cantsin hat geschrieben: Mo 25 Jan, 2021 12:08
Deckt sich auch mit meiner Praxis, und eben auch der Aussage der beiden Resolve-Chefentwickler. Was aber heisst, das über die GUI-Ausgabe nur sRGB funktionieren kann, es sei denn, man konfiguriert auch das ganze Betriebssystem in seinen Monitoreinstellungen auf ein selbstgebasteltes Profil mit erweitertem Farbraum und lebt damit, das dann 90% oder mehr aller Anwendungen extreme Falschfarben anzeigen.
schau dir einfach an, wie das in anderen hochwertigen videobearbeitungsprogrammen gelöst ist.
am transparentesten erscheint mir das im nuke u. natron ungesetzt zu sein, wo du oben in jedem der viewer eine auswahl geboten bekommst, wie die bilddaten per OpenColorIO an den dort einstellbaren ausgabefarbraum umgewandelt werden sollen.
damit werden zwar nicht die mängel einzelner ausgabegeräte korrigiert, aber eben ein DCI-P3 footage od. rec709 mit dem dort gebräuchlichen gamma für einen computerbildschirm, der sRGB od. eben auch DCI-P3 korrekt darzustellen vermag, völlig ausreichend umgewandelt.
OpenColorIO stellt dafür ohnehin die ganze umrechnerei zw. den gebräuchlichen farbräunem fertig bereit, genauso wie man es auch in ACES workflows handhabt.
im mistika ist es ähnlich, aber an einem springenden punkt doch wieder ein klein wenig anders gelöst. dort spielen die sgn. "display-filter" eine entscheidende rolle in der ausgabe-aufbereitung. dier erledigen zwar über weite strecken ganz ähnliches wie die oben beschriebenen viewer einstellungen im nuke od. die projekt-arbeitsraum-einstellungen im resolve, sind aber deutlich flexibler und zur not auch mit mehren ausgabegeräten, die unterschiedliche anpassungen benötigen, verwendbar. das ist auch der grund, warum diese lösung gerne herangezogen wird, um gleichzeitig HDR und SDR output zu mastern.
flame und mistika sind eben auch insofern interesssant, als sie im gegensatz zu den meisten gebräuchlichen anwendungen aus historischen gründen quasi durchgängig diese eigenartige vorhin bereist erwähnte vollbilddarstellung nutzen. wenns't flame startest bzw. ein projekt konfigurierst, wird nicht nicht einfach nur eineoberflächliche umwandlung der farben in der ausgabe vorgenommen, sondern es wird tatsächlich das ganze grafik-ausgabesystem deines rechners so umkonfiguriert, dass es mit der beildwiederholrate im projekt möglichst gut harmoniert. das zwar eher nur ein ganz seltsames relikt aus ferner vergangenheit, weil man diese anpassungen heute auch ein bisserl eleganter auf linux-workstations für einzelne bildschirme umsetzten kann, trotzdem vermittelt es noch immer einen eindruck davon, wie weit man derartige software tatsächlich an die erfordernisse ernsthafter arbeit anpassen kann.