| Erfahrungen / Testbericht zu SteadyWonder (Schwebestativ / Steadycam)?
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Frage von Carraxx:
hallo alle zusammen!
ich habe eine canon hv20 camcorder und suche hierzu ein vernüftiges, reisetaugliches schwebestativ / steadycam.
nachdem ich hier im forum alle artikel zum thema schwebestativ bzw. steadycam gelesen habe und mir alle erwähnten stative angeschaut habe, konnte mich doch keins so richtig überzeugen.
irgendwie habe ich den eindruck, dass die meisten schwebestative:
- doch pendeln, da man sie nicht richtig trimmen kann (höhe des balancegewichtes lässt sich nicht stufenlos einstellen) - zu gross und schwer sind - die vernüftigen zu teuer sind (> 500€) - billige kugellager verwenden, welche eine zu hohe reibung ausweisen - und man offenbar ein halbes jahr übung braucht, um damit brauchbare aufnahmen hinzukriegen :-(
nun habe ich in der bestenliste von videoaktiv digital das schwebestativ steadywonder von videodesign-wennmann entdeckt, welches dort mit "sehr gut" getestet wurde und mir recht vielversprechend aussieht und bezahlbar ist (348€). die firma videodesign-wennmann gibt es nicht mehr und eine nachfrage bei videoaktiv digital hat ergeben, dass steadywonder mittlerweile von der firma carget über das internet vertrieben wird:
http://www.steadywonder.com
und so sieht's aus:

und zusammengeklappt so:

was mich an dieser steadycam spannend finde, ist dass es so super klein und leicht ist (310g ohne balancegewichte), man es zusammenklappen kann und dann sogar in eine jackentasche passen soll und es sich laut herstellerangaben exakt trimmen lässt, sodass überhaupt kein pendeln z.b. beim langsamen gehen auftritt. zudem wird bei diesem stativ statt kugelgelenk oder kardangelenk ein trichterlager verbaut. irgend ein schlauer mensch hier im forum hatte mal geschrieben, dass wäre das beste lager überhaupt, da es die geringste reibung aufweist. habe ich aber noch bei keinem anderen steadycam bisher gesehen.
laut deren internetseite gibt es das teil schon seit 10 jahren und mich wundert, dass man hier nichts darüber findet!?
daher meine frage: kennt jemand steadywonder und kann hier vielleicht einen kleinen erfahrungs- bzw. testbericht posten?
vielen dank schonmal im voraus!
vg chris
Antwort von Bruno Peter:
Ich habe mir selbst etwas gebaut, was meine Ansprüche voll abdeckt (;sh.HP).
Ich habe davor überlegt wie oft ich ein solches Schwebestativ in meiner Praxis als Reisetourenfilmer einsetze und festgestellt, dass eine Kaufinvestition viel zu hoch wäre für den anteilmäßig nicht sehr hohen Bedarf bei meiner Filmerei und besonders handlich waren die verfügbaren Geräte für leichte Kameras um 650 Gramm Eigengewicht auch nicht, deshalb Selbstbau. Nach einigen Versuchen habe ich es geschafft.
Ich setze jetzt dieses Schwebestativ für wirklich vorgeplante Aufnahmen ein, da ist es auch sinnvoll.
Ich weiß, man schaukelt sich langsam hoch, wenn erst einmal der Wunsch erwacht Schwebeaufnahmen machen zu wollen, man glaubt, jetzt wird alles mit dem Schwebestativ aufgenommen und man sucht Verbündete in Foren die ebenso denken. Dabei kann man kurze Schwebeaufnahmen durchaus auch sehr gut mit einer anderen Kameraführung machen die ich praktisch die meiste Zeit(;>90%) benutze, wenn man die Aufnahmetechnik dazu geübt hat. Man springt doch nicht ständig über Treppen, Mauern oder Gartenbänke mit der Kamera. Auch über mein MiniStabi(;Plus) findest Du etwas auf meiner HP.
Ich hoffe Dir eine Anregung gegeben zu haben.
Viel Spaß!
Antwort von wolfganglowl:
Hallo Chris!
