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Grundlagen : POL- und ND-Filter (ND Hard-, Soft-Edge und Full) im 4K-Vergleich

von Do, 7.Januar 2016 | 3 Seiten | diesen Artikel auf einer Seite lesen

  Einleitung
  ND-Filter / Grundlagen
  POL-Filter Grundlagen

Im zweiten Teil unseres Filter-Workshops schauen wir uns diverse Basis-Filter genauer an. Wie funktionieren ND und Pol-Fillter (linear und zirkular)? Hierzu haben wir die Panasonic GH4 mit Kompendium und dem neuen Veydra Miniprime 12mm bestückt und stellen bei den ND-Filtern Soft- und Hard-Edge Verläufe vor und vergleichen sie gegen das ungefilterte Bild sowie gegen einen durchgängigen ND-Filter. Auch POL-Filter sind mit von der Partie …



Als Einstimmung vorab ein kurzer Bespiel-Clip von uns mit diversen ND Filtern (+POL) im Vergleich (GH4 und Veydra 12 mm, technisches CC in Resolve 12, Schnitt auf FCPX am aktuellen Mac Pro 8-Core) :





ND-Filter / Grundlagen



ND-Filter (Neutral Density / Neutraldichte) sind Graufilter, deren Aufgabe es ist, die auf den Sensor (oder den Film) einfallende Lichtmenge zur reduzieren. Dies kann in vielen Situationen wichtig sein: Angefangen beim Arbeiten mit einer möglichst offenen BlendeBlende im Glossar erklärt in hellem Umgebungslicht für den kreativen Umgang mit der Schärfentiefe über Effekte mit bewußt verlängerter Verschlußzeit (eher für die Fotografie von Interesse) bis hin zum Beibehalten der nativen ISO bei stärkerem Umgebungslicht oder beim Arbeiten mit bestimmten LOG-Profilen mit erhöhten ISO-Funktionen.

ND-Filter gehören zur essentiellen Grundausstattung eines jeden Kamerapakets. In vielen für den Run&Gun-Einsatz (ENG, Event etc.) entworfenen Kameras sind ND-FilterND-Filter im Glossar erklärt bereits fest in der Kamera verbaut und lassen sich in unterschiedlicher Stärke intern vor den Sensor schalten. Im Video-DSLR-Bereich sowie bei Cine-Cams muss in der Regel mit externen ND-Filtern gearbeitet werden, die entweder über ein Kompendium mit entsprechenden Filterrahmen (Trays) möglichst nah vor dem Objektiv angebracht werden oder via Gewinde direkt auf das Objektiv geschraubt werden (sofern das Objektiv eine entsprechende Schraubfassung bereitstellt).

Bei den Schraubfiltern erfreuen sich Vario-Graufilter (Fader-NDs) auf Grund ihres komfortablen Handlings großer Beliebtheit. Allerdings unterscheidet sich die Qualität der auf dem Markt befindlichen Fader-NDs recht stark – hier lohnt es sich genau hinzuschauen. Da man vor allem bei Vario-NDs sehr schnell mit hohen Dichten operieren kann, empfehlen wir hier zusätzlich die Investition in einen IR-Sperrfilter (IR-Cut), der in der Regel vor dem ND-Fader angebracht wird und somit auch gleich den (meist teureren) ND schützt. Es gibt jedoch auch bereits kombinierte Fader-ND +IR Cut.



Doch auch bei ND-Filtern für den Einsatz in Kompendien ist das Thema IR-Sperrung von Bedeutung. Auch hier gilt grundsätzlich: Soll bei hellem Umgebungslicht mit möglichst offener BlendeBlende im Glossar erklärt gearbeitet werden, steigt die Gefahr von Infrarotverunreinigungen (IR-Pollution) im aufgenommenen Bild. ND-FilterND-Filter im Glossar erklärt mit eingearbeitetem IR-Cut sind hier die sicherere Wahl. Die Art der Deep-Red oder Infrarotverarbeitung unterscheidet sich allerdings teilweise stark von Kamera zu Kamera. Einige durch Infrarot mit Fehlfarben aufgenommene Bilder lassen sich auch halbwegs in der Postproduktion korrigieren – bei anderen sollte von vorne herein auf ND-IR Filter geachtet werden.


Die Bewertungskriterien für ND Filter lauten:

- neutrale Farbwiedergabe
- Auflösung
- Vergütung
- Vignettierung im Weitwinkel-Bereich
- möglichst neutrale Texturierung der Unschärfe (Bokeh) bei geöffneter Blende
- ggf. Infrarot-Sperrvermögen


Eine weitere wichtige Gruppe innerhalb der Neutralgraufilter bilden die ND-Verlaufsfilter (ND graduated oder abgekürzt: ND grad.), die bei starken Motivkontrasten vor überbelichteten Bildelementen – für gewöhnlich heller Himmel – schützen. Mit Hilfe von Verlaufsfiltern lässt sich bei entsprechenden Motiven ein Dynamikumfang erhalten, der mit durchgängigen ND-Filtern nicht möglich wäre (s.hierzu auch unser Beispielvideo).

