Blackmagic Production Camera 4K – Spekulationen und Fakten

Nachdem Blackmagic Design nun ja wirklich ein Höllentempo vorlegt und in Sachen Geheimhaltung selbst Apple in nichts nachsteht, probieren wir an dieser Stelle einmal die bisher bekannten Fakten zu sammeln und um plausible Spekulationen zu ergänzen.


UPDATE: Hier jetzt die offiziellen technischen Daten der Blackmagic Production Camera 4K.



Die Blackmagic Production Camera 4K besitzt einen Super 35mm Sensor mit Global Shutter, der eine Aufzeichnung von UltraHD/4K ermöglichen soll. Sieht man sich auf dem Markt um, so spricht vieles dafür, dass es sich hierbei um den CMOSIS CMV12000 Sensor handeln dürfte. Neben den technischen Daten und der tatsächlichen Verfügbarkeit spricht jedoch noch eine andere Eigenschaft für diesen Sensor: Similaar-Gründer Samuel H hat schon einmal mit diesem Sensor gespielt und dabei festgestellt, dass dieser einer vergleichsweise geringen Dynamik-Umfang hat. Ein Problem, dass grundsätzlich mit dem global Shutter zusammenhängt. Auch Sony spricht beim Einsatz des Global Shutters von einem deutlich reduzierten Dynamik Range. Dies könnte auch der Grund sein, warum Blackmagic für diese Kamera eben keine 13 Stops Belichtungsumfang angibt, sondern auf den Plakaten hierzu noch gar keine Angaben macht.



Sollten die Sensordaten stimmen, so könnten noch andere Überraschungen auf uns warten. Der Sensor kann nämlich bis zu 12 Bit bei 90fps auslesen und 10 Bit mit bis zu 150 fps. Dies ist nicht nur für Slow Motion interessant, sondern eben auch für HDR, bei dem immer zwei Bilder mit unterschiedlicher Belichtung aufgenommen werden. Das erhöht dann wieder den Dynamik Range, jedoch auch Kosten der Bewegungsschärfe.



Die Aufzeichnung kann mit ProRes und Compressed CinemaDNG RAW erfolgen. Eine verlustfreie Kompression der 4K Einzelbilder ist eigentlich heutzutage nur eine Frage der Prozessorleistung, und in der Regel kein großes Problem. Wir würden daher schätzen, dass es sich um eine verlustfreie Kompression handelt, wodurch sich die Datenraten ungefähr auf dem Niveau der aktuellen Cinema Camera abspielen dürften.



Sollte Blackmagic jedoch auch auf leicht verlustbehaftete RAW-Kompression setzen, könnten die Datenraten sogar noch drastisch fallen. NUR: In diesem Bereich verteidigt RED aktuelle gerade seinen Patentpatentpool wie ein Löwe Drache gegenüber Sony. Wir könnten uns vorstellen, dass Blackmagic dieses Fass nicht auch noch aufmachen will, sondern gegenüber RED möglichst unangreifbar bleiben will.



Das führt uns zum nächsten Stichwort: Patente. Blackmagic hat eigentlich durch die Reduzierung auf das wesentliche kaum etwas zu befürchten. CinemaDNG ist Open Source, ProRes ist auch von den Rechten her geklärt, und ansonsten gibt es an dieser Kamera außer der Mount eigentlich nichts, was von irgendwelchen Rechten berührt werden könnte, weil sie eigentlich aus Standard-Komponeten zusammengeschraubt wurde und keine aufwendigen Firmware-Tricks beherrscht.



Und genau die EF-Mount von Canon passt jetzt bei diesem Modell mit dem S35Sensor nun "wie angegossen". Sie wirkt fast schon wie eine freche Aufforderung an alle Canon Filmer, einfach einen neue 4K Body zu kaufen und die alten Optiken behalten zu können. Wir können uns kaum vorstellen, dass Canon die EF-Mount nicht unterbinden würde, wenn sie könnten. Schließlich lässt Blackmagic mit dieser Kamera die komplette C-Serie bis 25.000 Euro etwas antiquiert aussehen. Und umgekehrt glauben wir, dass Blackmagic sich hier hundertprozentig sicher ist, dass Canon nichts gegen den EF-Mount in der Blackmagic Production Camera 4K in der Hand hat.



Ein Liefertermin zur Kamera ist ja noch nicht kommuniziert, jedoch geben wir zu bedenken, dass es sich offensichtlich komplett um das gleiche Gehäuse wie bei der Cinema Camera vom letzten Jahr handelt. Hardwareseitig muss Blackmagic folglich eigentlich nur den Sensor und ein neuen Mainboard einbauen. Mit Platinenfertigung kennen sie sich aus, da haben wir keine Bedenken und der Sensor befindet sich schon seit 2. Juli 2012 in der Massenfertigung. Dazu liefert CMOSIS unter anderem auch die Sensoren für die neue Leica M, die Firma hat also durchaus Erfahrung mit entsprechenden Stückzahlen. Kurz: Vergleichbare Sensorprobleme wie letztes Jahr dürften bei CMOSIS nicht zu erwarten sein, wenn es denn ein CMOSIS-Sensor ist.



Kurz: Uns würde es nicht wundern, wenn Black Magic heute Abend noch eine Auslieferung für Q2 in Aussicht stellen wird. Wenn nicht sogar ab sofort. Denn wer weiß schon wirklich, weshalb die letzten Monate so wenige BMCCs der ersten Generation produziert wurden? Falls es Sensorknappheit war, hatte ja Blackmagic schon genügend Zeit nebenbei die 4K in netten Stückzahlen zusammenzuschrauben. Und eine sofortige Auslieferung wäre dann wirklich DIE NAB-Messeüberraschung.


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