///  >

Grundlagen : Was unterscheidet Cine-Optiken von Foto-Objektiven? Hier: "T-" vs "f-Stop"

von Mo, 17.Juni 2013


Ob Systemkameras, Video-DSLRs, Großsensorcamcorder oder die neuen BMD Cinema Cameras: Videosysteme mit Wechseloptiken erfreuen sich zunehmender Beliebtheit und damit stellt sich immer öfter auch die Frage, welche Optik zu welcher Kamera passt und welcher Anwendungsfall mit welcher Optik am besten abgedeckt wird. Wir starten auf slashCAM deshalb eine Serie zum Thema "Glas"und beschäftigen uns in den ersten Kapiteln mit der Frage, was eigentlich eine Cine-Optik von einer Foto-Optik unterscheidet. Hier: "T-" vs "f-Stop".

Bei der Klassifizierung der Lichtstärke von Objektiven unterscheiden sich Film-Objektive und Foto-Objektive durch die Angabe von f-Stops im Fotobereich und T-Stops im Filmbereich. Was hat es mit den Kürzeln „f“ und vor allem „T“ also auf sich und weshalb wird hier schon wieder unterschieden?

Hier ein Schneider Kreuznach Cine-Xenar III 18 mm T2.2



Die Antwort ist schnell gegeben: f-Stops (Focal Ratio) geben die sog. Blendenzahl an, die aus einem rein berechneten, mathematischen Wert (dimensionslose Zahl) besteht, während T-Stops (Transmission) die tatsächliche, gemessene Menge an Licht repräsentieren, die durch die Optik hindurchkommt (natürlich auch eine dimensionslose Zahl).

Bei den Transmision-Stops handelt es sich um eine f-Stop oder Blendenzahl, die um den Betrag korrigiert wurde, der als Lichtverlust auf dem Weg durch das optische System auf der Strecke bleibt.

Hier ein Zeiss Compact Prime 28 mm T2.1



Also nochmal kurz rekapituliert, wie man zur Blendenzahl kommt:

Die Blendanzahl f gibt das Verhältnis von BrennweiteBrennweite im Glossar erklärt (ƒ) zur Öffnungsweite einer Optik (D) an:

f = ƒ / D

Eine 50 mm Festbrennweite hat bei einer BlendeBlende im Glossar erklärt von 2.0 einen geöffneten Blendendurchmesser von 50 mm / 2.0 = 25 mm.

Da bei einem optischen System an den Übergängen von Luft/Glas und Glas/Glas je nach Güte ein Teil des eintreffenden Lichts reflektiert oder absorbiert wird, kann nie die gesamte Menge an Licht die auf die Optik trifft am Ende auch wieder austreten. Ein Restmenge Licht geht stets verloren. Dieser verlorenen Menge Lichts wird durch den Transmission-Stop Rechnung getragen oder anders ausgelegt:

Der Transmission-Stop repräsentiert die tatsächlich auf der Bildebene auftreffende Lichtmenge.

Bei obigem Rechenbeispiel würde der T-Stop leicht oberhalb des f-Stop von 2.0 liegen also z.B. bei 2.3. Durch besonders hochwertige Optiken (Vergütung, spezielle Glassorten etc.) kann sich der T-Stop dem f-stop annähern – 100% erreichen kann er ihn nicht.

Weshalb ist nun der T-Stop für Filmschaffende geeigneter als der fotografische f-Stop?

In der Filmpraxis hat sich gezeigt, dass bei einem Wechsel des Objektivs für eine neue Einstellung beispielsweise von einer Festbrennweite auf ein ZoomZoom im Glossar erklärt (womöglich auch noch ein anderer Hersteller) selbst bei Nutzung des gleichen f-Stops an beiden Objektiven ein sichtbarer Sprung in der Belichtung eintreten kann. f-Stops sind einfach zu ungenau da sie die Güte der Optik nicht berücksichtigen. In der Fotografie spielt dies kaum eine Rolle, doch beim laufenden Bild ist eine minimal abweichende Belichtung durch divergierende Optik-Lichtstärken sichtbar.

Will man die Aufnahmen von unterschiedlichen Optiken aneinanderschneiden bei gleicher Belichtung (= Lichtmenge auf der Bildebene) achtet man bei der Belichtung auf den gleichen T-Stop.

Weiter geht es demnächst beim Thema Cine-Optiken vs Foto-Objektive mit den Kapiteln:
Objektivdurchmesser, Modifikationsmöglichkeiten von Foto-Optiken, Kompatibilität, Auflagenmaß u.a.


