| Video digitalisieren mit Linux?
Frage von Brunnbauer Markus:
Hallo NG,
wer hat Erfahrung mit Videodigitalisierung unter Linux?
Ich würde gerne unter Linux eigene Videos bearbeiten und gelegentlich vom Fernsehen auch digitalisieren und dann auf Videokassette oder DVD sichern. Jetzt ist die Frage nach der richtigen Hardware. Ich habe selbst noch keine Erfahrung mit der Bearbeitung, aber ich denke dass das Format dafür relativ egal ist. Um höhere Qualität zu erreichen dürfte wohl Hardware-Encoding ratsam sein. Soweit ich bis jetzt weiß, wird eine TV-Karte an die PVR-Karte angeschlossen und die digitalisiert dann.
Wenn es unter Linux noch nicht möglich ist, wie ist es unter Windows und welche Hardware-Kombination arbeiten zusammen?
Die momentane Hardware, ein Celeron 1,3 Ghz mit 512 MB und 80 GB HDD, on board, wird vielleicht sogar schon diese Woche durch wesentlich stärkere HW ausgetauscht.
Ciao
Markus
Antwort von Markus Kohm:
Brunnbauer Markus wrote:
> Ich würde gerne unter Linux eigene Videos bearbeiten und gelegentlich vom > Fernsehen auch digitalisieren und dann auf Videokassette oder DVD sichern. > Jetzt ist die Frage nach der richtigen Hardware.
Für den Punkt TV hängt die richtige Hardware davon ab, wie du TV empfängst. Wenn du in einem Gebiet mit digitalem terrestrischem Empfang wohnst, dann ist eine DVB-T-Karte zu empfehlen. Bei digitalem SAT-Empfang wäre hingegen eine DVB-S-Karte nützlich. Nur wenn beides nicht möglich ist, sollte analog gerabeitet werden. Es ist jedoch nicht sinnvoll, ein digitales TV-Signal erst in ein analoges zu wandeln, um es dann in den Computer zu bringen.
Bei Video sieht das anders aus. Da kommt es darauf an, ob du nur gelegentlich mal ein Video bearbeiten willst, oder auf höchste Qualität Wert legst. Im ersteren Fall reicht eine analoge TV-Karte mit Composite oder S-Video-Eingang. Dabei nimmt man dann mit minimaler Kompression auf (;z. B. mjpeg), bearbeitet und lässt dann den Rechner im Hintergrund das Ergebnis konvertieren (;transcode ist dabei eventuell nützlich, die mjpegtools auf jeden Fall). Übrigens kann man mit einem Rauschfilter vor der Komprimierung die Kompressionsrate von analogen Bilddaten oft erheblich verbessern. Legst du aber Wert auf höchse Qualität und Geschwindigkeit, so geht nichts über externes Hardware-Encoding.
Gruß Markus
Antwort von Karl-Heinz Zimmer:
Am Montag, 17. Mai 2004 11:16 schrieb Markus Kohm:
> Brunnbauer Markus wrote: > >> Ich würde gerne unter Linux eigene Videos bearbeiten und gelegentl= ich >> vom Fernsehen auch digitalisieren und dann auf Videokassette oder DV= D >> sichern. Jetzt ist die Frage nach der richtigen Hardware. (;...) > Legst du aber Wert auf höchse Qualität und Geschwindigkeit, so ge= ht > nichts über externes Hardware-Encoding.
Wobei es aber nicht in die Tausende gehen muss, sondern evtl. bereits eine schlichte Encoding-Karte genuegt, die Du in den PC einsteckst.
Von Linux unterstuetzt werden hier auch schon recht preiswerte Karten, z.B. die alte Miro Video DC10:
http://www.cicese.mx/~mirsev/Linux/DC10plus/
bzw. Pinnacle DC 10Plus), siehe hier:
http://mjpeg.sourceforge.net/driver-zoran/
IMO lohnt es sich, in dieser Richtung ein wenig im WWW zu stoebern, es koennte gut sein, dass Du feststellst, dass die relativ geringe Ausgabe (;zwischen 50,/ Euro gebraucht bei eBay bis 250,- fuer etwas neueres) sich fuer Dich lohnt...
