Vintage-Glas erfreut sich unter Filmern teilweise großer Beliebtheit – wer das hochauflösende, digitale Bild zu scharf findet, kann mithilfe von älteren Objektiven einen weicheren Look erzielen. Manche Hersteller bringen sogar aktuelle Optiken in Retro-Ausführung heraus, mit anderen Beschichtungen für eine weniger optimierte Lichtstreuung.

Ein ganz besonderes Objektiv hatte vor vielen Jahren schon die Lomographische Gesellschaft für sich entdeckt und neu aufgelegt – das Petzval mit seinem typischen Swirl-Bokeh. Nun erscheint es in einer neu berechneten, vor allem auch für Videoaufnahmen gedachten Reihe. Die "Joseph Petzval Focus-coupled Bokeh Control Art Lens Serie" ist eine handgefertigte Reihe von Cine-style Objektiven (35 mm f/2, 55 mm f/1.7 und 80.5 mm f/1.9) für spiegellose Vollformatkameras (E / RF / Z), welche gegenüber den bisher erschienenen Petzvals als besondere Neuerung eine mechanische Koppelung von Fokus und Bokeh-Kontrolle mitbringt.

Während es den speziellen Bokeh-Einstellring, mit dem sich die Ästhetik des Bilds während des Filmens in 7 Stufen verändern lässt, schon an einigen Objektiven gab, soll sich hier nun nicht mehr der Fokus verschieben, wenn am Bokeh-Ring gedreht wird. (Was genau in der Optik passiert, wenn am Bokeh-Ring gedreht wird, um die Stärke der Verzeichnung zu ändern, konnten wir übrigens noch nicht herausfinden; die Blendenöffnung ändert sich offensichtlich nicht.) Wird wiederum die Schärfe bei einer Aufnahme verlagert, soll sich über die Koppelung das Wandern der Schärfen(un)tiefe natürlicher als bisher verhalten; wobei "natürlich" hier vielleicht nicht das richtige Wort ist.
Mit 180° Fokusweg, Follow-Focus Kompatibilität (MOD 0.8), standardisiertem Ringabstand und entklickter Blende warten die neuen Petzvals auch mit videoaffinen Eigenschaften auf.
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Das Petzvalobjektiv wird als erstes Porträtobjektiv der Fotogeschichte gehandelt; es wurde von Josef Maximilian Petzval im Jahre 1840 in Österreich konstruiert und zunächst von Voigtländer hergestellt. Es wurde – damals ein Novum – auf Grundlage optischer Gesetze berechnet und war lichtstärker als bisherige Objektive. So ermöglichte es damals erstmals Porträts mit Belichtungszeiten von weniger als einer Minute (worüber man heute schmunzelt, war damals eine Sensation).

Charakteristisch für das Petzval-Objektiv ist allerdings auch ein starker Schärfeabfall an den Bildrändern; was spätere Objektivdesigns (erfolgreich) zu korrigieren suchten, macht heute den typischen, manchmal gefragten Look aus.
Preis und Verfügbarkeit
Die neue Joseph Petzval Focus-Coupled Art Lenses Serie von Lomography wird insgesamt fünf Brennweiten umfassen und für Sony E-, Canon RF- und Nikon Z-Kameras verfügbar sein. Das 35 mm f/2, 55 mm f/1.7 und 80.5 mm f/1.9 sind ab sofort bestellbar, während das 27 mm und 135 mm sich noch in der Entwicklung befinden. Einzeln sollen sie 499 Euro kosten, das 3er-Set kostet 1.272 Euro.



















