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/// Test : Video-DSLR

Test : Nikon D600
von rob Mo, 19.November 2012 | 4 Seiten | diesen Artikel auf einer Seite lesen   


Handling /Technische Daten
Testlabor
Das wahre Leben
Fazit



Mit der Vorstellung der Nikon D600 zur Photokina 2012 hat Nikon als erster der großen Kamerahersteller seine Premiere für ein völlig neues Marktsegment gegeben, auf das Foto-Enthusiasten schon lange gewartet haben: Erschwingliche Fullframe- Einstiegsmodelle. Rund 2.000,- Euro kostet nun das Dazugehören zur Königsklasse „Vollformat“. Wir wollten wissen, was die Nikon D600 in Sachen Videofunktionen zu bieten hat …

Nikon D600



Nikon war mit der Nikon D600 extrem schnell gewesen - Vorstellung auf der Photokina und Verfügbarkeit im Fachhandel liefen quasi parallel ab. Allerdings scheint diese Geschwindigkeit auch einen Preis zu haben – aber hierzu später mehr.



Handling /Technische Daten



Beim ersten in die Hand nehmen fällt uns das relativ leichte Gewicht der Nikon D600 auf. Für eine Vollformatkamera ist sie mit 850 g recht leicht, was Nikon mit einem Verbund aus Magnesium und Kunststoffgehäuse erreicht haben dürfte (Gehäuse Ober-und Unterseite bestehen aus Metall, der Body dazwischen aus Kunstoff). Die Qualität des Gehäuses ist auf Nikon typischem hohen Fertigungsniveau.

Nikon D600 Gehäuse aus Magnesium-Kunstoff Verbund



In Sachen Gehäusedesign und Bedienung bietet die Nikon D600 eine ganze Reihe positiver Funktionen – allerdings auch zwei Mankos. Fangen wir mit dem Positiven an: Sehr gut gefallen an der Nikon D600 haben uns die beiden U1 und U2 Schalter auf dem links oben platzierten Progammwahlrad. Diese sind uns bereits von der Nikon D7000 bekannt und sehr nützlich. Auf diesen U-Menüs lassen sich komplette Kameraprofile hinterlegen. Ein Dreh mit dem Programwahlrad und es liegt eine komplett neue konfigurierte Kamera in der Hand. (Wir fragen uns, weshalb dies noch nicht bei den Nikon Pro-Modellen zu finden ist).

Nikon D600 Doppelslots



Ebenfalls positiv aufgefallen sind uns die Arretiermöglichkeiten für sowohl das Programmwahlrad als auch für den darunter befindlichen Einstellring für den Serienbildmodus zu dem auch ein neuer Quiet (Leise) Modus gehört, der diesmal tatsächlich auch etwas leiser geraten ist. Beide Räder lassen sich nun nicht mehr versehentlich beim Transport oder bein Handling verstellen. Sehr gute Detail hier von Nikon.

Arretierbares Programmwahl- und Bildmodusrad



Ebenso wie der doppelte SD Cardslot, mit dem sich diverse intelligente Belegungen (Backup, Overflow etc.) fahren lassen.

Weniger gefallen bei der Nikon D600 (und was schon seit geraumer Zeit bei der Ergnonomie von Canon besser gelöst wird) ist die Ausformung des Handkeils bei den Einstiegs- und Mittelklassemodellen. Für grosse Hände scheinen nur die Pro-Serie von Nikon gemacht zu sein. Hier fühlt man sich ab der Nikon D800 wohl. Bei Canon lassen sich auch bei den APS-C Modellen die Kameras gut mit grossen Händen greifen – seltsam, dass Nikon das nicht bessr angeht. Aber wir geben zu: Dies ist ein persönlicher Faktor.

Ebenfalls zu den Kritikpunkten zählt das zu grün/gelb eingestellte Bild der Nikon D600. Dies fällt vor allem beim Betrachten von Hauttönen auf dem LCD auf. Dies lässt sich zwar relativ einfach beheben – stellt jedoch trotzdem eine unnötige Irritation dar.

Im Gegensatz zu den Profimodellen, bei denen die Autofokus Meßpunkte stärker im Bild verteilt sind, konzentrieren sich beim Multi-CAM4800 Modul, das eiegentlich für APS-C Bildgrößen entwickelt wurde, die Meßpunkte eher in der Bildmitte. Dies empfanden wir jedoch in der Praxis kaum als störend, da man ja auch schnell die Kamera entsprechend ausrichten, messen und wieder neu den Ausschnitt bestimmen kann, falls das Motiv zu sehr am Bildrand platziert sein sollte.

Fokuspunktvertielung der Nikon D600 mit APS-C Modul



Im Herzen der Nikon D600 werkelt ein ziemlich lichtstarker 24,3 MP CMOS Vollformatsensor, der für den Fotobetrieb entsprechend viel Auflösung bereit stellt, (dafür jedoch auch beim Video mit deutlichem Moirée zu kämpfen hat – mehr hierzu im Testlaborkapitel).