Karl-Heinz -- Karl-Heinz > Zimmer I n d e V i e w K D E Föhren Presentations Beyond Limitations Conquer your Desk= top www.fiehr.de www.indeview.org www.kde.org
Antwort von Axel Polster:
Schau doch mal da
http://ronald.bitfreak.net http://www.cinelerra.org
Eine verbesserung der Hardware ist auf jeden Fall angebracht. Es werden ein paar Hardware Encoder Boards unterstützt, aber nicht sehr viele und nicht die billigsten.
Brunnbauer Markus wrote: > Hallo NG, > > wer hat Erfahrung mit Videodigitalisierung unter Linux? > > Ich würde gerne unter Linux eigene Videos bearbeiten und gelegentlich vom > Fernsehen auch digitalisieren und dann auf Videokassette oder DVD sichern. > Jetzt ist die Frage nach der richtigen Hardware. > Ich habe selbst noch keine Erfahrung mit der Bearbeitung, aber ich denke > dass das Format dafür relativ egal ist. Um höhere Qualität zu erreichen > dürfte wohl Hardware-Encoding ratsam sein. > Soweit ich bis jetzt weiß, wird eine TV-Karte an die PVR-Karte angeschlossen > und die digitalisiert dann. > > Wenn es unter Linux noch nicht möglich ist, wie ist es unter Windows und > welche Hardware-Kombination arbeiten zusammen? > > Die momentane Hardware, ein Celeron 1,3 Ghz mit 512 MB und 80 GB HDD, on > board, wird vielleicht sogar schon diese Woche durch wesentlich stärkere HW > ausgetauscht. > > Ciao > > Markus
Antwort von Frank-Christian Kruegel:
On Sun, 16 May 2004 23:50:51 0200, Brunnbauer Markus wrote:
>Ich würde gerne unter Linux eigene Videos bearbeiten und gelegentlich vom >Fernsehen auch digitalisieren und dann auf Videokassette oder DVD sichern. >Jetzt ist die Frage nach der richtigen Hardware. >Ich habe selbst noch keine Erfahrung mit der Bearbeitung, aber ich denke >dass das Format dafür relativ egal ist. Um höhere Qualität zu erreichen >dürfte wohl Hardware-Encoding ratsam sein.
Für Fernsehaufnahmen ist Digitalfernsehen (;DVB-S/C/T, je nach Medium) empfehlenswert, da kommen die Programme schon gleich als MPEG2 frei Haus.
Zum Ein- und Ausspielen von Videos empfehle ich externe Firewire-Briges, die vom Firewire DV-Format nach analog FBAS/YC und Stereo-Audio wandeln, und zwar in beide Richtungen. Diese Dinger sind von der Qualität her besser als alles, was Du für Geld an fernsehkarten kaufen kannst, und sie sind softwareneutral, d.h. Du brauchst grundsätzlich keinerlei spezielle Treiber, egal welches Betriebssystem Du nehmen solltest, solange OHCI Firewire-Karten und AV über Firewire unterstützt wird, und das ist bei Windows, Linux und MacOS der Fall.
Zum Capturen reicht ein 300'er Celeron, Schneiden und Konvertieren ist nicht zeitkritisch und hängt von Deiner Geduld ab.
Bei den Applikationen sind Windows und MacOS besser, aber auch für Linux gibts Sachen wie das Zeug von MainActor, was ich aber nie benutzt habe.
Mit freundlichen Grüßen
Dipl.-Ing. Frank-Christian Krügel
Antwort von Moritz Franosch:
Brunnbauer Markus writes:
> wer hat Erfahrung mit Videodigitalisierung unter Linux?
Ich verwende broadcast2000 und cinelerra.
> Ich würde gerne unter Linux eigene Videos bearbeiten und gelegentlich vom > Fernsehen auch digitalisieren und dann auf Videokassette oder DVD sichern. > Jetzt ist die Frage nach der richtigen Hardware.
> Ich habe selbst noch keine Erfahrung mit der Bearbeitung, aber ich denke > dass das Format dafür relativ egal ist.