Die Stärke von Graufiltern wird mit unterschiedlichen Werten angegeben. Gebräuchlich sind entweder logarithmische ND-Werte oder lineare Faktoren der Verschlußzeitverlängerung. Hier eine Tabelle mit den wichtigsten ND-Filterstärke-Bezeichnungen im Vergleich:

ND-Filterstärken-Bezeichnungen



Wer erstmalig in einen ND-FilterND-Filter im Glossar erklärt für sein Kompendium investiert, steht häufig vor der Frage, welche Stärke die richtige ist. Eine pauschale Antwort auf diese Frage kann es nicht geben, weil hier das Motiv und die jeweilige Kamera stark mit hinein spielen. Am eindeutigsten findet man die Antwort, wenn bei den eigenen Kameraaufnahmen oder beim Einsatz eines Fader-NDs die Blendenstufen gezählt werden, um die bei häufig aufgenommenen Motiven die Lichtmenge reduziert wird, um auf die optimale Belichtung zu kommen. Landet man bei 2 Blendenstufen wäre ein ND.6 eine gute, erste Investition – landet man bei 3 Bendenstufen würde man eher zu einem ND.9 greifen – etc.pp...

Im folgenden ein Paar ND-Filterbeispiele mit unterschiedlichen Verlaufsformen:

Tiffen ND0.9 Grad Soft Edge (SE)



Neutraldichtefilter mit Verläufen werden zwischen Soft Edge (SE) und Hard Edge (HE) unterschieden. Allerdings existiert keine Normierung für den Verlauf und was bei dem einen Hersteller als weicher Verlauf bezeichnet wird, kann beim nächsten bereits zum harten Verlauf gehören. Soft Edge NDs werden gerne für diffuse Horizontlinien eingesetzt. Weicher Verläufe sind anspruchsvoller bei der korrekten Beurteilung durch den Sucher oder auf dem Kameradisplay als harte Verläufe - hier hilft ein guter, externer Monitor.



Die Abbildung des Verlaufs ist auch von der BrennweiteBrennweite im Glossar erklärt und der genutzten BlendeBlende im Glossar erklärt abhängig. Ein starkes Weitwinkel macht den Verlauf deutlicher als ein Tele – ebenso eine eher geschlossene Blende.

Tiffen ND0.9 Grad Hard Edge (HE)



ND-Filter mit einer Hard Edge Gradation bieten sich für einfache Horizontverläufe an. Auch kann ein Hard-Edge beim Einsatz von Normal oder Tele-Brenweiten mehr Sinn machen. Auch hier gilt, dass keine Normierung von Verlaufsstärken existiert und damit die Verläufe unterschiedlicher Hersteller nicht miteinander identisch sind.



Hard Edge Verläufe sind einfacher im Kamerasucher zu beurteilen als Soft Edge Verläufe. Auch Hard Edge Verläufe stellen sich bei unterschiedlichen Brennweiten und Blenden unterschiedlich dar. Weitwinkel macht die Verläufe sichtbarer – ebenso eine eher geschlossene Blende.

Tiffen ND 0.9 (no Grad)



Die mit Abstand gebräuchlichsten ND-FilterND-Filter im Glossar erklärt stellen eine gleichmäßige Lichtreduzierung über den gesamten FrameFrame im Glossar erklärt zur Verfügung und sollten als einfache Schraubfilter, Fader-ND oder Glasfilter für das Kompendium bei jedem Kamera-Einsatz mit hellem Umgebungslicht zum Standard-Equipment gehören.



Die Einsatzgebiete entsprechender ND-FilterND-Filter im Glossar erklärt sind recht umfassend: Vom kreativen Umgang mit der gestaffelten Schärfe im Raum über die Korrektur von LOG-Profilen mit hohen ISO-Funktionen bis hin zum Anpassen unterschiedlicher Kamera / Objektivkombinationen in einem Multi-Kamera Setup u.v.m. bilden ND-FilterND-Filter im Glossar erklärt mit die wichtigsten Filter im Repertoir des/der Bewegtbildschaffenden.

(IR-Pollution im Auge behalten und bei der Anschaffung neuer Filter ggf. mit berücksichtigen.)


Artikel-Inhaltsverzeichnis:
Einleitung / ND-Filter / Grundlagen
POL-Filter Grundlagen
    

[3 Leserkommentare] [Kommentar schreiben]   Letzte Kommentare:
rob   17:18   07.01.
Hallo Balkanesel,

ja, Blattwerk ist häufig reich an Reflexen - ein Polfilter arbeitet die Farben stärker heraus - steht so auch im Po...weiterlesen
balkanesel   15:48   07.01.
Pol wirken sich auch sehr stark auf Blättern aus, Wald wirkt gleich viel grüner
[ Alle Kommentare lesen]

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