Auffällig war bei der von Mark Gurman gerade geleakten Apple Mac Roadmap 2026/2027 das Fehlen eines Klassikers, dessen Neuauflage schon lange erwartet wurde: der Mac Pro (aka Käsereibe). Eigentlich hatte Apple laut neuem Gurman-Gerücht ein neues Modell des Mac Pro mit M4 Ultra für 2026 geplant, aber dieses wurde jetzt wohl still beerdigt. Zeit wäre es gewesen für ein Produkt-Update, kam der letzte Mac Pro doch schon 2023 auf den Markt, damals noch mit dem M2 Ultra. Laut Gurman hat Apple jetzt keine Pläne mehr für ein Update des Mac Pro, der damit quasi tot ist.

Mac Studio statt Mac Pro
Im Zentrum der Planung für die nächste Generation von High-End Macs steht der Mac Studio, der 2026 in einer Version mit M5 Max und dem M5 Ultra erscheinen soll. Er übernimmt damit die Rolle des Mac Pro als dem Spitzenmodell Apples. Seit der erstmaligen Vorstellung des Mac Studio vor drei Jahren hat Apple auch schon zwei weitere Generationen veröffentlicht. Das aktuelle Spitzenmodell ist der Mac Studio mit M3 Ultra und 512 GB Unified Speicher, der sich in unserem Test ( Apple Mac Studio mit M3 Ultra im 4K-12K Performancetest mit ARRI, Sony, Canon, Blackmagic und mehr ) hervorragend geschlagen hat und in unserem DaVinci Resolve 8K Benchmark den ersten Platz belegt.

Die Ultra-Einstiegsmodelle im Vergleich
Der aktuelle Apple Mac Studio mit M3 Ultra (28 Kerne CPU, 60 GPU Kerne und 32 Neural Engine Kernen), 96 GB kostet 4.799 Euro - der Mac Pro mit M2 Ultra (24-CPU-Kerne, 60 GPU-Kerne und 32 Neural Engine Kerne) und 64 GB Speicher wirkt dagegen mit 8.299 Euro stark überteuert - im direkten Vergleich ist der Mac Studio der klare Preis-Leistungs-Sieger. Zudem kann der Mac Studio mit deutlich mehr Massenspeicher (16 TB statt 8 TB) und Unified Memory (512 GB statt 192 GB) konfiguriert werden für eine maximale Leistung.
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PCIe-Erweiterungssteckplätze - wozu?
Der einzige Vorteil des großen Mac Pro sind seine PCIe-Erweiterungssteckplätze, die jedoch keine zusätzliche Grafikkarte unterstützen, weil die GPU im Apple Silicon zusammen mit CPU und dem gemeinsamen Speicher fest integriert ist. Aber gerade die Rechenpower durch zusätzliche Grafikkarten war für Profis bisher ein Hauptgrund für den Nutzen von großen Workstations mit (vielen) PCIe Slots. Praktisch sind die PCIe-Slots sonst allem nur noch für I/O-Karten wie z. B. SDI-Capture, 25/100 GbE, RAID-Systeme oder Audio-DSP. Doch dieser Vorteil wird zusehends zunichte gemacht durch die Anbindung externer Hardware per extrem schnellem (bis 80 Gb/s bzw. 10 GB/s - monodirektional per „Bandwidth Boost“ sogar bis 120 Gb/s für die Verbindung von Displays) Thunderbolt 5 des aktuellen Mac Studio. Diese Geschwindigkeit reicht für die meisten bisherigen Anwendungen von PCIe Karten - abgesehen von Extra-GPUs - leicht aus. Per Thunderbolt 5 können so auch externe schnelle NVMe-SSD-Festplatten bzw. RAID-Systeme dynamisch angeschlossen werden und es wird kein Platz im Gehäuse mehr für interne Festplatten benötigt.

Apples Schritt macht so gesehen Sinn, bietet der Mac Studio doch aktuell mehr Rechenleistung pro Budget, moderne I/O Optionen über Thunderbolt 5 und höhere Speicherobergrenzen beim Vergleich mit dem Mac Pro und ist sogar mit seiner kompakten Bauweise und einem Gewicht von unter 4 kg leicht transportierbar, und kann so als mobile Workstation von Arbeitsplatz zu Arbeitsplatz mitgenommen werden. Und da die Gründe für die Baugröße des Mac Pro jetzt so gut wie entfallen sind und interne RAM- oder GPU-Upgrades wie bei den alten Intel Mac Pros systembedingt nicht mehr möglich sind, wird der Mac Pro immer mehr eine Legacy-Nischenlösung für User, die noch zwingend interne PCIe-Karten benötigen - eine Zielgruppe, die nicht ausreicht, um die Entwicklung des - inzwischen sinnlos großen - Mac Pros weiterzuführen.

















