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"falscher" weissabgleich, für die "stimmung"




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Frage von rabe131:


bis jetzt war für mich "weiss" einfach "weiss". weil es aber "gemütlich" sein sollte, habe ich bei blauen folien weiss abgeglichen (;kunstlicht). warum auch nicht. das ergebnis passte. hat jemand vorschläge für andere "stimmungen"?
was der kunde will zählt. für mich ist weiss noch immer weiss.




Antwort von Axel:

"rabe131" wrote:
für mich ist weiss noch immer weiss.


Das ist nicht so der springende Punkt. Farbe sollte schon zur Gestaltung der Stimmung beitragen und nicht neutral sein. Aber das gelingt in der Nachbearbeitung besser, da man dort mit Gradationskurven, mit Farbbereichauswahl, mit Vignetten und teilweise mit sehr komplexen Kombis aus verschiedenen Filtern (;"Looks") auf jeden Fall mehr erreichen kann als mit in-camera-Tricks. Hier schonmal kommentiert. Das Hauptproblem: Ein falscher WeißabgleichWeißabgleich im Glossar erklärt reduziert die Farbinformationen!



Antwort von RUKfilms:

habe auch einmal mit dem weissabgleich gespielt - nie wieder, denn irgendwie gefiel es mir dann doch nicht, aber du hast kaum die möglichkeit es wieder "neutral" aussehen zu lassen. darum wirklich lieber mit filter in der postpro arbeiten bzw dort alle veränderungen vornehmen. vaseline schmiert ja heutzutags auch fast keiner mehr auf die linse ;).



Antwort von dustdancer:

nun ja, ich bin der meinung, das man die grundstimmung schon mit den entsprechenden farben einleuchten sollte. in der postpro bekommt man es fast nie oder nur mit extremgroßen aufwand hin, eine gute eingeleuchtete, farbliche lichtstimmung nachzubauen. aber das sind nur meine 2 cents



Antwort von RUKfilms:

"dustdancer" wrote:
nun ja, ich bin der meinung, das man die grundstimmung schon mit den entsprechenden farben einleuchten sollte. in der postpro bekommt man es fast nie oder nur mit extremgroßen aufwand hin, eine gute eingeleuchtete, farbliche lichtstimmung nachzubauen. aber das sind nur meine 2 cents


klar, kommt natürlich auch immer drauf an wie stark sie färbung sein sollte oder ob es verschd. farbgebungen geben sollte. sonst müsste man später mit masken arbeiten und dann wird das ergebnis sicherlich nicht immer das erwünschte sein.
aber für eine gemütliche stimmung oder um etwas mehr tragik reinzubekommen, so denke ich reicht es mit filtern. ist wie so ziemlich alles reine ansichtssache :).



Antwort von Axel:

Das sind zwei grundsätzlich unterschiedliche Herangehensweisen. Der old-school-DOP versucht die Arbeit des Coloristen schon beim Dreh zu machen. Das ist seine Kunst. Wer als Allround-Videot mehr Optionen haben will, versucht sich vielleicht am besten in einer Mischform: Farbige Akzente ja, aber die Lichtfarbe (;wir reden ja nicht von Disco) neutral lassen. Im Zweifelsfall (;Mischlicht) einen Farbstich der Haut vermeiden (;beliebter Fehler: Goldreflektor zur Portaitaufhellung, Hepatitis-Look).



Antwort von Kameramensch:

"RUKfilms" wrote:
. vaseline schmiert ja heutzutags auch fast keiner mehr auf die linse ;).


Warum hat man denn Vaseline auf die Linse geschmiert? Da kann ich mir ja beim besten Willen keinen Effekt vorstellen. Außer natürlich, dass das ein ganz "schmierige" Stimmung werden würde.



Antwort von Axel:

"Kameramensch" wrote:
"RUKfilms" wrote:
. vaseline schmiert ja heutzutags auch fast keiner mehr auf die linse ;).


Warum hat man denn Vaseline auf die Linse geschmiert? Da kann ich mir ja beim besten Willen keinen Effekt vorstellen. Außer natürlich, dass das ein ganz "schmierige" Stimmung werden würde.


Man hat es - wenn man klug war! - nicht auf die Linse selbst geschmiert, sondern auf einen Filter/Glaseinschub (;zusammen mit den Matte-Masken in der klassischen Matte-Box, eine Matte ist die Fläche auf dem Film, die die Maske bedeckt, z.B. um für eine Doppelgängeraufnahme unbelichtet zu bleiben). Es war eine Art analoger Verflüssigen-Filter oder ein Photoshop-Wischfinger:

zum Bild

Die Beschreibung fand sich in vielen alten Büchern über Filmgestaltung. Es war der partielle WeichzeichnerWeichzeichner im Glossar erklärt, der in Schwarzweiß-Filmen einen Traum bedeutete (;nebst anderen heute als grobschlächtig empfundenen Effekten, als Alternative gab es noch den Nylonstrumpf mit Löchern, da, wo's klar sein sollte).

In Farbe kam der Effekt zu derbe. Für feuchte Träume kam aber auch analoger Glibber zum Einsatz. Weiß nicht mehr, wo ich das gelesen hatte, aber nachdem Woody Allen mit einem Freund zusammen Bilitis (;1977)
zum Bild
gesehen hatte, fragte ihn dieser: "How did they achieve this look?"
Woody Allen: "They just jerked on the lens."

EDIT: Ich tippe auf Nylonstrumpf.




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