Genie 3, sondern nur grob per Textprompt.
Noch unklar ist, ob Genie 3 durch ein längeres Startvideo noch mehr Informationen zur (Re-)Konstruktion der Welt erhält und dies noch originalgetreuer darstellen kann. Ein Startvideo lässt sich jedenfalls kombinieren mit einem Textprompt, um die Generierung zu beeinflussen.
a world within a world... pic.twitter.com/l7gjEDj06X
— Aleksander Holynski (@holynski_) August 6, 2025
Man sollte bei aller Begeisterung natürlich im Kopf behalten, dass Genie 3 den klassischen Beschränkungen generativer KIs unterliegt: die auf der Basis von vorhandenen Bildern neu erzeugte Welt wird nach Wahrscheinlichkeit generiert, d.h. nach Mustern, die aus dem Trainingsmaterial extrahiert wurden. D.h. Genie 3 erstellt keine exakten Rekonstruktionen der (Film-)Wirklichkeit außerhalb des Frames, sondern - abseits vom im Quellvideo Sichtbaren - nur mögliche Umgebungen. Deswegen kann man in Genie 3 etwa nicht durch echte Städte wie in den Beispielvideos New York oder Venedig gehen, sondern in einem archetypischen New York oder Venedig - was aber für Ortsunkundige kaum vom Vorbild zu unterscheiden ist. Google selbst weist in der Sektion über die Beschränkungen des Modells darauf hin: "Genaue Darstellung realer Orte. Genie 3 ist derzeit nicht in der Lage, reale Orte mit perfekter geografischer Genauigkeit zu simulieren."



