Auch die restlichen Daten ISO 100-6400, das sich bis auf H2 hochschrauben lässt, 39 Autofokus Meßpunkte (besagtes Multi-CAM4800 AF-Modul), einen 3,2" LCD mit 921.000 Bildpunkten, einen externern Mikrofonanschluss und einen Kopfhöreranschluss dokumentieren das gute Ausstattungsniveau der Nikon D600.

Als Einstiegskamera in den Vollformatkosmos von Nikon dürfte die Nikon D600 vor allem im Fotobetrieb viele Freunde finden. Bei den Videofunktionen hingegen gibt es noch etwas Luft nach oben:

Vor allem der HDMI-Out der von Nikon als uncompressed und für die Aufzeichnung von professionellem Video geeignet beworben wird, stellt ein echtes Ärgernis dar. Das hier ausgegebene Bild verfügt über einen schwarzen Cache und ist damit eher weit von professionellem Video entfernt. Bis dato scheint Nikon hier noch keine Lösung gefunden zu haben. Allerdings soll sich Japan des Problems nach Angaben von Nikon bewußt sein. Ob eine Lösung per Firmware-Update möglich ist, war zum Zeitpunkt des Tests noch nicht in Erfahrung zu bringen. Wir haben Tests auf diversen Monitoren und mit unterschiedlichen Einstellungen gemacht sowie mit dem Atomos Ninja das HDMIHDMI im Glossar erklärt Signal aufgezeichnet – stets mit schwarzem Rand und damit nicht wirklich brauchbar.

Positiv zu vermerken ist, dass sich für die Videoaufnahme grundsätzlich alle wichtigen Videoparameter (Blende, Verschlußzeit und ISO) im Programmmenü „M“ manuell frei einstellen lassen. Allerdings mit der Einschränkung, dass man während des Liveviewbetriebs nicht die BlendeBlende im Glossar erklärt bei modernen Nikkoren verändern kann. Hierzu muss man die Liveview verlassen und hat nun Zugriff auf die BlendeBlende im Glossar erklärt via Zeigefinger-Kontrollrad - ein wichtiger Unterschied zur Nikon D800 (neben dem HDMI-Out ohne Cache). Eine andere Möglichkeit besteht darin, manuelle Optiken mit mechanischen Blendenring zum Einsatz zu bringen, was wir für den Videoeinsatz und auch zum manuellen Schärfeziehen sowieso eher befürworten. Das Repertoire der Optiken die an der Nikon D600 gefahren werden können, ist Dank integriertem AF-Motor und Blendenfühler für manuelle Optken sehr gross. Die Nikon D600 sollte also sowohl mit AF, AF-I, AF-D und AF-S als auch mit AI und AI-S Optiken funktionieren.

Während der Videoaufnahme lassen sich ISO, Verschlußzeit und eine Belichtungskorrektur einstellen. Vermisst haben wir die Möglichkeit, das Audio während der Aufnahme zu pegeln. Hierfür muss man die Aufnahme anhalten oder vor Beginn der Aufnahme den über den Multifunktionsbutton pegelbaren Ton per Druck auf den „WB“ Button aufrufen.

Videos werden wie von anderen Nikons bereits gewohnt in einen QuickTime Container mit H.264/MPEG-4 Advanced Video Coding in 1080p1080p im Glossar erklärt mit 24,25 oder 30 B/s aufgezeichnet, Sound als Linear PCM. In 720p stehen auch 50/60p zur Verfügung. Die maximale Aufzeichnungsdauer für Videos beträgt 29 Minuten und 59 Sekunden.





Testlabor





Die Auflösung der D600 sieht auf den Chart zwar erst einmal gut aus, jedoch verbergen sich hinter den Wellen überlagernde Moiré-Frequenzen.




Das gilt auch für die Farbauflösung: Die Berge im Verlauf sind falsch gesamplete Frequenzen des Chroma-Charts. Hier erzeugt die Kamera Muster, die gar nicht existieren.




Farbige Moires und Stufen in den gebogenen Trompeten-Verläufen. So extreme ArtefakteArtefakte im Glossar erklärt haben wir im Testlabor schon lange nicht mehr gesehen.



Bei ordentlichem Licht bietet die Farbwiedergabe der Nikon D600 keinen Anlass zur Kritik. Trotzdem lässt sich die Bildcharakteristik bei Bedarf zusätzlich feintunen.




Bei unserem 12 Lux Lowlighttest schlägt sich die Nikon D600 ziemlich gut. Sehr geringes Rauschen in hohen ISO-Einstellungen (alle Aufnahmen mit F2.8 und 1/50 Sek Belichtungszeit).



Das wahre Leben



Alle Aufnahmen in diesem Nikon D600 Test wurden mit dem AF-S Nikkor 24-70 mm 1:2,8G ED gemacht und, wenn nicht anders benannt, mit ISO 100.

