Mobiltelefon-Wechsel auf ein Google Pixel 5. Die Kamera-KI ist noch mal unheimlicher als bei meinem alten Huawei P20 Pro, das eigentlich eine hardware-technisch bessere Kamera hat. Hier ein Testbild im Dämmerlicht:
PXL_20201029_162135439.NIGHT.jpg
Das Ding macht natürlich die
computational photography, für die Google bekannt ist und eine eigene Forschungsabteilung hat. Dieses Foto wurde zudem im Night-Modus geknipst, indem eine ganze Bilderserie mit aufgenommen und durch Tone Mapping, Temporal Denoising und sehr wahrscheinlich auch Super-Resolution optisch hochgerechnet wird. Soweit nichts neues.
ABER: Bisher kannte ich computational photography nur als AI-getunte JPEG-Engine. Was für mich komplett neu ist, dass das Pixel 5 alle seine computational photography-Tricks anwenden
und als Endresultat (Pseudo-) RAW-DNGs speichern kann. Das obige Bild wurde so aufgenommen und dann in der Android-Version von Lightroom zu JPEG entwickelt. (Die JPEG-Engine von Googles Kamera-App produziert Smartphone-typischere, künstlicher aussehende, aufgebrezelte und stark nachgeschärfte Bilder.) In Lightroom und anderen Programmen haben die Pixel-DNGs trotz diese Pre-Processings alle Bearbeitungsmöglichkeiten von RAW, inkl. nachträglichem Weißabgleich und, u.a. in Rawtherapee, Wahl des Debayering-Algorithmus. Es sind also keine in DNG verpackte TIFFs.
Wie dieses RAW/DNG vorprozessiert ist, sieht man gut an diesem Detail:
detail.png
Der Mann rauscht viel stärker als seine Umgebung, weil er sich bewegt und deshalb der temporale Rauschfilter des Night-Modus der Kamera-App nicht greift. (Und immer noch ist die Detailabbildung, z.B. bei Nummernschildern, erstaunlich wenn nicht sogar unheimlich gut.)
In diesem Bildausschnitt sieht man das noch besser (am Rauschen des fahrenden Autos):
PXL_20201025_162651836.NIGHT.jpg
- Wie dem auch sei; völlig klar, dass Kameras zur Nischentechnik und für die meisten Nutzer überflüssig werden, wenn mit einem Telefon so viel geht.
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