Der Kameramarkt schrumpft weiter, spiegellose Systemkameras holen gegen DSLRs auf

// 15:31 Do, 6. Feb 2020von

Wie viele Kameras weltweit produziert und verkauft werden, darüber führt die japanische Camera & Imaging Products Association (CIPA) Buch. Die neuesten Zahlen für 2019 belegen, was in der Branche ein offenes Geheimnis ist -- der Markt schrumpft stetig weiter. So wurden insgesamt knapp 22% weniger Fotokameras ausgeliefert als im Vorjahr.


Ein etwas differenzierteres Bild ergibt sich jedoch, wenn man sich die nach Kategorien aufgeschlüsselte Tabelle genau ansieht. Kameras mit fest verbauter Optik wurden um 22% weniger nachgefragt. Noch größere Einbußen gibt es bei den Spiegelreflexkameras zu verzeichnen: um ganze 32% fielen die Verkäufe, noch stärker sank sogar der Umsatz (um etwa 41%).



Halbwegs stabil dagegen zeigen sich wieder die spiegellosen Systemkameras: in diesem Segment wurden "nur" um die 4,4% weniger Geräte ausgeliefert als in 2018, während dabei sogar ein kleines Umsatzplus erzielt wurde (3,6%). Kein Wunder -- während Fixoptik-Kameras aufgrund der Smartphone-Kameras zunehmend obsolet werden und kaum neue DSLRs überhaupt auf den Markt kommen (rühmliche Ausnahme: die Canon EOS-1 DX MarkIII, sieht man bei den Spiegellosen durchaus interessante Neuvorstellungen, vor allem auch im Premium-Segment.


Aktuell und spiegellos: Pansonic Lumix SH1, Nikon Z6
Aktuell und spiegellos: Pansonic Lumix SH1, Nikon Z6

Trotzdem wurden in 2019 insgesamt immer noch mehr Spiegelreflexkameras verkauft als Spiegellose, wenn auch zu geringerem Umsatz, wobei sich dies seit Herbst zu ändern scheint. Im Oktober wurden laut der Statistiken weltweit mehr Kameras ohne als mit Spiegel ausgeliefert, ebenso im November und Dezember - soweit wir sehen können, ein Novum. Regional gibt es in diesem Punkt jedoch große Unterschiede: In Asien ist das Interesse an spiegellosen Systemkameras generell größer, während in Europa und vor allem in Amerika (Nord + Süd) bislang die DSLR-Verkäufe in Stückzahlen überwiegen.



Auch die Objektivverkäufe nehmen ab, insgesamt um ca. 21%. Blickt man nur auf Objektive für Kameras mit größeren Sensoren, mindestens 35mm, liegt das Minus bei ca. 14%, das Umsatzminus bei ca. 5,6%.



Für das kommende Jahr wird eine ähnliche Entwickung erwartet, allerdings tauchen erste Befürchtungen auf, dass es zu Lieferengpässen kommen könnte aufgrund der Maßnahmen, die in China ergriffen werden, um das Corona-Virus einzudämmen. Zahlreiche Werke sind dort aktuell geschlossen, wann sie ihren Betrieb wieder aufnehmen können, ist unklar. Beispielsweise Sony hat bereits angekündigt, dass es bei der Produktion von Bildsensoren vor allem für Smartphones (sowie von der PlayStation 4) zu Problemen kommen wird, falls die Lage in China sich nicht demnächst normalisiert.


Kürzlich vorgestellt:Canon EOS-1 DX III
Kürzlich vorgestellt:Canon EOS-1 DX III


[ Hinweis: Verbesserte Meldung, in der ursprünglichen Version war das Wort "spiegellos" aus dem Titel gefallen ]



Leserkommentare // Neueste
calli  //  12:44 am 10.2.2020
Es wurde auch das chinesische Neujahr gefeiert, da ist das ganze Land im Urlaub. Bei vielen Fabriken wurde dieser Urlaub, aufgrund des Coronavirus, verlängert. Hier ein Artikel...weiterlesen
Totao  //  15:31 am 7.2.2020
Tja, bin auch noch mit 1080p unterwegs (GH3) wobei die Kamera immer öfter zu Hause bleibt. Die GH5 werde ich mir wohl erst holen wenn die GH6 raus ist und die Preise deutlich...weiterlesen
ChillClip  //  13:41 am 7.2.2020
Wenn ich übrigens bloß mal dran denke, wie lange es gedauert hat, bis sich endlich mal Klapp- und Schwenkdisplays etabliert haben. Da haben die Anwender sowas erst jahrelang...weiterlesen
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