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/// Test : Videoschnittkarten

Test : Canopus DVStorm
von rudi Mo, 2.April 2001    

  Einleitung
  Fazit:

Während die gesamte Konkurrenz durchwegs auf C-Cube Chipsätze setzt, die außer einem Alpha-Effekt keine weiteren Echtzeitmöglichkeiten bieten, versucht Canopus durch ausgeklügelte Programmierkunst und ein sehr offenes Hardwaredesign zu glänzen. Im Gegensatz zur Konkurrenz werden alle Echtzeit-Effekte in Software erzeugt, wofür allerdings auch äußerst rechenstarke Systeme benötigt werden. Dafür erhält der Käufer eine gewisse Investitionssicherheit, da mit steigender Systemleistung auch immer mehr Echtzeit-Effekte möglich werden.

Von seinem Urahn Rex-RT und der neu vorgestellten Rex RT Professionell unterscheidet sich die DV-Storm nur durch die analogen Anschlußmöglichkeiten. Während die teuerste Karte auch professionelle Komponenten-Signale und symmetrisches Audio verarbeiten kann, bietet die hier vorgestellte Lösung nur eine semiprofessionelle Signalführung. Über einen mitgelieferten 5 1/4 Zoll Einschub stehen FBASFBAS im Glossar erklärt, S-Video sowie Chinch-Audio als Ein-und Ausgänge zur Verfügung. Im Gegensatz zur Konkurrenz steht dabei sogar die Firebuchse an der Frontseite des Computers zur Verfügung, was gelegentliches „Herumstöpseln“ stark vereinfacht. Wer sein System lieber fest verkabeln will, findet auf der Rückseite der PCI-Karte neben einer zusätzlichen Firewirebuchse auch noch einmal S-Video-Ein- und Ausgänge sowie die Audio-Signale als Klinkenbuchsen.

Um dem Consumermarkt entgegenzukommen setzt die neue Karte nicht zwingend auf ein Dual-Prozessor-System unter Windows 2000 oder NT, sondern kann bereits mit einem handelsüblichen "Einzylinder" losstarten, der unter Windows 98 oder ME läuft. Wer jedoch in den Genuß vieler Echtzeit-Effekte kommen will, sollte dennoch ein Dual-Prozessor System mit Windows 2000 in Erwägung ziehen. Auch bei der Ram-Ausstattung sollte man nicht geizen, erst ab 256 MB stellt sich echter Editing-Spaß ein. Dies ist einem besonderen Caching Mechanismus zu verdanken: Lastet die Storm beim Abspielen der TimelineTimeline im Glossar erklärt die Prozessoren nicht vollständig aus, so berechnet sie schon vorausschauend spätere Effekte in einen RAM-Puffer. Kommt der Player nun an eine zu komplexe Stelle im Videostrom, so liegen bereits die ersten Frames des Effekts abspielbereit vor, während der Prozessor versucht den Rest des Effekts ohne Frameverluste abzuspielen. Selbst wenn das System an einer Stelle in der TimelineTimeline im Glossar erklärt für die eingesetzten Effekte zu leistungsschwach sein sollte kann diese dank diesem Trick ohne RendernRendern im Glossar erklärt abgespielt werden. Zusätzlich dient dieser Buffer der Überbrückung von Dropped Frames. Selbst mit einer einzigen EIDE-Festplatte ohne RAIDRAID im Glossar erklärt spielte die Storm sämtliches Material ohne Ruckler aus der Timeline. Dennoch sind im Vergleich zu anderen Lösungen die Hardwareanforderungen des Systems insgesamt relativ hoch, was man bei einer Kaufentscheidung nicht außer acht lassen sollte.