MPEG speichert Sequenzen als Differenzen in Bloecken, laesst sich daher u.U. schlechter schneiden und weiter bearbeiten. JPEG-Photo speichert als einzelne JPEG-Bilder. Das Format ist also wichtig.
> Um höhere Qualität zu erreichen dürfte wohl Hardware-Encoding ratsam > sein.
JPEG-Photo in hoher Qualitaet, 640x400 Punkte, 24 frames pro Sekunde tut's auf einem Athlon 1.66 GHz (;etwa 50% CPU-Last).
> Soweit ich bis jetzt weiß, wird eine TV-Karte an die PVR-Karte angeschlossen > und die digitalisiert dann.
Hardware-Encoding ist unter Linux meines Wissens nicht moeglich bzw. sehr teuer.
Ich habe eine zwei Pinnacle PCTV Pro mit Bt878 Chipsatz und eine Hauppauge WinTV mit Bt848 im Einsatz.
Die Pinnacle funktioniert mit selbstcompiliertem Kernel 2.6.5 (;nicht mit 2.4.21) unter Suse 8.1 und broadcast2000 (;bei Suse 8.1 dabei) sowie cinelerra (;letzters selbstcompiliert) und unter Suse 9.1.
Die Hauppauge hat unter Suse 8.0 mit broadcast2000 und cinelerra funktioniert.
Unter Suse 9.1 laufen allerdings broadcast2000 (;bei Suse 9.1 dabei) und cinelerra (;Version 1.1.9, selbstcompiliert) nicht stabil (;getestet mit der Hauppauge), kwintv funktioniert, motv stuerzt sofort ab und kino ist instabil.
> Die momentane Hardware, ein Celeron 1,3 Ghz mit 512 MB und 80 GB HDD, on > board, wird vielleicht sogar schon diese Woche durch wesentlich stärkere HW > ausgetauscht.
JPEG-Photo braucht etwa 1 GB pro Stunde bei 320x200 Punkten.
Moritz
-- Dipl.-Phys. Moritz Franosch http://www1.physik.tu-muenchen.de/lehrstuehle/T35/
Antwort von Henning Follmann:
Moritz Franosch writes:
> Brunnbauer Markus writes: > >> wer hat Erfahrung mit Videodigitalisierung unter Linux? > > Ich verwende broadcast2000 und cinelerra. > >> Ich würde gerne unter Linux eigene Videos bearbeiten und gelegentlich vom >> Fernsehen auch digitalisieren und dann auf Videokassette oder DVD sichern. >> Jetzt ist die Frage nach der richtigen Hardware. > >> Ich habe selbst noch keine Erfahrung mit der Bearbeitung, aber ich denke >> dass das Format dafür relativ egal ist. > > MPEG speichert Sequenzen als Differenzen in Bloecken, laesst sich > daher u.U. schlechter schneiden und weiter bearbeiten. JPEG-Photo > speichert als einzelne JPEG-Bilder. Das Format ist also wichtig.
Meinst Du Motion JPEG? So nennt man das Format in dem die einzelnen (;Halb)Bilder als JPEGs gespeichert werden.
Theoretisch koennte man bei MPEG die Zwischenbilder errechnen, dann waere ein Schnitt moeglich.
> >> Um höhere Qualität zu erreichen dürfte wohl Hardware-Encoding ratsam >> sein.
Die Qualitaet wird nicht unbedingt hoeher sein. Die CPU-Last ist niedriger bei Hardware-Codierung.
> > JPEG-Photo in hoher Qualitaet, 640x400 Punkte, 24 frames pro Sekunde > tut's auf einem Athlon 1.66 GHz (;etwa 50% CPU-Last). > >> Soweit ich bis jetzt weiß, wird eine TV-Karte an die PVR-Karte angeschlossen >> und die digitalisiert dann. > > Hardware-Encoding ist unter Linux meines Wissens nicht moeglich bzw. > sehr teuer.
Es gibt Anbieter, die sich auf Linux spezialisiert haben: http://www.linuxmedialabs.com Die haben MJPEG Karten (;basiert auf den Zoran Chip. Sie bieten auch eine MPEG4 Kompressionskarte an. Richtig ist, dass diese Karte teuer sind (;>)
Ich habe die LML33 (;Zoran) und bin sehr zufrieden mit dieser Karte.