Ich verwende seit etwa 2 Monaten das Steadywonder mit meiner Canon MVX3i. Die dürfte von Form und Gewicht her ähnlich sein mit deiner HV20. Ich bin sehr zufrieden damit und habe einen kurzen Anwenderbericht verfasst:
Anwenderbericht Steadywonder
Wie alles begann: Als langjähriger Fotograf wagte ich, aufgrund der mittlerweile günstigen PCSchnittlösungen, den Umstieg auf bewegte Bilder. Ich stieg mit einer Videokamera aus dem mittleren Preissegment in das Hobby des Videofilmens ein. Hauptmotiv war natürlich mein damals 3 jähriger Sohn. Nach den ersten Schnittversuchen auf dem PC erkannte ich, dass Freihandaufnahmen trotz dem optischen Bildstabilisator der Kamera sehr unruhig und daher unangenehm anzusehen waren. Ich fand eine einfache Schulterstütze, mit der ich nun einige Jahre das Auslangen fand. Mit dieser Schulterstütze sind relativ gute Aufnahmen möglich, solange der Kameramann still steht und einen ruhigen Atem hat. Da dies aber bei Wanderungen und Autofahrten nicht der Fall ist, suchte ich nach einer besseren Lösung. Suche und Lösung: Ich sah mir verschiedene Stative an, scheiterte jedoch immer an der Größe und der Tauglichkeit, diese auf Wanderungen vernünftig mitnehmen zu können oder an einem, für Hobbyfilmer viel zu hohen Preis. Auf einer Digitalschnittmesse fand ich dann ein handliches Schwebestativ, das jedoch für meine Kamera nicht geeignet war, da diese zu schwer ist. Nach einer weiteren, intensiven Suche im Internet fand ich dann das Steadywonder. Die Beschreibung und die Demo-Videos auf der Homepage ließen Hoffnung aufkommen, endlich etwas geeignetes gefunden zu haben. Bestellung: Kurz darauf bestellte ich das Steadywonder auch schon über die Internet-Seite der Firma und war über die schnelle Lieferung erfreut. Erste Versuche: Ich packte die Teile aus und begann den Zusammenbau und die Einstellung laut Anleitung. Da meine Kamera eine etwas ungünstige Form hat (;lang aber sehr schmal) wurden meine Nerven bei der Trimmung des Steadywonder ziemlich strapaziert. Aufgrund der vielen Einstellmöglichkeiten des Steadywonder brauchte ich eine Weile, bis ich die optimale Einstellung gefunden hatte. Die Anleitung und das Video zur Trimmung auf der Homepage halfen da aber weiter. Nach etwa 2 Stunden war die Kamera soweit in Balance, dass ich einen ersten Test machen konnte – und ich war erstaunt! Ich konnte nach nur wenigen Versuchen bereits ganz brauchbare Aufnahmen im Gehen und auch im Laufen machen. Besonders deutlich merkte ich das, als ich meinen Sohn stundenlang im Garten mit der Kamera verfolgte. Ich konnte nun Szenen aufnehmen, an die mit meiner Schulterstütze nicht zu denken war. Erste Probleme: Um das Steadywonder besser transportieren zu können, klappte ich die Gewichtsträgerstange hoch – und schon begann die Einstellerei von vorne. Das war natürlich nicht praxistauglich. Also rief ich bei der Hotline an und klagte dort mein Leid. Entgegen den Erfahrungen mit anderen Hotlines bemühte sich der Herr am anderen Ende der Leitung um mein Problem. Er schickte mir dann kostenlos eine Erweiterung – das Quickfix. Das ist ein Anschlag an der Querträgerstange, mit dessen Hilfe die Gewichtsträgerstange jedes Mal an der definierten Position des Quickfix wieder festgeschraubt werden kann. Damit dauert es nur noch wenige Sekunden, um das zusammengeklappte Steadywonder einsatzbereit zu machen. Grenzen und Nachteile: Bei windigem Wetter jedoch ist das Steadywonder nur eingeschränkt tauglich. Da meine Kamera seitlich eine doch relativ große Angriffsfläche bietet, sind bei Seitenwind keine so guten Aufnahmen mehr möglich. Bei Aufnahmen im Stehen liefert die Schulterstütze bessere Aufnahmen, da man ein Schwebestativ über längere Zeit nicht ruhig halten kann, sondern eine langsame Aufund Ab, bzw. Seitwärtsbewegung damit macht. Fazit: Ein Schwebestativ (;und somit auch das Steadywonder) ist keine Wunderwaffe, sondern eine wichtige Ergänzung zu anderen Stativarten. Vor allem für Aufnahmen, bei denen eine Person verfolgt werden muss oder die Kamera starken Bewegungen unterliegt, ist es aber eine hervorragende Lösung. Im Vergleich zu den meisten Schwebestativen ist das Steadywonder wesentlich handlicher und preiswerter. Ist erst einmal die Arbeit des Trimmens geschafft, dann erweitert es die Möglichkeiten des Filmens wesentlich und ist jedem engagierten Videofilmer nur zu empfehlen.
