Frage von sergejpepper:Liebe KollegInnen,
ich arbeite gerade an einem kleinen Familienfilmchen über meine selige Ur-Oma (1899-1991). Habe dafür ein schönes Interview mit meiner über 90 jährigen Großtante in ihrem Wohnzimmer gedreht:
Mit der GH2 in 720p50, 14-41 Kit Blende ganz offen, Shutter 1/50, ISO 160, nur Naturlicht vom Fenster, dazu seperat Ton "geangelt", mit Zoom-H4N und Sennheiser-Richtrohr Me66 auf Tischstativ.
Schneiden will ich das Material in Final Cut Pro 7, mir aber noch offenlassen, ob ich für Internet, TV oder Kino (bzw. Heimkino) produziere.
Wie gehe ich jetzt am besten vor?
Meine Herausforderungen sind
1) die Ton-Sync, obwohl ich zu Interviewbeginn meine Großtante die Filmklappe bedienen ließ, hab ich nicht bedacht, dass die GH2 nach 30 Minuten wieder auf standby springt (Sauerei!). Gibt es da vielleicht Freeware zur Sync?
und
2) das Format zum Schneiden in Final Cut. Timo Grosspietsch, Macher der GH2-Doku Nachtschicht hat ebenso in 720p50 gedreht und meint "nachdem wir es auf 1080 hochgezogen hatten, (waren wir) relativ zufrieden". Wie ziehe ich mein Material am geschicktesten hoch?
Und: Habt Ihr vielleicht sonst noch Tipps für mich?
Es grüßt Euch
Christoph
Antwort von Axel:
1) die Ton-Sync, obwohl ich zu Interviewbeginn meine Großtante die Filmklappe bedienen ließ, hab ich nicht bedacht, dass die GH2 nach 30 Minuten wieder auf standby springt (Sauerei!). Gibt es da vielleicht Freeware zur Sync?
Manuelles Synchronisieren ist leicht in FCP:
> Suche im kürzeren Clip (Audio oder Video mit Audio) im
Browser, d.h. also im Viewer, die erste Stelle mit einem T wie in Tan
te. Jedes derart kurze und deutliche Tonevent tut es. Navigiere genau dorthin mit den Cursortasten.
> Setze mit "i" einen In-Punkt.
> Mache dassselbe mit dem anderen Audio, setze an derselben Stelle einen In-Punkt, ebenfalls im Browser.
> Wähle bei gehaltener Apfeltaste beide Clips gleichzeitig aus der Liste, dann mache einen Rechtsklick:
Clips zusammenmischen > synchronisieren anhand von > In-Punkt.
Das war's.
Kommt dir einfach vor? So geht's in FCP X: Beide Clips auswählen, Rechtsklick, >
Clips sychronisieren.
Freeware gibt's übrigens zum Ausschalten der 29'59"-Grenze der GH2: Der einfachste Hack.
2) das Format zum Schneiden in Final Cut. Timo Grosspietsch, Macher der GH2-Doku Nachtschicht hat ebenso in 720p50 gedreht und meint "nachdem wir es auf 1080 hochgezogen hatten, (waren wir) relativ zufrieden". Wie ziehe ich mein Material am geschicktesten hoch?
Darin sehe ich keinen Sinn. Wenn es 720 50p sind, kann es ja so bleiben. Wenn deine 90jährige Großtante nicht extremen Parkinson hat, gibt sie übrigens ein ruhiges Motiv ab, für das 24p oder 25p locker gereicht hätten.
Antwort von sergejpepper:
Danke Axel für Deine Antwort!
Wenn deine 90jährige Großtante nicht extremen Parkinson hat, gibt sie übrigens ein ruhiges Motiv ab, für das 24p oder 25p locker gereicht hätten.
Ich habe auch noch die Zug- und Busfahrt zu meiner Tante mitgefilmt,
also Kamerafahrten über weite Panoramen mit schnell vorbei wischenden Bäumen und einfahrendem Zug.
Außerdem einen kleinen Tanten-Spaziergang mit Handkamera-Fahrt.
720 50p auch deswegen, weil ich flexibel sein wollte beim Ausspielen des Materials.
Habt Ihr noch einen Tipp für mich,
wo ich einen sicheren Hack für das Abschalten der 29min-Grenze runterladen kann?
Es grüßt Euch
Christoph
Antwort von srone:
http://www.gh1-hack.info/wiki/PToolSoftware
lg
srone
Antwort von sergejpepper:
danke für den link!
noch eine nachfrage zum schneiden in final cut:
ich kann das rohmaterial in .mts schneiden, habe aber gehört, dass es besser ist in .mov umzuwandeln und dann zu bearbeiten. was meint ihr, wie gehe ich da am besten vor?
fragt christoph
Antwort von beiti:
ich kann das rohmaterial in .mts schneiden, habe aber gehört, dass es besser ist in .mov umzuwandeln und dann zu bearbeiten. was meint ihr, wie gehe ich da am besten vor? Es geht nicht um die Dateiendung (die bestimmt nur den Container), sondern um den Codec, der drinsteckt.
Das Originalmaterial ist in H.264 codiert; wenn Dein Rechner das problemlos packt, gibt es keinen Grund für eine Konvertierung. Die Qualität wird durch Konvertieren nicht besser; sie bleibt im besten Fall nur gleich.
Sollte es Performance-Probleme geben, kann sich die (nahezu verlustfreie) Umwandlung ins ProRes-Format lohnen (was dann normalerweise in einem MOV-Container steckt). ProRes ist ein sogenanntes Intermediate-Format, das zwar viel Platz auf der Festplatte braucht, aber dafür den Hauptprozessor des Schnittrechners entlastet.
Antwort von sergejpepper:
werter beiti,
mein macbook hat leider probleme mit dem h.264 .mts, vor allem, wenn ich auf full screen view schalte. ich kann mich dunkel erinnern schon früher mal direkt im final cut h.264 in prores umgewandelt zu haben - wie ging das nochmal? irgendwas mit loggen und übertragen war das glaub ich - oder?