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Bluescreen: andere Farben?




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Frage von forley:


Hallo

Ich bin noch frisch in diesem Gebiet, darum könnt ihr mir sicher helfen:

Stimmt es, dass stark leuchtende, neonfarbene Tücher sich als Hintergrund sehr eignen? Ich denke dabei, dass diese Neonfarben in der Natur ja praktisch überhaupt nicht vorkommen – also müsste Sie ja perfekt herausgefilter werden können!?

Die andere Frage ist, ob man auch andere Farben nehmen könnte, zum Beispiel ein Magenta-Tuch...

Gruss




Antwort von Hogar:

Das klassische Blau wurde gewählt, weil es am weitesten weg ist von der Hautfarbe, und funktioniert heute sicher noch mit am besten. Weil sich die Kamera und KeyingKeying im Glossar erklärt Technik aber weiterentwickelt hat, kann man eben auch Grün oder auch Magenta verwenden. Magenta habe ich z.B. schon beim Matrix Making Of gesehen. Und auch bei einem O2 Werbespot Making Of (;der mit Veronika Fischer und den Ameisen).

Ich könnte mir vorstellen, das es vielleicht auch deshalb gewählt wird, weil Spiegelungen auf der Haut nicht nicht so stark erkennbar sind, aber die Farbe immer noch unterschiedlich genug zum Rest des Bildes ist, um sie keyen zu können. Genau weiss ich das aber auch nicht.

Ich muss manchmal zwischen Grün und Blau wechseln, weil die "Schaltgäste" eben blaue oder Grüne Krawatten an haben. Lustig wirds, wenn einer eine Blau/Grün gestreifte Krawatte an hat.

Was du für Farben nehmen kannst, hängt stark von deiner Kamera, Beleuchtung, und KeyingKeying im Glossar erklärt Möglichkeit ab. Man kann ebenso nicht unbedingt sagen, das Neon-Farben besonders gut sind. Auf die Farbintensität kommt es an. Sicher - eine Farbe lässt sich sehr gut keyen, wenn sie nicht nur Farbintensiv, sondern auch hell ist. Aber dann hat man auch schnell Spiegelungen auf den Personen.

Wenn du eher Hobbyequipment hast (;1CCD Cam) hast du sicher eher Erfolg mit dem klassischen Blau. Ansonsten musst du testen. Du kannst ja durchaus mal ein paar Farben ausdrucken auf ein Blatt Papier, die abfilmen und dann den Key-Regler langsam hochziehen, und gucken, was am schnellsten anspricht.

Aber ein Stoff wird sicher nochmal anders aussehen.
Den besten Erfolg hatte ich mit solchen Schulmalfarben. War sehr mühseelig, damit eine Bluebox anzumalen, aber damals hatte ich auch Zeit. Und das klappte dann auch mit einer 1CCD - VHS Kam ;)
Kein Blau kam je an das der Schulmalfarben heran.

Naja, um das beste rauszufinden, musst du wahrscheinlich doch probieren.

Vielleicht hats dir trotzdem geholfen :)

Hogar



Antwort von Axel:

Hallo Forley,
bin selbst noch nicht lange mit Keyen beschäftigt, aber ich habe einige Erfahrungen gemacht, die dir vielleicht Zeit und Geld sparen helfen:

1. Keyingfarbe ist theoretisch frei wählbar aus dem Farbspektrum, nur darf das freizustellende Objekt, resp. die Person diese Farbe nicht an sich haben. Daher die ungewöhnlichen Farbtöne bei Blue- oder Greenscreen. Ein Tip: Auch WEISS eignet sich (;Hintergrund "Rauhfasertapete"). Augen und Zähne kannst du vor dem KeyingKeying im Glossar erklärt grob maskieren, klingt aufwändiger als es ist.

2. Keine Kompromisse darfst du bei der Ausleuchtung machen. Hier ist der Aufwand gewaltig, wenn du bei DV ein halbwegs sauberes Ergebnis haben willst.

3. Wähle einen gleichmäßig gefärbten Hintergrund ohne grobe Struktur (;aus einiger Entfernung tut"s die erwähnte Rauhfasertapete trotzdem).