Für den Anwender stehen alle Echtzeit-Effekte sowohl unter Premiere 6.0 als auch unter Storm-Edit zur Verfügung. Neben der einfacheren Bedienung und dem geringeren Funktionsumfang unterscheidet sich letzteres Programm dabei vor allem in der Signalverarbeitung. Intern benutzt das Programm das professionelle YUVYUV im Glossar erklärt 4:2:24:2:2 im Glossar erklärt FormatFormat im Glossar erklärt, während Premiere (auch in der neuen Version) nach wie vor im RGB-FarbraumRGB-Farbraum im Glossar erklärt arbeitet. Das YUV-Format hat den Vorteil, daß Videos (egal ob Betacam oder DV) bereits in diesem Farbraum vorliegen und daher nicht verlustbringend zwischen den Farbsystemen hin und her konvertiert werden müssen. Dieses Feature findet man sonst nur bei weitaus teureren Schnittsystemen. Da das Premiere-RT-Plugin von Canopus allerdings subjektiv genauso schnell arbeitet wie Storm-Edit, liegt die Vermutung nahe, daß die Storm in Ihrem Player-Modul ebenfalls mit YUVYUV im Glossar erklärt arbeitet, solange keine Premiere-eigenen Effekte eingesetzt werden.

Schon bei den Titeln zeigen die Canopus-Programmierer der Konkurrenz, wie man effektiv programmiert: Bis zu zehnTitel lassen sich gleichzeitig über die Videoströme legen und dabei animieren. Dabei können neuerdings sogar Bilder mit Alpha-KanalAlpha-Kanal im Glossar erklärt importiert werden. Zu aller Ironie arbeitet selbst der beliebte und in Premiere 6.0 mitgelieferte TitelgeneratorTitelgenerator im Glossar erklärt Title-Deko von Pinnacle hierbei vorzüglich mit der DV-Storm zusammen.

Die Liste der übrigen Echtzeiteffekte übertrifft alles, was die Konkurrenz in dieser Preisklasse momentan zu bieten hat: Neben Alpha-Blenden und Picture in Picture Effekten, findet sich eine FarbkorrekturFarbkorrektur im Glossar erklärt (sowohl in YUVYUV im Glossar erklärt als auch in HSBC!) und ein Chroma-Luma Keyer in der Filterliste. Zusätzlich beherrscht die Storm eine Menge Bildverfremdungsfilter: Neben seltener eingesetzten Effekten wie EmbossEmboss im Glossar erklärt, oder Pencil Sketch ragen vor allem diverse Blur-Verfahren aus dieser Liste heraus, die man als Cutter auf anderen Systemen als Echtzeitfunktionen oft schmerzlich vermißt.

Die Qualität der Effekte ist dabei durchgehend sehr gut: Der Chroma-KeyerChroma-Keyer im Glossar erklärt liefert schlichtweg die besten Ergebnisse, die ich jemals mit DV-Material gesehen habe. Nur an feinen Haarstrukturen muß er (formatbedingt) passen. Die FarbkorrekturFarbkorrektur im Glossar erklärt bietet ebenfalls sehr gute Justiermöglichkeiten und läßt durch die interne YUV-Verarbeitung niemals die ansonsten üblichen Kompressionsklötzchen hervor scheinen. Einziger Wehrmutstropfen ist der Picture-In-Picture Effekt. Dieser erlaubt nach meinen bisherigen Versuchen kein Subpixelrendering. Das kann Premiere 6.0 allerdings auch mit eigenen Boardmitteln nicht.

Ansonsten wirkt die Storm nur im 3D-Bereich etwas schwach auf der Brust. Wer jedoch 3D-Effekte nur als Übergänge verwendet, kommt wahrscheinlich schon mit dem mitgelieferten Soft-Explode über die Runden. Ansonsten kann er auf die zusätzlich erhältliche Xplode-Karte ausweichen, die auf starken Systemen kürzere Effekte dank Ram-Puffer ebenfalls in Echtzeit erzeugen kann.

Die Integration der Canopus-Effekte ist leider nicht vollständig an die neue Oberfläche von Premiere 6.0 angepaßt. Zwar reihen sich die neuen Canopus-Filter direkt unter den Premiere-Effekten in die Auswahl ein, jedoch stehen die einzelnen Parameter nicht zur direkten Bearbeitung in den neuen Effektlisten zur Verfügung. Dafür ist es aber ebenfalls möglich alle Effekte und deren Veränderungen direkt an einem angeschlossenen Preview-Monitor zu begutachten. Außerdem stehen im Vergleich zur Konkurrenz alle Effekte auch direkt am Firewire-Ausgang zur Verfügung. Dies spart weitere Zeit, da ein finaler Renderschritt entfällt.