[...]
Henning
-- Henning Follmann | hfollmann@itcfollmann.com it consultant | www.itcfollmann.com
Antwort von Karl-Heinz Zimmer:
Am Dienstag, 18. Mai 2004 03:42 schrieb Henning Follmann:
> Moritz Franosch writes: > >> Brunnbauer Markus writes: >> >>> wer hat Erfahrung mit Videodigitalisierung unter Linux? >> >> Ich verwende broadcast2000 und cinelerra. >> >>> Ich würde gerne unter Linux eigene Videos bearbeiten und gelegent= lich >>> vom Fernsehen auch digitalisieren und dann auf Videokassette oder D= VD >>> sichern. Jetzt ist die Frage nach der richtigen Hardware. >> >>> Ich habe selbst noch keine Erfahrung mit der Bearbeitung, aber ich = denke >>> dass das Format dafür relativ egal ist. >> >> MPEG speichert Sequenzen als Differenzen in Bloecken, laesst sich >> daher u.U. schlechter schneiden und weiter bearbeiten. JPEG-Photo >> speichert als einzelne JPEG-Bilder. Das Format ist also wichtig. > > Meinst Du Motion JPEG? So nennt man das Format in dem die einzelnen > (;Halb)Bilder als JPEGs gespeichert werden. > > Theoretisch koennte man bei MPEG die Zwischenbilder errechnen, dann > waere ein Schnitt moeglich. > > >> >>> Um höhere Qualität zu erreichen dürfte wohl Hardware-Encoding= ratsam >>> sein. > > Die Qualitaet wird nicht unbedingt hoeher sein. Die CPU-Last ist > niedriger bei Hardware-Codierung. > >> >> JPEG-Photo in hoher Qualitaet, 640x400 Punkte, 24 frames pro Sekunde=
>> tut's auf einem Athlon 1.66 GHz (;etwa 50% CPU-Last). >> >>> Soweit ich bis jetzt weiß, wird eine TV-Karte an die PVR-Karte >>> angeschlossen und die digitalisiert dann. >> >> Hardware-Encoding ist unter Linux meines Wissens nicht moeglich bzw.=
>> sehr teuer. > > Es gibt Anbieter, die sich auf Linux spezialisiert haben: > http://www.linuxmedialabs.com > Die haben MJPEG Karten (;basiert auf den Zoran Chip. > Sie bieten auch eine MPEG4 Kompressionskarte an. > Richtig ist, dass diese Karte teuer sind (;>)
Richtig ist auch, dass die dort verwendeten Zoran Chips (;oder ihre Vorgaenger-Modelle) schon in aelteren Karten zu finden sind, z.B. Miro Video DC10, siehe http://mjpeg.sourceforge.net/driver-zoran/cards.= php und diese kannstde mit etwas Glueck schon sehr guenstig gebraucht bei eBay erwerben: vorher auf obiger Seite Kompatibilitaet pruefen.
Karl-Heinz -- Karl-Heinz > Zimmer I n d e V i e w K D E Föhren Presentations Beyond Limitations Conquer your Desk= top www.fiehr.de www.indeview.org www.kde.org
Antwort von Moritz Franosch:
Henning Follmann writes:
> Moritz Franosch writes: > > > MPEG speichert Sequenzen als Differenzen in Bloecken, laesst sich > > daher u.U. schlechter schneiden und weiter bearbeiten. JPEG-Photo > > speichert als einzelne JPEG-Bilder. Das Format ist also wichtig. > > Meinst Du Motion JPEG? So nennt man das Format in dem die einzelnen > (;Halb)Bilder als JPEGs gespeichert werden.
In Broadcast2000 und Cinelerra kann man zwischen Quicktime JPEG-Photo und Quicktime MJPEG (;motion JPEG) waehlen. MJPEG ist anscheinend fuer dual-Systeme optimiert, so dass beide Prozessoren gleichzeitig encoden koennen.
Moritz
-- Dipl.-Phys. Moritz Franosch http://Franosch.org
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