Durch eine Anfrage wurden wir auf eine Problematik aufmerksam, die bisher von vielen Anwendern total ausgeblendet wurde. Wie scharf muss ein HD-Monitor eigentlich sinnvollerweise sein?
Auf den ersten Blick klingt diese Frage etwas komisch. Denn jeder Leser würde sagen, je mehr Pixel, desto schärfer, desto besser. Uns wurde jedoch die praktische Frage gestellt, ob man denn auf einem 50 Zoll LCD-Fernseher in 3 Meter Entfernung einen Unterschied zwischen einem Full-HD-Display mit 1920 Horizontal-Pixeln und einem HD-Ready-Disply mit 1366 Horizontal-Pixeln sehen könnte. Ziemlich gute Frage...
Wie scharf ist das menschliche Auge?
Da kein Forscher der Welt konkret sagen will, wieviel dpi ein Mensch tatsächlich sehen kann, scheint die Frage eigentlich müßig. Denn neben stärkeren und schwächeren Fehlsichtigkeiten ist die Auflösung des Blickfeldes auch extrem davon abhängig, in welchem Winkel der Mensch schaut, bzw. ob das Objekt mittig oder seitlich im Blickfeld sitzt. Daher kann es logischerweise keine allgemeingültige Formel für dieses Problem geben, bzw. man müsste man diese Formel für jeden Menschen individuell berechnen.
Was allerdings geht, ist einen maximalen „Worst-Case“ für die Schärfe anzusetzen. So findet man in der Fachliteratur diverse Tests, wobei kein Forscher auf 25 cm Entfernung mehr als ca. 360 dpi zu ermitteln glaubt. (die meisten aber deutlich weniger!). Weiters scheint sich in der Empirie zu bestätigen, dass die erkannten dpi mit der Entfernung linear abnehmen. Also bei doppelter Entfernung wurden nur noch die halben dpi erkannt, bei halber Entfernung die doppelten etc.
Oder praktisch gesprochen: Der „bestsichtigste“ Mensch erkennt auf 50cm Entfernung maximal 180 dpi und auf einen Meter Distanz maximal 90 dpi. Bei zwei Meter Betrachtungsabstand sind es nur noch 45 dpi. Und (das brauchen wir später) auf 1 cm entspricht dies umgerechnet 9000 dpi.
Realitäts-Check
Wenn wir uns einen 50 Zoll-Fernseher ansehen, so müssen wir noch von der Diagonale auf die horizontale Breite schließen, um dessen dpi zu erfahren. Wer noch Pythagoras aus der Schule kennt, hat das Problem schnell im Griff und errechnet sich eine horizontale Länge (bei einem 16:9-Schirm) von ca. 43,4 Zoll. Da dpi dot per inch oder übersetzt Pixel pro Zoll sind, stehen wir kurz vor der Lösung unseres Problems: Bei einem FullHD-Bildschirm bringen wir 1920 Pixel auf diesen 43,4 Zoll unter. Das macht ca. 44 Pixel pro Zoll oder eben 44 dpi. Bei einer Auflösung von 1366 Pixel auf 43,4 Zoll sind es dagegen "nur" 31 dpi.
Wenn wir jetzt einen Dreisatz anwenden kommen wir schnell auf die Entfernung, ab der das menschliche Auge keine Qualitätverbesserung mehr wahrnehmen kann, auch wenn es noch mehr Pixel gibt:
Wenn wir jetzt den Worst Case von oben einsetzen, bei dem wir wissen, dass kein Mensch mehr als 9000 dpi auf 1 cm sehen kann, dann kommen wir zu folgendem Ergebnis:
Ab 2,90 m kann man also nicht mehr sehen, ob ein Fernseher mehr als 31 dpi hat. Oder anders gesagt: Ab 2,90m Betrachtungsabstand kann kein Mensch auf einem 50 Zoll-Display mehr als 1366 Horizontalpixel unterscheiden. Wer also grundsätzlich weiter als 2,90 m vom 50-Zoll-Display entfernt sitzt, braucht sich keine FullHD-Auflösung zu kaufen, sondern es reichen also 1366 Pixel.
In dieser Formel ist aber wie bereits erwähnt noch jede Menge Spielraum. Denn sie geht auch davon aus, dass ein optimalsichtiger Mensch auf einem FullHD-50Zoll-Display bei 2 Meter Betrachtungsabstand einzelne Pixel unterscheiden kann, wie folgende Rechnung zeigt:
Uns ist kein Mensch bekannt, der so scharf sieht. Wer den Vergleich sucht und einen 24 Zoll-Computermonitor sein eigen nennt, kann den Selbstversuch wagen. Ein solcher Monitor besitzt bei 1920 Pixeln Horizontal-Auflösung ungefähr 94 dpi...
Laut unserer Rechnung müsste man auf diesem Monitor bei 96 Zentimeter Betrachtungsabstand noch einzelne Pixel unterscheiden können. In persönlichen Tests tritt dieser Effekt jedoch frühestens ab 80 cm ein, meistens sogar noch deutlich später. Also Zeit für einen...
Hallo Martin.
Davon bin ich auch eigentlich ausgegangen.
Dein Ansatz ist schon nachvollziehbar aber lässt natürlich ein paar Fragen of...weiterlesen
Martin Dienert 21:50 30.09.
Hallo,
Zitat: Wenn nötig deinterlacen die Geräte vor der Darstellung.
Was dabei raus kommt sieht man ja. ;-)
...weiterlesen
WoWu 19:31 30.09.
@ Martin
Dein 4:3 TV Gerät hat heute bei 60 cm Diagonale eine Bildhöhe von 36 cm und damit bei 540 Zeilen eine Zeilenhöhe von rd.0,66...weiterlesen
TheBubble 18:32 30.09.
Martin Dienert hat folgendes geschrieben: 1. Frage: Wäre es nicht sinnvoll das SD-Bild nur auf den mittleren 768x576 Pixeln des TV anzuzeigen ...weiterlesen
Editorials: So beurteilt slashCAM VDSLRs Mi, 20.April 2011 Unsere neue Datenbank für Video-DSLRs und Co. soll eine bewertete Übersicht über verfügbare Kameramodelle geben. Im Gegensatz zu Camcordern mit fest verbauter Optik, stellen jedoch Camcorder mit Wechseloptiken und erst recht VDSLRs hinsichtlich eines auf standardisierte Vergleichbarkeit der Videoqualität ausgelegten Testverfahrens eine ziemliche Herausforderung dar.
Buchkritiken: Within the Frame von David duChemin Fr, 20.November 2009 Da wir mal wieder unausweichlich auf Weihnachten zusteuern hier Mal ein Geschenktip in Sachen Fotografie-Buch für den Foto- (und auch Film)interessierten, der schon alle How-To- , Lehrgangs- , und Technik-Fotobücher besitzt.
Buchkritiken: Digitales Filmen Mi, 14.August 2002 Eigentlich sollte man mit dem Kauf dieses Buches kaum etwas falsch machen können, aber...