    

[6 Leserkommentare] [Kommentar schreiben]   Letzte Kommentare:
Jan    14:33 am 18.6.2013
Genau, das wissen einige User nicht, dass an der Hinterlinse auch bei gleicher Blende mit verschiedenen Brennweiten die gleich grosse Öffnung (die vom Tele) da ist. Von vorn...weiterlesen
Skeptiker    10:38 am 18.6.2013
Wenn ich mein altes, aber 'hochwertiges', mechanisches Tamron-Zoom zur Hand nehme (80-210 / 3.8-4.0), sehe ich folgendes beim Zoomen: Von vorne ins Objektiv geblickt (auf die...weiterlesen
gandalfsson    09:06 am 18.6.2013
interessant. Dann stellt sich doch weiterhin die Frage, weshalb hochwertige Zoomobjektive den Blendendurchmesser variieren. Denn bei konstantem Blendendurchmesser könnten sie im...weiterlesen
[ Alle Kommentare ganz lesen]

Artikel zum selben Thema:

Grundlagen: Was unterscheidet Cine-Optiken von Foto-Objektiven? Hier: Modifikationsmöglichkeiten von Foto-Optiken Mo, 22.Juli 2013
Grundlagen: Was unterscheidet Cine-Optiken von Foto-Objektiven? Hier: Auflagemaße – wer passt zu wem? Mo, 1.Juli 2013
Grundlagen: Was unterscheidet Cine-Optiken von Foto-Objektiven? Hier: Skalen und Zahnkränze Do, 6.Juni 2013
Grundlagen: Was unterscheidet Cine-Optiken von Foto-Objektiven? Hier: Objektivanschluss und Blende Mo, 27.Mai 2013
Grundlagen: Was unterscheidet Cine-Optiken von Foto-Objektiven? Hier: Fokus und Dämpfung Do, 16.Mai 2013

Weitere Artikel:


Ratgeber: Sachtler ACE XL vs Manfrotto NitroTech N8 Di, 15.August 2017
Noch nie war es so spannend im Einstiegsbereich professioneller Kameras wie gerade jetzt: Canon EOS C200, Panasonic AU-EVA1, Ursa Mini Pro 4.6K, Sony FS7 MKII, GH5, etc .... Genau in diesem Segment konkurrieren der Sachtler ACE XL und der Manfrotto Nitrotech N8 Fluidkopf miteinander – beide mit einer max. Traglast von 8 kg. Welcher Stativkopf ist für welchen Einsatz besser geeignet: Hier unser Pro&Contra.
Test: Manfrotto Nitrotech N8 -- der neue, modifizierte Stativkopf Do, 15.Juni 2017
Hier nun unser Test des modifizierten, brandneuen Manfrotto Nitrotech N8 Stativkopfs, der nach dem weltweiten Manfrotto Rückruf nach unserem Vorserientest jetzt seinen Weg in die slashCAM Redaktion gefunden hat. Was beim N8 upgedatet wurde und wo wir die Stärken und Schwächen des Manfrotto Nitrotech N8 in der Praxis (auch im Vergleich zu Sachtler Ace L und FSB 8) sehen, lest ihr hier.
Test: Sachtler FSB 10: Neuer Einstiegs-Fluidkopf im 100 mm Halbschalensegment Di, 31.Januar 2017
Mit dem Fluidkopf FSB 10 stellt Sachtler im professionellen 100 mm Halbschalenbereich seinen bislang günstigsten Stativkopf zur Verfügung. Mit einer Payload von 4-12 Kg richtet er sich an das heiß umkämpfte Segment aktueller S35 Cine-Kameras wie Ursa Mini 4.6K, Sony FS7, RED Scarlet-W, Canon C300 MKII, Panasonic VariCam LT u.a. Wir haben uns den neuen Sachtler FSB 10 Fluidkopf genauer angeschaut:
Test: Monopod Shootout: Manfrotto MVMX Pro 500 vs Sirui P-224S Einbeinstativ Mo, 16.Januar 2017
Mit dem Manfrotto MVMX Pro 500 und dem Sirui P-224S haben wir zwei video-affine Einbeinstative im Test, die sowohl bei der Ausstattung und Verarbeitung (als auch beim Preis) zum hochwertigen Monopod-Segment gehören. Wie schlagen sich die beiden Einbeinstative im Videobetrieb?
Test: Praxistest: Came-TV Optimus Einhandgimbal + Sony A7S II + Zeiss Loxia Fr, 11.November 2016
Test: Video Assist 4K -- Monitor-Recorder von Blackmagic Design Mo, 25.Juli 2016


[nach oben]


[nach oben]
















passende Forenbeiträge zum Thema
Objektive:
Objektiv für Blackmagic Ursa Mini 4k
EF Objektiv mit bestem Stabilisator zum Filmen
Frage zu ACR Objektivprofil
Eine Empfehlung bitte für eine Tasche (Sony NEX-EA50E, 3 Objektive)
Auflagemaß Box-Objektive
Welche FD Canon Objektive fürs Filmen
Vintage Objektive "welche sind brauchbar fürs Filmen
mehr Beiträge zum Thema Objektive

Zubehör:
Wird Gimbal & Co nun überbewertet?
Speicherkarte Sony FDR AX 53: Wie weit reicht der Speicherplatz?
Welcher 50" UHD TV? Zwei Displays an BM Karte unter Edius?
Tasche für Sony FDR-AX53 gesucht
Sonnet eGFX Breakaway Box 350/550: GPU-Power per Thunderbolt 3
LG zeigt weltgrößten OLED Video-Wall: 50 x 14 Meter
Welches Zubehör brauche ich für die BM Ursa Mini 4k
mehr Beiträge zum Thema Zubehör




update am 21.August 2017 - 18:00
slashCAM
ist ein Projekt der channelunit GmbH
*Datenschutzhinweis*