Ist das nicht genau der Vorteil des Studiums? Du hast ein Gespür dafür entwickelt, wie die Landschaft deines Fachgebiets aussieht. Was du davon weißt, was alles nicht. Und bei welchen Themen du nichtmal weißt, dass du es nicht weißt.rudi hat geschrieben: Do 09 Jul, 2026 16:02
Ich hab den Titel zwar, aber ich trage ihn eigentlich nicht mehr bewusst. Ich glaube, wer mal versucht hat wissenschaftlich zu arbeiten, entwickelt oft auch eine gewisse Demut den Dingen gegenüber, die einem verschlossen bleiben. Je langer man sich mit einer Sache ernsthaft beschäftigt, desto mehr sieht man was man nicht versteht (geht zumindest mir so),
Offensichtlich ist das in den Kommentarspalten der sozialen Medien außer Mode gekommen.
Man kann schnell Experte werden. Kraft der eigenen, überlegenen Denkfähigkeiten alles Entscheidende erkennen. Da braucht es kein Studium. Keine Professoren, an denen du nur vorbei kommst, wenn du Quellen angibst und Für und Wider abwägst,
In Social Media scheint das anders zu funktionieren:
„Ich würde es doch gar nicht schreiben, wenn ich nicht wüsste, dass es stimmt! Warum akzeptierst du das nicht?“
Oder, noch stärker: „Ich würde mich doch nicht darüber aufregen, wenn ich nicht im Recht wäre! Was ist daran so schwer zu verstehen?“





