... mal davon abgesehen, dass in "professionell" und "nachschärfen" in sich schon ein Widerspruch besteht.
Weil nur der Amateur sein Produkt, das er auf seinem Monitor sieht, für das Endprodukt hält.
Ein Profi aber das Produkt, wie es auf dem Endgerät aussieht.
Betrachtet man nun die Fehlerfortsetzung allein einer Kantenschärfung, würde kein Profi dazu greifen.
Mal ganz abgesehen davon, dass ein Profi schon im Vorwege gewöhnlich keinen "unscharfen-Matsch" herstellt und auch nicht mit solchem Equipment arbeitet.
Wenn mit Kantenschärfung der "WOW-EFFEKT" erzielt werden muss, zeugt das nicht von Professionalität.
Hier ging es aber darum und nicht, was ein Amateur damit macht.
Übrigens ist Kantenschärfung immer mit einer Reihe anderer Prozesse verbunden, weil durch das Schärfen das Bildrauschen ansteigt und automatisch Rauschfilterung zum Einsatz kommen muss, was dann wiederum die Farbauflösung entsprechend verringert.
Moderne Kameras haben darüber hinaus dynamische Schärfungen, die unterschiedlich auf bewegte und unbewegte Objekte wirkt.
Eine nachträgliche (;statische) Schärfung führt in einigen Passagen daher zu unkontrollierbarer Überschärfung.
Und in Bezug auf das Endprodukt sei nur noch erwähnt, dass sowohl Monitore, als auch manche DVD Player zusätzliche Schärfungen einsetzen, deren Verhalten man bei einer Nachschärfung ohnehin nicht mehr kontrollieren kann. Dazu gehören Algorithmen zur Rauschreduktion und zur Verbesserung der Schärfe wie
Peaking
und Luma– und Chroma Transienten Verbesserung (;LTI/CTI).
Übrigens liegt die Kantenschärfung in der Kamera, die eigentlich nur Objektivschwächen ausgleichen soll,
vor der Datenreduktion, die Nachschärfung aber unter dem Einschluss aller
Artefakte
der Codierung sowie der Decodierung, dem Einfluss des geringen Störabstandes des Aufzeichnungsmediums sowie aller Interpolationsartefakte statt, sodass man sich alle
Artefakte
gleich mit verschärft.
Daher verzichtet der Profi auf solche "WOW Effekte" und macht gleich detailreiche und scharfe Bilder, die der Nachschärfung nicht mehr bedürfen.