Vor ziemlich exakt 35 (!) Jahren, nämlich am 19. Februar 1990, erschien mit Photoshop 1.0 die erste Version eines Programms, das sich über die folgenden Jahre zu einem absoluten Standard in der digitalen Bildbearbeitung entwickeln sollte. Die Software war so einflussreich, dass ihr Name praktisch synonym mit dem Bilderbearbeiten am Computer wurde, so wie „googlen“ für das Suchen im Web steht.

Entwickelt wurde das Programm von Thomas und John Knoll, zunächst als Tool für die Bearbeitung gescannter Bilder. Doch schon vor der offiziellen Markteinführung nutzte John Knoll, der seit 1986 als VFX-Spezialist bei ILM arbeitet, eine frühe Version auch für die visuellen Effekte von The Abyss (1989), um die bahnbrechende Wasser-Pseudopod-Sequenz zu gestalten. Auch um beispielsweise die fließenden Verwandlungen des T-1000 in „Terminator 2: Judgement Day“ zu perfektionieren, verwendete er Photoshop. Die Software war schnell nicht mehr wegzudenken aus Filmworkflows – mit damals bahnbrechenden Funktionen wie den 1994 eingeführten Bildebenen und der nicht-destruktiven Bearbeitung bot sie eine noch nie dagewesene Kontrolle über die visuellen Effekte und die Postproduktionsarbeit.

Ursprünglich nur für Mac erhältlich, wurde Photoshop 1993 auch auf Windows portiert, womit sich ein Massenmarkt öffnete. Einige Jahre später wurde das Programm nicht mehr nur im Foto-/Grafik- oder Motion-Bereich verwendet, sondern praktisch jeder, der damals etwa eine von diesen neumodischen Homepages für das Internet bastelte, griff auf Photoshop zurück.
Und so ungefähr ist es bis heute geblieben, auch wenn seit der recht unbeliebten Umstellung auf das Abo-Modell – seit 2013 ist das Programm nicht mehr als Dauerlizenz verfügbar – mehr konkurrierende Software von anderen Firmen entwickelt wurde (etwa Affinity). Durch die enge Verzahnung mit anderen wichtigen Adobe-Applikationen und die Verbreitung im professionellen Umfeld geht für viele Kreative und Medienschaffende kein Weg an Photoshop vorbei.

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Und nun bricht mit Ankunft der generativen KI bekanntlich eine neue Ära nicht nur der digitalen Bildbearbeitung, sondern auch der Bilderstellung an. Vieles wird einfacher werden – die Tools werden sich verändern und die Karten, wie bei jeder disruptiven Technologie, zum Teil neu gemischt. Mit seinem eigenen Firefly-Modell will Adobe jedoch auch weiterhin ganz vorne mitmischen und integriert bereits seit einigen Jahren entsprechende Werkzeuge in Photoshop und seinen anderen Kreativ-Tools. Man darf gespannt sein, wohin die Reise geht.
Wie sich damals die Arbeit mit Photoshop 1.0 gestaltete, zeigt diese alte Demo von John Knoll:


















