Import-Formate
Beim Importieren diverser Video-Formate konnten unsere 4K-Cineform-Democlips nicht gelesen werden. Auch CinemaDNG-File Sequenzen (u.a. von Blackmagic Design) waren für Vegas unlesbar. Dafür funktioniert nun der Import von HEVC/H.265-Clips, die in unserem Fall von einer Samsung NX1 stammten. Die Scrubbing Perfomance bei dieser anspruchsvollen Komprimierung lag ungefähr auf dem Niveau vom Adobes Premiere und erlaubte einen problemlosen Schnitt auf unserem Testsystem mit einer 6 Corei7-5820K-Intel CPU bei 4 GHz. Butterweiches HEVC-Scrubbing war aber auf keiner der beiden Applikationen möglich. Mit 4K ProRes oder 4K XAVC bei 24fps flutschte die Vegas-Timeline jedoch wie geschmiert. Auf Quicktime ist Vegas übrigens seit dieser Version für die ProRes-Decodierung nicht mehr angewiesen.
Effekte
Mit einer eingebauten GTX 1070 waren eine Menge Echtzeit-Effekte in 4K stapelbar, solange es sich nicht um zu komplexe Filter handelte und man sich ausschließlich in der gut gefüllten Auswahl “GPU-beschleunigt” bedient. Neu hinzugekommen ist hier ein GPU-Vignette-Effekt. Die sehr gute Performance verliert jedoch etwas, wenn man die Timeline von 8 Bit auf 32 Bit Fließkomma umstellt, wobei immer noch eine ruckelfreie 24p/4K-Wiedergabe mit einer Farbkorrektur möglich blieb.
Bei 50/60p 4K-XAVC-Material musste Vegas jedoch auf unserem Testsystem passen. Hier war nur noch eine Wiedergabe mit ca. 33 fps in 32 Bit respektive 38 fps in 8 Bit möglich. Premiere Pro kann dagegen das gleiche Material noch flüssig und ruckelfrei in 32 Bit in der höchsten Qualitätsstufe wiedergeben und dabei sogar noch einige GPU-Effekte darauf stacken.
ACES, LUT und Log
ACES ist schon in vielen Programm-Bereichen integriert und etwas Log-LUT-Unterstützung ist unter der Oberfläche zu finden: So kann der Vorschaumonitor auf eine generelle Log-Wiedergabe umgestellt werden und einzelnen Clips können S-Log1/2 sowie Alexa Log C-Tranformationskurven zugewiesen werden:

Die Nutzung eigener LUTs wird allerdings nicht direkt unterstützt.
Vorschau
Das Monitor-Vorschau-Fenster bleibt nach wie vor nicht beliebig einzoombar, sondern kann nur eine mittige 1:1 Pixel Vorschau bieten. Dafür sind die Möglichkeiten einen zweiten Monitor an der Grafikkarte als Vorschaumonitor zu nutzen nach wie vor ausgefeilter als bei allen anderen uns bekannten Programmen. Auch die Audio-Funktionen sind für ein Schnittprogramm bemerkenswert und erübrigen oft den Wechsel in ein separates Audio-Programm. Als weitere Stärke bleibt die umfangreiche Scripting-Fähigkeit des Programms ein Alleinstellungsmerkmal.



