Bei unserem traditionellen Tageslichtschwenk macht sich leider bereits eine Schwäche der Nikon D600 im Videomodus bemerkbar: relativ starkes Moiré.



Wenn man auf das Dach des Gebäudes neben dem Reichstag blickt, fällt das Moiré deutlich auf. Noch mehr fällt es bei selbigem Dach bei unserem Autofokus Test auf.



Unter den Autofokus-Systemen bei Video-DSLRs stellen die Nikon Systeme traditionell die etwas besseren AF-Systeme im LiveView-Betrieb dar. Die Nikon D600 macht hier keine Ausnahme, erreicht jedoch auch nicht das AF-Verhalten von dedizierten Camcordern. Manuelles Fokussieren bleibt somit das Mittel der Wahl für optimale Schärfekontrolle bei Video-DSLRs:



In Sachen Lowlight bestätigt sich auch in der Praxis der gute Eindruck aus dem Testlabor. Leider hat es bei unserem Nachtshot leicht geregnet und ein Paar Tropfen sind auf das Objektiv gelangt. Dies schmälert jedoch nicht den positiven Eindruck der Lowightfähigkeit der Nikon D600. Die ISO-Reihe wurde mit f2.8 und 1/50 Sekunde belichtet:



Ebenfalls kurz von uns ausprobiert wurden die einzelnen Bildprofile der Nikon D600. Recht gut gefallen hast uns beim Custom-Profil die Möglichkeit, Schärfe, Kontrast und Sättigung deutlich zu reduzieren um so etwas mehr gestalterischen Spielraum in der Postproduktion zu erhalten. Mit einem fuktionierenden HDMI-Out ohne Rand liesse sich hierbei sicherlich noch mehr Videoqualität herausholen:

















Fazit



Licht und Schatten liegen bei der Nikon D600 ziemlich nah beieinander. Grundsätzlich hätten wir bei der Nikon D600 in Sachen Video auf mehr gehofft. Zu den positiven Merkmalen gehört ihre sehr gute Lowlightfähigkeit sowie die komplett manuellen Einstellungen für den Videomodus.

Doch das reicht im derzeitigen, hart umkämpften Video-DSLR Segment nicht ganz aus, denn die Mankos bei der Videofunktionalität wiegen schwer: Angefangen beim HDMI-Out der im Gegensatz zum offiziell entworfenen Bild kein für die externe Aufzeichnung brauchbares HD-Videobild ausgibt (lediglich mit scharzem Rand), über die starke Tendenz zu farbigen Moiré-Artefakten bis hin zum nicht während der Aufnahme pegelbaren Ton.

Hier muss Nikon noch nachbessern – einige Kritikpunkte lassen sich eventuell per Firmwareupgrade beseitigen ... wie gesagt soll Nikon Japan mit den Problemen vertraut sein - ob eine softwareseitige Lösung gefunden werden kann, steht derzeit jedoch in den Sternen.

Im Fotobereich hingegen prophezeien wir der Nikon D600 mit ihrem auflösungs- und lichtstarken Fullframesensor einen großen Erfolg.


Die UVP der Nikon D600 liegt bei 2.149,00 Euro


Nikon D600
Plus Minus Derzeit niedrigster Preis (ohne Gewähr) :  1799 Euro Listenpreis: 2149 Euro (inklusive Mwst.)

MEHR INFO:
Alle technische Daten sowie Testbilder und Testergebnisse in unserer Datenbank
+ starke Lowlightfähigkeit
+ manuelle Einstellmöglichkeiten der wichtigsten Belichtungsparameter
+ erstmalig erschwinglicher Fullframe-Einstieg
- HDMI-Out mit schwarzem Rand
- Tendenz zu starken Moiré-Artefakten
- Kein Audio-Pegeln während der Aufnahme
- keine Blendensteuerung von G-Optiken in der Liveview

  

[44 Leserkommentare] [Kommentar schreiben]   Letzte Kommentare:
jenss   12:44   26.06.
Welche Einstellung nutzt ihr am liebsten bei der D600? Ich habe jetzt bei Liegeradrennen 720p60 genutzt, aber ich hatte jetzt doch nicht so oft Zeitlu...weiterlesen
jenss   10:59   07.06.
Ist das Moire der D600 stärker als das bei einer Sony A65?

Gab es nach Release schon mal ein FW-Update der D600?

Was...weiterlesen
rob   15:11   03.12.
Hallo Funkytown,

Klasse, dass Du Dich nochmal gemeldet hast - vielen Dank für Dein Feedback.

Viele Grüße
Rob
funkytown   15:03   03.12.
So, habe mir jetzt die D800 bestellt und direkt mit den Videoleistungen der D600 verglichen. Und ich muss mich für meine Einschätzung der Testergebnis...weiterlesen
[ Alle Kommentare lesen]

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