Ich habe ein kurzes Demo-Video mit meinen ersten Versuchen auf Youtube eingestellt:
http://www.youtube.com/watch?v=Cue63kN-kCU
lg Wolfgang
Antwort von Carraxx:
hallo bruno, hallo wolfgang,
ich bedanke mich herzlich für eure beiträge!
@bruno: ein selbstbau kommt für mich leider nicht in frage, da ich weder über das nötige Geschick, das Werkzeug und noch die zeit dafür verfüge. trotzdem vielen dank für eine ausführungen!
@wolfgang: dein testbericht hat mich überzeugt. ich werde mir das steadywonder jetzt auch zulegen und bin sehr gespannt auf die ergebnisse. vielen dank für deinen sehr ausführlichen bericht!
ich werde euch dann hier auch meine erfahrungen mitteilen.
vg chris
Antwort von Crookie:
Gibt es eigentlich Schwebestative mit einer rotierenden Schwungscheibe?
Antwort von crazy-spy:
Ja, nennt sich dann Kreiselstabilisator / Gyrostabilisator. z.B. Ken-Lab-Kreiselstabilisatoren KS2, KS4, KS6, KS8...
Antwort von NotDogge:
Hallo zusammen,
ich möchte auch einmal kurz mein bisheriges Fazit zu Steadywonder niederschreiben und damit auch ein recht großes Lob an die Firma Carget GmbH, speziell an Herrn Thews aussprechen - warum? Dazu kommen wir gleich - zuerst eine kleine Einführung warum überhaupt am Ende Steadywonder:
Ich bin im Vorstand eines Vereins der sich um Deutsche Doggen kümmert die in Not geraten sind. Auf unserer Website sind wir schon seit langem dazu übergegangen soweit möglich die entsprechenden Hunde nicht nur in Bildern sondern auch in Videos vorzustellen.
Wer schon einmal versucht hat einen Hund und seinen Bewegungsablauf zu filmen oder um ihn rum zu gehen wenn er steht wird sofort wissen warum man relativ schnell auf die Suche nach einem Steadycam-Stativ geht.
Gesagt getan... über ein halbes Jahr habe ich verschiedenste Modelle erkundet, angesehen und teilweise auch getestet. Ich bin zwar immer wieder an Steadywonder hängen geblieben, habe aber ganz einfach die Kosten von rund 350.- Euro gescheut, da ich mit den anderen Stativen auch keine wirklich brauchbaren Ergebnisse erzielen konnte.
Sagen muss ich, dass ich eine JVC Everio GZ MG-140E nutze, die mit Akku schon nur 350 Gramm wiegt und bei der zudem der Schwerpunkt der Stativhalterung sehr weit hinten angesetzt ist. Dadurch ergeben sich in der Trimmung schon die meisten Probleme, noch dazu muss ich mit der Kamera bei den Hunden meist in eine recht tiefe Position, was die Sache auch nicht leichter macht.
Schlussendlich habe ich mir dann doch ein Herz gefasst und mir ein Steadywonder bestellt, was auch sehr zügig innerhalb von nur 2 Tagen bei mir auf dem Tisch lag. Ebenso schnell war der Internetzugang für die Kundenseite da auf der man das Video zur Trimmung findet.
