Macbook Air M4 (15", 24GB/512 GB) von unserem Mitforisten @berlin123, dem ich hier herzlichst danken will für sein gutes Angebot, die reibungslose Abwicklung und das tadellose Gerät. (Ausgangspunkt war
dieser Thread zu Resolve-tauglichen Laptops.)
Ich arbeite an stationären Macs beruflich an unserer Hochschule, neben einem Windows-Bürocomputer, privat aber zu 95% mit Linux (bis auf gelegentliche Dual-Boots in Windows für Firmware-Updates oder Fotobearbeitungsjobs mit DxO/Lightroom). Und ich hatte einen Intel-PowerMac als Schnittrechner in den 2010er Jahren.
Was toll ist: die Performance der Apple Silicon-ARM-SoC-Architektur. Nicht nur hinsichtlich ihrer puren Leistung, sondern auch im Verhältnis Schnelligkeit zu Stromverbrauch (bzw. Akkulaufzeit und Hitzeentwicklung) zu Anschaffungspreis. Ich hatte mir schon Jahre lang keinen neuen Laptop mehr gekauft, weil mir die x86-Platform dagegen 'Legacy' zu sein schien.
Wie sich jetzt zeigt, zu recht. Schneiden von (dem hardwaretechnisch anspruchsvollen) 6K RED RAW NE aus der Nikon ZR ist, zumindest in meinen relativ einfachen Timelines, kein Problem. Das Display und seine Farbwiedergabe ist top. Das ist der erste Mobilrechner in meinem Leben, mit dem ich mit Resolve arbeiten und sonstige Bildverarbeitung machen kann, und zwar so, dass es kein Masochismus ist.
Dank Homebrew kann ich auch meine Unix-/Linux-Kommandozeilensoftware nutzen, plus (neu für mich, dass das auch per Homebrews Installer/Paketmanager geht:) VLC, mpv, Shutter Encoder, Handbrake und andere Open Source-Desktopsoftware.
Was mir weniger gut gefällt: Bei der Neuinstallation des Betriebssystems habe ich auch ein Update von Sequoia nach Tahoe gemacht, und was Apples GUI-Designer da bei dem "Liquid Glass"-Redesign geritten hat (bzw. welchen LSD-Trip sie da in der kalifornischen Wüste geschluckt haben müssen...), um ein elegant gestaltetes System so zu verunstalten und z.B. mit den dicken Icon-Umrandungen absichtlich hässlich zu machen...
Wo es beim aktuellen MacOS auch noch hakt, sind die Sandboxing-Sicherheitsmechanismen für neu installierte Software. Selbst Adobe CC beschwert sich, dass seine Systembibliothek beschädigt sei ("CCLibrary is damaged and cannot be opened"), was aber an einer Sicherheitseinstellung liegt, die man tief in den (übrigens mittlerweile nicht mehr sonderlich übersichtlichen) Systemeinstellungen fixen muss. Andere (Open Source-) Software (u.a. Darktable) löst ähnliche Fehlermeldungen über vermeintliche Dateibeschädigungen aus. Nötig ist tatsächlich eine Entsperrung per Kommandozeilenbefehl ("xattr -c"). Sowas kenne ich eigentlich nur von Windows, oder von Resolves proprietärem Binary-Installer unter Linux...
Auch seltsam bzw. gewöhnungsbedürftig: Dass das Display mit einer geringeren, nichtnativen Auflösung (1710x1107 statt der nativen 2880x1800) angesteuert wird, offenbar weil MacOS bzw. seine GUI-Bibliothek keine native HiDPI-Unterstützung bietet. Fürs Arbeiten mit Resolve ist 2880x1800, trotz der resultierenden Winzschrift, besser, weshalb ich SwitchResX angeschafft und installiert habe.
Was mir auch noch nicht ganz klar ist, ist der Grading-Workflow für P3 in Resolve, mit der eigentlich nativen Unterstützung von Display-P3 und P3-DCI in Apples Displayansteuerung. Trotzdem komme ich hier mit den enstprechenden Einstellungen des Displays und des Color-Managements von Resolve zu Ergebnissen, die auf dem Bildschirm nicht richtig aussehen. Dazu öffne ich ggfs. mal einen eigenen Fragethread...