4. Beleuchte den Hintergrund mit stark gestreutem, hellem Licht. Am besten tatsächlich mit den in früheren Postings zum Thema genannten Leuchtstoffröhren - Flutern. Leihe dir einen Belichtungsmesser, und checke, ob die Ausleuchtung wirklich perfekt gleichmäßig ist!

5. Leuchte den Vordergrund separat aus. Beachte: Bei weißem Hintergrund verbietet sich das sogenannte Spitzlicht, ein seitlich von hinten auf den Kopf gerichteter Spot, der einen hellen Saum erzeugt.

6. Benutze für die Aufnahme nicht den automatischen WeißabgleichWeißabgleich im Glossar erklärt, sondern gleiche auf das Vordergrundmotiv manuell ab. Die tatsächliche Farbtemperatur von freigestelltem Vordergrund und neuem Hintergrund mußt du ohnehin in After Effects, oder wo immer, noch anpassen.

7. Leider solltest du auch Bewegungsunschärfe und daher heftige Bewegungen des Vordergrunds vermeiden. Die sonst entstehenden Kanten im Einzelframe-Modus zu bearbeiten fesselt dich für viele Abende an den Rechner, um wenige Sekunden anzupassen.



Antwort von matthew:

für video: greenscreen

für film: bluescreen


die farbe grün wird beim dv nicht so sehr komprimiert, und so kann man daraus besser keyen.


gruß matthew



Antwort von Markus:

"Matthew" wrote:
die farbe grün wird beim dv nicht so sehr komprimiert, und so kann man daraus besser keyen.

Hallo Matthew,

das stimmt so nicht ganz. Bei Camcordern mit nur einem CCD-Bildwandler wird eine Filtermatrix verwendet, bei der mehr grüne Bildpunkte erfasst werden als rote oder blaue.

zum Bild

Bei Camcordern mit 3CCD erfasst hingegen jeder Bildwandler das gesamte Bild, je einmal in rot, grün und blau.

zum Bild

Die Farbkompression geschieht für alle drei Primärfarben nach dem gleichen Prinzip, nämlich mittels 4:2:0-Abtastung. Keine der drei Farben wird dabei bevorzugt. Es spielt technisch also keine Rolle, welche Farbe zum Keyen am besten ist. Das ist allein abhängig vom freizustellenden Motiv und von den individuellen Eigenschaften eines Camcorders.

Verwandtes Thema:
Keying mit Commotion 4.1



Antwort von Strahlemann:

Der oben beschriebene Vorgang gilt bis zum DSP (;Digital Signal Processing) - danach wir das Signal in Y-Cb-Cr zerlegt und mit der (;PAL) 4:2:04:2:0 im Glossar erklärt Farbkomprimierung belegt.

Falsch ist jedoch die Aussage, dass alle Farben gleich komprimiert werden!
Die Farben werden in einem bestimmten Verhältniss abgemischt (;habe gerade nur die NTSCNTSC im Glossar erklärt Werte im Kopf):

Y= 0,299 R + 0,587 G + 0,114 B

D.h.: Die Aufzeichnung erfolgt sehr wohl mit einem reduzierten Farbraum wobei Grün am wenigsten Komprimiert wird und somit am Detailreichsten ist.



Antwort von frank1266:

sag ich doch ;-)



Antwort von Markus:

"Markus" wrote:
Keine der drei Farben wird dabei bevorzugt.

Hallo,

das habe ich offenbar missverständlich beschrieben. Ich bezog mich mit der o.g. Aussage nur auf die Auflösung des Farbsignals. Das Zustandekommen des Helligkeitssignals (;wie von Lukas beschrieben) ist eine andere Sache: Hier wird genau vorgegeben, welche Gewichtung Rot, Grün und Blau an der Helligkeit hat (;siehe genannte Formel). Dadurch wird auch klar, warum z.B. Grün im Schwarzweißbild heller erscheint als (;beim Farbfernsehen gleich helles) Blau.

Von der Gewichtung der drei Primärfarben im Helligkeitssignal nun zur Auflösung derselben im Farbsignal...

Im Farbsignal hingegen werden Rot, Grün und Blau (;verrechnet in U und V bzw. Cb und Cr) nicht mit unterschiedlicher Auflösung übertragen. Würde Grün tatsächlich besser aufgelöst werden als Rot und Blau, dann würden sich hässliche Farbsäume auf dem Bildschirm darstellen.




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