Überrascht war ich sofort schon beim lesen der Bedienungsanleitung über die mannigfaltigen Einstellmöglichkeiten mit diesem kleinen aber sehr hochwertig verarbeiteten Stativ.
Ich also fröhlich ans Werk... natürlich mit dem schon vorher angesprochenen Schwerpunktproblem, das ich dann schon nach etlicher Zeit in den Griff bekam das es zumindest mal halbwegs so aussah wie auf dem Video zur Trimmung. Die Ernüchterung kam dann bei den ersten Testdrehs.... so wirklich sah das nicht danach aus als wollte das Stativ so wie ich es wollte.
In meiner Verzweiflung rief ich also den Service von Carget an - und erlebte meine erste Überraschung. Freundlich wurde meine Problematik angehört, kompetente Fragen gestellt und mir mit Tipps weitergeholfen soweit dies telefonisch ging. Zumindest hatte ich wieder mal Ansätze zu den Einstellungen. Also wieder hier geschraubt und da gedreht, ab auf die Wiese und wieder versucht und nachgestellt. Das Ergebnis war schon weit besser als vorher, aber immer noch nicht das was ich auf den Demovideos gesehen hatte. Also nochmal kurz vor Feierabend angerufen und... mir wurde sofort für den nächsten Tag eine Videokonferenz via Skype angeboten - zweite Überraschung.
Am nächsten Tag dann auch die versprochene Videokonferenz in der mir als Techniktrottel die Einstellungen dann unter Kontrolle noch einmal erläutert wurden und aufgrund des Sehens die Trimmung so veranlasst wurde das ich mit dem Ergebnis das erste Mal ganz zufrieden war. Sicher noch nicht optimal, dazu gehört natürlich auch seine Gehweise etwas umzustellen und daraus die richtige Feineinstellung zu entwickeln Aber ich bin inzwischen sehr zuversichtlich das ich in kurzer Zeit respektable Videos mit dem Stativ erzielen kann.
Ansonsten kann ich Wolfgang in seinem Bericht nur zustimmen. Das Steadywonder ist sicher keine Geheimwaffe die alles kann und die in 5 Minuten einsatzfähig ist - aber für den ambitionierten Hobbyfilmer mit einer leichten Kamera ist es fast ein Muss. Jeder Cent ist für die qualitative Verarbeitung, das Konzept der Einstellmöglichkeiten, das Zubehör und ganz vorne - den völlig unkomplizierten und kompetenten Support sehr gut angelegt. Man kann sich auch ein billigeres Stativ zulegen und dann feststellen das man sein Geld zum Fenster rausgeworfen hat, natürlich auch ein viel teureres bei dem man zu seinen Einstellproblemen keinen vernünftigen Support bekommt - hier stimmt für mich das Preis-/Leistungsverhältnis voll und ganz.
Antwort von holzbrettfahrer:
Dein Erfahrungsbericht hat mich auf dieses Wonder-Produkt aufmerksam gemacht. Ich werde es mir bestellen und meine Erfahrungsberichte weitergeben. Danke für die Informationen
Antwort von pilskopf:
Für den Preis würde ich mir lieber die Glidecam HD-1000 kaufen. Auch für den Einsatz bei einem Tier ist dies zu empfehlen, weil man sie Überkopf nehmen kann. Ich mach dafür am Gegengewicht ein paar Gewichte ab und schwupps dreht dich die Cam von alleine auf den Kopf und kann so problemlos auch über 2cm über dem Boden geführt werden. Klar, digital muss das Bild dann gedreht werden.
Also wer 350€ ausgeben will, kann sich die mal als Vergleich anschauen. http://www.youtube.com/watch?v=2VFAfOuPLOU Das ist damit gedreht.
Vor allem wenn ihr bewertet, wie gut ein Produkt ist, zeigt ein Video dazu, das ist sonst alles relativ. Ne Steadi muss ganz klare Bedignungen erfüllen bei so einem Preis. Finde ich. Die Glidecam kostet auch 350€.
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