Ebenfalls noch nicht integriert wurden die neuen Audio Mixer Funktionen, sowie das Abspielen von Clips mit variabler Geschwindigkeit (Slowmo etc). Für letzteres kann man sich immerhin ein separates Stand-Alone-Tool von der Canopus Seite herunter laden. Außerdem kann man beim Einstellen des Keyers (noch) nicht den späteren Hintergrund begutachten, sondern man sieht das Objekt immer nur vor einer grauen Fläche freigestellt.

Von diesen kleinen Unannehmlichkeiten abgesehen lief unser Testsystem mal wieder (wie für Canopus typisch) extrem stabil. Während wir mit den ersten Premiere 6.0 Beta-Treibern noch seltene Abstürze zu verzeichnen hatten, läuft das System mit den neuen 1.01-Treibern seit zwei Wochen ohne einen einzigen Absturz unter Windows 2000.

Wird der Rechner bei komplexen Effekt-Kombinationen trotz großem RAM-Puffers überfordert, hat der Benutzer die Wahl zu RendernRendern im Glossar erklärt oder zu Beurteilungszwecken den Effekt verlangsamt zu begutachten, indem er letztere Funktion über eine Menüfunktion freigibt. Da die Storm jedoch extrem schnell rendert, lohnt sich in den meisten Fällen die kurze Wartezeit, zumal ein einmal gerenderter Effekt nicht mehr neu berechnet werden muß.

Ab einem Dual PIII 700 kann jeder Effekt der DV-Storm ohne RendernRendern im Glossar erklärt erzeugt werden. Kleinere Effektkombinationen wie FarbkorrekturFarbkorrektur im Glossar erklärt mit CroppingCropping im Glossar erklärt oder mit PiPPiP im Glossar erklärt sind ebenfalls möglich. Doch damit ist noch lange nicht das Ende der Fahnenstange erreicht. Mit größeren Systemen werden immer mehr Effekte kombinierbar. Folgende Webseite von Canopus spiegelt ein relativ realistisches Bild der möglichen Effekte wieder, was sich auch größtenteils mit unseren bisherigen Erfahrungen deckt. Tendenziell scheint diese Tabelle sogar eher etwas zu untertreiben.

Auch im Audiobereich stehen zahlreiche Echtzeit-Effekte zur Verfügung, die jedoch bei weitem nicht so viel Prozessorleistung verbraten (und bei Bedarf auch blitzschnell gerendertgerendert im Glossar erklärt sind) : Neben Delay, Panning- und Balance sowie zwei Hoch- und Tiefpass-Filtern gibt es einen grafischen 10-Band- und einen parametrischen 3-Band Equalizer. Öfters genutzte Funktionen wie Hall wurden von Canopus nach wie vor noch nicht integriert. Jedoch gelang es auf unserem System auch die Premiere-Audio-Filter in Echtzeit einzusetzen.

Neben dem üblichen Haufen zusätzlicher Software wie dem TitelgeneratorTitelgenerator im Glossar erklärt Boris Graffiti, dem Musikkompositionsprogramm Sonic Foundry ACID Style und einer auf zwei Brennvorgänge beschränkten Version der DVD-Athoring Software Spruce UP DVD befindet sich nun auch der Canopus MPEG-2MPEG-2 im Glossar erklärt Encoder im Lieferumfang. Da beide Prozessoren bei diesem Vorgang voll ausgelastet wurden, dürfte auch diese Anwendung stark von schnelleren Prozessoren profitieren. Die Qualität der Encodierung war dabei mit bloßem Auge nicht vom Ursprungsmaterial zu unterscheiden.

Ein besonderes Goodie hält Canopus noch für alle Anwender von After Effects bereit. Gegen 250 US$ Aufpreis kann man für alle Canopus Karten mit Hardwarecodec (also auch für die DVStorm) ein PluginPlugin im Glossar erklärt erwerben, welches den Vorschaubildschirm des Programms 1:1 und ohne Renderzeiten auf einem Preview-Monitor anzeigt. Da hierbei das Signal mit voller YUVYUV im Glossar erklärt 4:2:2-Qualität übertragen wird, entstehen hierbei keine Kompressionsverluste. Zwar soll diese Funktionalität auch in dem gerade angekündigten AFX 5 für OHCI-Karten integriert sein, jedoch dürften hierbei bei der Bildausgabe lähmende Renderzeiten entstehen, da die Ausgabe ja zuerst in Software nach DV komprimiert werden muß.


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